Wenn Apple Patente anmeldet, dann raunt die Technikwelt. Anfang der Woche war es wieder soweit: Apple hat einen optischen Sensor schützen lassen, der in einem definierten 3D-Raum Gesten des Nutzers erkennen soll. Dieser kann damit zum Beispiel den iMac steuern. Details sind noch unklar.

Klar ist hingegen, dass Gestensteuerung für Hersteller immer wichtiger wird. Auf der diesjährigen Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas zeigten Technikschmieden aus aller Welt, was die Köpfe ihrer Ingenieure sich das Jahr über ausgedacht haben. Auf der Glitzershow sahen Besucher biegsame Smartphones und intelligente Kühlschränke. Den Innovationspreis der diesjährigen CES aber hat ein unscheinbarer Ring gewonnen.

Er heißt Logbar und ist die Idee einiger japanischer Tüftler. In dem Herstellervideo malen Menschen mit dem Ring am Finger Zeichen in die Luft. Fernseher und Lampen springen wie von Geisterhand an. Der Logbar ist eine neue Schnittstelle und erkennt, ob die Hand, an der er klebt, Zeichen gibt oder sich bewegt. Mit anderen Worten: Er erkennt Gesten.  

Gesten sind universell einsetzbar

Nutzer können mit dem Ring am Finger sogar Nachrichten in die Luft schreiben und abschicken. Auf Kickstarter haben die Entwickler knapp 900.000 US-Dollar für die Produktion des Rings gesammelt. 

Das erste serienreife Produkt mit einer teilweisen Steuerung per Geste war das Samsung Galaxy S4. Wählt man beim S4 zum Beispiel einen Kontakt aus und hebt das Telefon ans Ohr, tätigt das Telefon automatisch einen Anruf. Samsung war mit dieser Entwicklung lange nahezu allein auf dem Markt. Nun kommen Anwendungen für das Heim, das Auto und den Desktop dazu. 

Gesten können im Grunde überall dort benutzt werden, wo Nutzer einen Knopf nicht drücken wollen oder können. Prädestiniert für diese Technik ist dabei das Haus als persönlicher und intimer Bereich des Menschen. Dort wird viel Technik schnell als unangenehm empfunden. Wer auf Gesten setzt, könnte den Turm an Fernbedienungen abbauen oder Schalter verschwinden lassen.

Im intelligenten Haus herumwedeln

Ellen Fricke beschäftigt sich beruflich mit Gesten. An der Technischen Universität Chemnitz erforscht sie, wie Menschen mittels Gesten kommunizieren und welche Gesten dabei zum Tragen kommen. Fricke sagt: "Gesten haben den großen Vorteil, dass Menschen sich leicht an sie erinnern können. Steuerungsgesten für Maschinen können so intuitiver werden."

Das ist wohl auch die große Hoffnung der Hersteller. Das israelische Unternehmen eyeSight ist eines der ersten, das die Gestensteuerung ins Haus bringen will. EyeSight hat das System Onecue entwickelt, das es Nutzern ermöglicht, Haushaltsgeräte, aber auch die Raumtemperatur oder das Licht per Geste zu steuern. EyeSight nutzt dazu einen Infrarot-Controller, der die Bewegungen des Menschen erkennt, verarbeitet und an die entsprechenden Geräte weitergibt. Das System funktioniert schon jetzt mit Nest-Thermostaten, entsprechenden Philips-Glühbirnen, Apple TV und der Xbox.