abc.xyz ist tatsächlich die Internetadresse von Alphabet.

Das Wort Google steht synonym für die Suche im Netz, doch schon seit vielen Jahren ist das Unternehmen in verschiedenen Branchen tätig. Mit der Gründung der Holding Alphabet und der Eingliederung von Google als eigenständiges, untergeordnetes Unternehmen formalisieren die Firmengründer Larry Page und Sergey Brin die Rolle eines Mischkonzerns.

Der Name Google wird als Unternehmen unter der neuen Leitung von Sundar Pichai weiterhin für die bekanntesten Produkte und Dienste stehen: Die gleichnamige Suchmaschine, die für den Großteil des Umsatzes verantwortlichen Werbenetzwerke AdWords und AdSense, bekannte Produkte wie Google Maps, Drive, Gmail, das mobile Betriebssystem Android, der Play Store sowie YouTube bleiben Bestandteil von Google.

Andere, zum Teil weniger bekannte Sparten und Produkte, werden künftig neben Google als weitere Tochtergesellschaften von Alphabet stehen. Aber wer weiß überhaupt noch, in welchen Bereichen Google aktiv ist und welche Pläne das Unternehmen verfolgt? Was ist noch Zukunftsmusik und was ist bereits etabliert? Der folgende Überblick zeigt einen kleinen Teil des künftigen Alphabet-Universums.

Fiber

Google Fiber in Utah © George Frey/Getty Images

Wann? Gestartet im Februar 2010

Was? Fiber ist das englische Wort für Glasfaser und genau darum geht es. Mit dem Unternehmen baut Google eigene Glasfasernetze in ausgewählten Städten und bringt den Bewohnern somit besonders schnelles Internet für etwa 80 US-Dollar im Monat. Bis jetzt gibt es Google Fiber in Austin, Kansas City und Provo. Demnächst soll der Ausbau auch in Salt Lake City, San Antonio und Atlanta beginnen. Fiber wird künftig eine eigene Tochtergesellschaft von Alphabet sein.

Wieso? Google lebt davon, dass Menschen ihre Internetdienste nutzen, ein schnelles Netz ist da natürlich von Vorteil. Gleichzeitig setzt Google die etablierten Netzanbieter unter Druck. Um keine Kunden zu verlieren, müssen sie ebenfalls in ihr Glasfasernetz investieren.

Makani

Wann? Übernommen am 23. Mai 2013

Was? Windenergie muss nicht immer von stationären Windrädern kommen. Das kalifornische Unternehmen Makani will mobile Flugwindkraftwerke errichten, die sich mit der Funktionsweise eines Drachen vergleichen lassen: Eine Turbine kreist in der Luft und leitet die durch Windkraft generierte Energie an eine Bodenstation weiter. Die Technik gibt es schon länger, auch deutsche Unternehmen arbeiten an ähnlichen Lösungen. Makani ist ein Teil der Forschungsabteilung Google X.

Wieso? Das Prinzip ist kostengünstiger und flexibler als die Errichtung traditioneller Windräder, zudem profitieren Flugwindkraftwerke vom stärkeren Wind in größerer Höhe. Google hofft offenbar, diese Form der Energiegewinnung für eigene Rechenzentren oder in entlegeneren Regionen einsetzen zu können.

Loon

Google Loon: WLAN aus dem Ballon © Marty Melville/AFP/Getty Images

Wann? Gestartet am 14. Juni 2013

Was? Internet aus der Stratosphäre: Im Projekt Loon arbeitet Google an solarbetriebenen Ballons, die in etwa 20 Kilometer Höhe und damit höher als kommerzielle Flugzeuge kreisen. Mit speziellen Antennen können sich Menschen mit den Ballons verbinden, die wiederum untereinander kommunizieren und das Internetsignal von einer weit entfernten Basisstation empfangen. Sri Lanka soll als erstes Land flächendeckend mit den Ballons ausgestattet werden. Loon ist ein Projekt von Google X.

Wieso? Wer nicht online ist, kann keine Google-Dienste nutzen. Das Unternehmen versucht deshalb – ebenso wie die Konkurrenz von Facebook – die Offline-Regionen der Welt mittelfristig online zu bringen.

Wing

Von diesem Prototypen der Wing-Drohne ist Google inzwischen abgekehrt. © Google

Wann? 2011

Was? Wenn Amazon in Zukunft Waren per Drohne ausliefern möchte, will Google nicht außen vor sein. Unter dem Projektnamen Wing arbeitet das Unternehmen bereits seit mehreren Jahren an eigenen Fluggeräten. Die Erfolge sind allerdings überschaubar, wie Astro Teller, der Chef von Google X, kürzlich zugeben musste. Demnach sei das erste Design von Wing nicht zufriedenstellend gewesen und man überarbeite die Drohne jetzt komplett. Das Projekt wird vor allem von Google-Gründer Sergey Brin vorangetrieben.

Wieso? Ursprünglich war Wing vor allem zur Lieferung von Hilfsgütern in Krisengebieten gedacht. Mittlerweile ist denkbar, dass auch Google es ähnlich wie Amazon auch für Warenlieferungen plant und möglicherweise mit Google Express verknüpft wird.

Sidewalk Labs

Sidewalk Labs will die Städte vernetzen. © Screenshot/Sidewalk Labs

Wann? Juni 2015

Was? Sidewalk Labs ist eines der jüngsten von Google gegründeten Unternehmen. Der Fokus liegt auf der Errichtung sogenannter Smart Citys, also vernetzter Städte, die neue Technologien aus dem Kommunikations-, Energie- und Verkehrssektor verwenden. Das erste Projekt nennt sich Intersection: Nach der Übernahme von LinkNYC will Sidewalk Labs ab dem kommenden Herbst rund 10.000 Wi-Fi-Spots in New York City errichten. Wie die New York Times berichtet, soll Sidewalk Labs eine Tochtergesellschaft von Alphabet werden.

Wieso? Auch hier geht es darum, möglichst viele Menschen mit einem Internetzugang zu versorgen.