Lifehacks sind Tricks, mit denen sich Menschen das Leben erleichtern. Häufig geht es darum, Dinge kreativ und ganz anders zu verwenden als ursprünglich vorgesehen. Der Australier Chris Rock hat auf der Hackerkonferenz DEF CON in Las Vegas ein paar Tricks präsentiert, die auch das Ableben erleichtern. Einen Lifehack des Todes sozusagen. Er hat nämlich herausgefunden, wie er Menschen übers Internet offiziell für tot erklären kann.

Rock erkannte, dass Verwaltungsvorgänge wie eben das Ausstellen eines Totenscheins in einigen Ländern mittlerweile komplett online ablaufen. Für einen Betrüger ist es einfach, sich als Arzt und als Bestatter auszugeben und so jemanden für tot zu erklären – einen verhassten Vorgesetzten oder einen Ex-Partner zum Beispiel. Die Betroffenen merken das spätestens dann, wenn sie einen neuen Pass beantragen. Die möglichen Motive sind denn auch reichlich speziell und vor allem kriminell: Rache oder Betrug mit Lebensversicherungen zum Beispiel.

Der Sicherheitsforscher Rock, Gründer und CEO der Firma Kustodian, wollte die Schwächen spezieller E-Government-Anwendungen verdeutlichen, und das tat er mit ziemlich konkreten Anleitungen. Wer zum Beispiel in Australien jemanden für tot erklären will, geht wie folgt vor:

Schritt 1: Auf der Website der Australien Health Practitioner Regulation Agency Namen, Adresse und offizielle Registrierungsnummer eines Arztes heraussuchen.

Schritt 2: Sich mit diesen Daten hier anmelden, um online einen Totenschein auszufüllen.

Schritt 3: In diesem Handbuch nachschlagen, welche Todesursachen unverdächtig sind und keine weiteren Untersuchungen nach sich ziehen – und wie man sie in einem Totenschein einträgt.

Schritt 4: Sich selbst auch zum Bestattungsdirektor erklären. Auf dieser Seite ging das bis vor Kurzem noch über ein Online-Formular, heute ist eine E-Mail nötig. Rock hat einfach unter seinem Namen eine Website aufgesetzt, die sein fiktives Bestattungsinstitut beschreibt.

Schritt 5: In diesem Handbuch nachschlagen, wie man als Direktor eines Bestattungsinstituts einen Totenschein korrekt ausfüllt.

Behörde widerspricht

Ob die Behörden anhand dieser Unterlagen wirklich eine Sterbeurkunde ausstellen und einen entsprechenden Eintrag im Melderegister vornehmen, kann Rock nicht garantieren. Dem Sydney Morning Herald sagte er, er habe es letztlich nicht versucht, obwohl er alle erforderlichen Einträge und Unterschriften hätte fälschen können.

Die Behörden im australischen Bundesstaat Victoria jedenfalls versichern, mit "einer Reihe öffentlicher und nicht-öffentlicher Verifizierungsmaßnahmen" zu prüfen, ob die Angaben zum Beispiel in einem Totenschein korrekt sind. Gut möglich also, dass der Lifehack von Chris Rock nicht oder zumindest nicht in Victoria funktioniert.

Ohnehin erscheinen seine Angaben mitunter übertrieben: "Hunderte Millionen Menschen" seien betroffen, "Massenmorde auf Papier" seien möglich. Dabei braucht man von jedem Opfer genaue Daten bis hin zur Sozialversicherungsnummer in den USA.

Durchaus vorstellbar ist aber, dass Behörden im Alltag nur selten Gebrauch von ihren Prüfmöglichkeiten machen und Anträge, die authentisch erscheinen, durchwinken. Rock kritisiert, dass E-Government zum Betrug einlade, wenn Informationen wie Lizenznummern von Ärzten öffentlich im Internet stehen und wenn zur Registrierung als Bestattungsdirektor keine oder nur sehr allgemeine Eignungsnachweise nötig sind.