Der US-Nachrichtendienst NSA sowie die verbündeten Geheimdienste (Five Eyes) planten offenbar einen Angriff auf die Verbindungen zu den App Stores von Google und Samsung. Das geht aus einem geheimen Dokument hervor, das die kanadische Internetseite CBC News sowie die Investigativ-Plattform The Intercept nun veröffentlichten. Das Material gehört zu den geleakten Dokumenten von Edward Snowden.

Die Operation trug den Codenamen Irritant Horn. Die Geheimdienste planten dabei, sich in die Verbindung zwischen Smartphone-Nutzern und App Stores einzuklinken. Der Angriff wird als sogenannte Man-in-the-Middle-Attacke bezeichnet. Der Datenverkehr sollte anschließend derart manipuliert werden, dass der Nutzer unbemerkt Schadprogramme der NSA herunterlädt und auf seinem Smartphone installiert.

Für den Nutzer hätte es immer noch so ausgesehen, als ob er Dateien aus einer seiner Meinung nach vertrauenswürdigen Quelle erhalten hat. Einmal installiert, hätten die Geheimdienste verschiedene Informationen vom Smartphone der Zielperson gewinnen können. Dass die Verbindungen zwischen Nutzer und App-Store eigentlich geschützt sind, hätte offenbar keine Rolle bei der Umsetzung von Irritant Horn gespielt.

Unter den Zielen war auch ein Google-Server in Frankreich

The Intercept zufolge wollten die Geheimdienste aber nicht nur ihre Überwachungsprogramme verbreiten. Es sollten gezielt Falschinformationen an bestimmte Zielobjekte weitergeben werden. Im Rahmen der Operation Irritant Horn wollte man ferner Zugriffe auf Download-Server bestimmter Firmen erlangen.

Besonders interessiert waren die Nachrichtendienste dabei an Informationen aus afrikanischen Ländern wie Senegal, Sudan und Kongo. Allerdings finden sich in dem Geheimdokument auch Hinweise auf einen Google-Server in Frankreich sowie Firmen-Download-Server in Kuba, der Schweiz, Marokko, den Niederlanden und Russland.

Inwieweit die NSA und ihre verbündeten Geheimdienste die Operation Iritant Horn tatsächlich umgesetzt haben, ist unbekannt. Google hat die Antwort auf eine entsprechende Anfrage von The Intercept verweigert. Auch bei Samsung wollte man sich zum aktuellen Zeitpunkt nicht äußern. Die Nachrichtendienste der "Five-Eyes"-Staaten haben sich nicht konkret zu den Vorwürfen geäußert.