Google hat sich die Fähigkeit patentieren lassen, eine Roboterarmee zu kontrollieren. Unter dieser schönen Überschrift beschreibt quartz.com ein Patent, in dem Google darlegt, wie es Aufgaben an und zwischen verschiedenen Robotern verteilen will.

Es geht um Maschinen, die immer jenen Teil einer größeren Aufgabe erledigen, für den sie geeignet sind, bevor sie eine andere Maschine weitermachen lassen. Es geht darum, wie die Roboter über die Cloud kommunizieren, und um mögliche Kanäle, auf denen das geschehen soll: Bluetooth, WLAN, Mobilfunk.

Zur Erinnerung: Google war einst für den Leitspruch Don't be evil bekannt und hat im Jahr 2013 die Firma Boston Dynamics gekauft, die Militär-Roboter baut. Do the math, wie der Amerikaner sagt. Zählen Sie eins und eins zusammen.

Wer könnte jetzt also noch die Übernahme der Weltherrschaft durch Googles Roboterarmee verhindern? Die Antwortet lautet: Astronomen, klar. Zumindest üben sie schon. Und zwar gegen die Firma iRobot, quasi im ungenannten Auftrag der Menschheit.

Doch von vorne. Der scheibenförmige Staubsauger-Roboter Roomba ist iRobots ganzer Stolz. Nach unseren Wohnzimmern will das Unternehmen als Nächstes unsere Vorgärten erobern. Mit einem Rasenmäher-Roboter. Die zentrale Frage: Woher weiß die Rasenmäher-Armada, wo das Gras und damit ihr Herrschaftsbereich endet?

Üblicherweise, so schreibt IEEE Spectrum, verlegen Gartenbesitzer, die sich einen autonomen Rasenmäher anschaffen wollen, einen Draht rund um ihren Rasen. Der Roboter erkennt diesen als Grenze, die er nicht überschreiten darf. Weil das aber ein mühsames Vorgehen ist, schlägt iRobot eine andere Technik vor: Käufer ihres Rasenmäher-Roboters sollen einfach ein paar sogenannter Beacons im Garten versenken. Das sind kleine Sender, die dem Roboter helfen, sich zu orientieren. Je nach Größe und Form des Gartens sollten vier bis neun solcher Sender ausreichen. Das Problem ist die Frequenz, auf der sie mit dem Roboter kommunizieren sollen.

Und hier treten die Astronomen des National Radio Astronomy Observatory (NRAO) auf den Plan. So hat iRobot bei der Regulierungsbehörde FCC beantragt, einen Teil des Frequenzspektrums zwischen 6.240 und 6.740 Megahertz nutzen zu dürfen. Nicht zuletzt, weil den sonst fast niemand nutzt. Außer eben die großen Radioteleskope in den USA, für ihre Spurensuche im All.

Nun beschimpfen sich NRAO und iRobot, streiten um den Mindestabstand zwischen Rasenmäher-Beacon und Radioteleskopen und um rücksichtslose Gartenbesitzer, denen Spektrallinien und Methanolmoleküle im Weltraum wohl ziemlich egal sein könnten.

89 Kilometer Abstand zwischen Beacon und Teleskop fordert das NRAO, während iRobot 19,3 Kilometer für ausreichend hält, weil die Beacons nur schwache Signale senden. Den Einwand des Unternehmens, die meisten großen Teleskope stünden auf Bergen, in der Wüste oder im Wald und damit fernab von rasenmäheraffinen Wohngegenden, bezeichnet das NRAO schlicht als "dumm". Als Gegenbeweis legt der FCC Fotos von vier Teleskopen vor, die in der Nähe bewohnter Gebiete stehen. Wie der Streit ausgeht, ist derzeit nicht abzusehen. Aber wer die Warnungen von Elon Musk, Bill Gates und Stephen Hawking ernst nimmt, dass Computer früher oder später die Weltherrschaft übernehmen und uns überflüssig machen werden, hofft besser auf auf einen Sieg des NRAO.

Sollte Google irgendwann konkretisieren, auf welchem Kanal und welcher Frequenz es seine Roboter-Armee zu befehligen gedenkt, werden die Menschen vielleicht dankbar sein, dass dickköpfige Astronomen sie einst zum manuellen Rasenmähen zwangen.