Google Deutschland GmbH hat einen Gesellschaftsanteil des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz erworben. Das DFKI ist nach eigenen Aussagen damit das bislang einzige Forschungsunternehmen in Europa, an dem sich Google durch Kapitaleinlage und Sitz im Aufsichtsrat als Industriegesellschafter beteiligt hat.

Selbstfahrende Autos, Roboter, selbstlernende Maschinen oder digitale Smartphone-Assistenten, die mitdenken, Industrie 4.0: Google gilt als eines der größten Forschungsunternehmen im Bereich der künstlichen Intelligenz. So groß, dass Unternehmerlegende Elon Musk schon mal orakelte, Google könnte irgendwann einmal "aus Versehen" die Menschheit auslöschen.

Gerade erst wurde Google in eine Holding umgewandelt, unter der neben der Suchmaschine alle Zukunftsprojekte angesiedelt sind. Ein Beweis, wie ernst es den Gründern Sergey Brin und Larry Page ist.

Google ist für Informatikstudenten der attraktivste Arbeitgeber

Nun forscht die DFKI GmbH auch für das Unternehmen aus Mountain View. Die Zusammenarbeit, hofft die DFKI, wird die Forschung auf die nächste Stufe heben und die Attraktivität für Universitätsabsolventen, Mitarbeiter und Auftraggeber drastisch erhöhen. Den Erfolgreichsten könnte ein Ticket ins Silicon Valley winken. Saarlands Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer ist stolz: "Für das Saarland ist Google als neuer DFKI-Gesellschafter ein weiterer Beleg für die Exzellenz der saarländischen Informatik", erklärt sie.

Google ist für deutsche Informatikstudenten in aktuellen Umfragen laut trendence Graduate Barometer 2015 Deutschlands attraktivster IT-Arbeitgeber. Das DFKI arbeitet bereits seit Längerem mit Google zusammen.

Große Hoffnungen hegt auch Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka: "Wir wollen den digitalen Wandel gestalten, auch das Internet der Dinge zu unserem Vorteil nutzen. Die Partnerschaft von DFKI und Google bietet dabei gute Entwicklungschancen."

Die Zusammenarbeit zwischen Google und DFKI ist vielfältig. So vergibt das IT-Unternehmen regelmäßig Forschungs- und Entwicklungsaufträge an das DFKI. Forschern des DFKI wurde seit 2005 bereits neunmal ein internationaler Forschungspreis von Google verliehen.

Auch über Personaltransfers sind die Verbindungen seit vielen Jahren intensiv: Mehr als 30 ehemalige Mitarbeiter und Studenten von DFKI-Professoren arbeiten seit Jahren in Google-Büros in München, Zürich und Mountain View. Das DFKI hat aber auch mehrfach Google-Forscher aus den USA für sich gewinnen können, zuletzt Dr. Georg Heigold, einen der Pioniere des Deep Learning, einer Renaissance des maschinellen Lernens auf der Basis mehrschichtiger neuronaler Netze.