Wie Onlineangebote Flüchtlingen konkret helfen können, macht zum Beispiel die zehnsprachige Seite afeefa.de vor. Auf einem Stadtplan von Dresden werden anhand von Symbolen erste Anlaufstellen eingeblendet, vom Flüchtlingsrat über das Krankenhaus bis hin zum Fußballtreff. Selbst eine Onlinejobbörse speziell für Flüchtlinge gibt es mittlerweile. 

Ebenfalls in Dresden gibt es die App Welcome to Dresden, die neu angekommenen Flüchtlingen eine erste Orientierungshilfe bieten möchte: Neben Hinweisen zum Ablauf des Asylverfahrens bekommen die Nutzer der mehrsprachigen App ein Telefonverzeichnis mit wichtigen Nummern und Anlaufstellen sowie eine kurze Einführung in die Geschichte und Kultur von Dresden. Noch in diesem Jahr soll das Konzept der App erweitert werden, sodass auch andere Städte sie übernehmen können.

Die Berliner Studenten David Jacob und Philipp Kühn entwarfen die Seite workeer.de für ihre Bachelorarbeit. Sie sind überzeugt, dass ein Großteil der Flüchtlinge über mobile Datennetze oder WLAN sehr wohl Zugang zum Internet hat. Tatsächlich registrierten sich binnen weniger Tage immerhin rund 300 Bewerber.

WLAN-Hotspots in Flüchtlingsheimen

Darunter vielleicht auch einige, die ihren Internetzugang Volker Werbus zu verdanken haben. Werbus rief Ende 2014 die Initiative Refugees Online ins Leben. Seither können etwa 900 Flüchtlinge im Münchener Umland mit WLAN-Hotspots, die die Helfer installiert haben, online gehen. Kooperationen mit weiteren Unterkünften sollen folgen.

Allerdings stößt Werbus auch auf Widerstand. Er wünscht sich, dass der Staat zumindest in den Erstaufnahmen das Internet selbst bereitstellt. Die Betreiber, die den Internetzugang aus Angst vor Missbrauch ablehnen, kann der IT-Ingenieur nicht verstehen. "Was ist das für ein Menschenbild?", fragt Werbus. "Nimmt man hier ernsthaft an, dass jemand aus seiner Heimat, in der Krieg herrscht, nur flieht, um in Deutschland illegal Filme herunterzuladen?"