Die Äußerlichkeiten fallen natürlich zuerst auf: Die deutsche Suchmaschine MetaGer hat ein neues Logo, Nutzer können das Farbdesign beeinflussen und die Suche selbst steht optisch endlich im Vordergrund der Website. Auch mobil lässt sie sich einfacher nutzen. Die größte Veränderung betrifft allerdings die Qualität der MetaGer-Suche, die sich spürbar verbessert hat. Das konnten die Betreiber – der gemeinnützige SUMA-EV und die Leibniz Universität Hannover – mit ein paar Umstellungen erreichen.

MetaGer ist eine Meta-Suchmaschine, die Nutzeranfragen an eine Reihe von Suchmaschinen weiterleitet und die Ergebnisse dann selbst sortiert. Neu ist, dass die verwendeten Suchmaschinen ihrer Qualität nach gewichtet werden. Außerdem bewertet MetaGer nun Webseiten höher, die von vielen Suchmaschinen gefunden werden und berücksichtigt selbst noch einmal, wo und wie oft die Suchwörter auf einer Webseite zu sehen sind.

Bing, Yahoo und Yacy werden durchsucht

Zu den verwendeten Suchmaschinen zählen Bing und Yahoo, die Peer-to-Peer-Suchmaschine Yacy sowie einige wissenschaftsspezifische Suchen wie die von Base. Dazu kommen zahlreiche Fach-Wikis, die von MetaGer selbst durchsucht und in den Suchindex aufgenommen werden. Auch hat MetaGer vier eigene neue Dienste eingerichtet, die definierte Bereiche von wissenschaftlichen Websites durchsuchen und indexieren.

Nutzer können die Auswahl der verwendeten Suchmaschinen selbst beeinflussen, indem sie bei der Erstabfrage auf das Zahnrad neben der Sucheingabe klicken: Zur Auswahl stehen Web, Nachrichten, Wissenschaft und Bilder, wofür MetaGer dann die einschlägigen Suchmaschinen abfragt.

Für Nachrichten sind das die britischen Nachrichtenaggregationsdienste NewsDeutschland und der dazu gehörende englischsprachige Dienst OneNewsPage. In den Feineinstellungen können Nutzer die Suche auf bestimmte Suchmaschinen eingrenzen.

So sah die MetaGer-Seite bisher aus. © Screenshot ZEIT ONLINE

Neu ist auch die Möglichkeit, die Suchergebnisse nach Datum sortiert anzeigen zu lassen. Während bis vor Kurzem nur eine Handvoll der relevanten Ergebnisse einfach nach Datum umsortiert wurde, kann der Nutzer nun auch den kompletten Ergebnissatz chronologisch anordnen lassen. Das kann jedoch mehrere Minuten dauern.

Praktisch für Dokumentensucher dürfte sein, dass sie auch einstellen können, ob "Ergebnisse in PDF" hoch bewertet werden sollen. Überdies hat MetaGer die Suchoptionen an die üblichen Standards angepasst. Wenn bestimmte Wörter ausgeschlossen werden sollen, genügt es, ein Minuszeichen voranzustellen. Früher ging das mit einem Ausrufezeichen.

Die Suchergebnisse lassen sich nach erfolgter Suche in einem zweiten Schritt leichter einkreisen: Gibt der Nutzer hinter dem Suchbegriff weitere Begriffe ein, werden die Ergebnisse umgehend entsprechend eingegrenzt. Taugt die Eingrenzung nichts, kann der Nutzer mit den eingegebenen Begriffen mit der Eingabetaste eine neue Suche starten.

Überaus praktisch ist die Serversuche: Klickt man auf das kleine "i" neben der gefundenen URL, kann man die Suche gezielt nur auf dem entsprechenden Server fortsetzen.

Datenschutzfreundlich und mit anonymer IP

MetaGer gehört auch nach dem Relaunch zu den datenschutzfreundlichsten Suchmaschinen überhaupt. Der Standardzugang erfolgt über eine HTTPS-Verschlüsselung. Daten, die der Computer des Nutzers an MetaGer übermittelt, also IP-Adresse, Browser-Fingerabdruck und Zeitstempel, werden zunächst anonymisiert und so für die Verbesserung der Suche verwendet. Nach 24 Stunden werden sie ganz gelöscht. 

Es gibt auch die Möglichkeit, MetaGer als sogenannten Tor-Hidden-Service zu verwenden. Dann bekommt der MetaGer-Server zu keinem Zeitpunkt, die echte IP-Adresse des Nutzers zu sehen. Voraussetzung hierfür ist allerdings die Verwendung des Tor-Browsers.

Weil die Suchabfrage über Tor langsamer ist, bietet MetaGer seit knapp einem Jahr als Alternative die Option "anonym öffnen" an. Die Zielseite wird dabei über einen Proxyserver von MetaGer aufgerufen. Der Betreiber erfährt so nicht, wer sein Angebot wirklich besucht.

Dieser Artikel ist zuerst auf golem.de erschienen.