Dunja Hayali bei der Verleihung der Goldenen Kamera in den Messehallen in Hamburg neben Moderator Thomas Gottschalk. © Christian Charisius/dpa

Das Landgericht Hamburg untersagt einem Facebook-Nutzer beleidigende Äußerungen gegen die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali. Per einstweiliger Verfügung verbietet ihm das Gericht entsprechende Hasskommentare auf der Facebook-Seite der Journalistin. Bei Zuwiderhandlung droht ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro.

Die Hasskommentare seien ein Beispiel für die brutalen Beleidigungen, die Dunja Hayali zurzeit zu ertragen habe, sagte ihr Anwalt Christlieb Klages. Die Beleidigungen stehen nicht in Zusammenhang mit der Rede gegen Hass und "Lügenpresse"-Vorwürfe, die Hayali am vergangenen Samstag bei der Verleihung der Goldenen Kamera in Hamburg gehalten hat. Die Hasskommentare auf ihrer Facebook-Seite stammen ihrem Rechtsanwalt zufolge aus der ersten Januarhälfte. Sie seien unter einem Facebook-Namen geschrieben worden, die Rückschlüsse auf den Klarnamen zuließen.

Die einstweilige Verfügung sei inzwischen per Gerichtsvollzieher zugestellt worden, sagte Klages. Gegen die Entscheidung des Landgerichts kann Widerspruch eingelegt werden.

Hayali hatte am Samstag bei der Preisverleihung eine Rede gehalten: "Glaubt eigentlich irgendjemand, dass das irgendwas bringt, dieser ganze Hass?", fragte die Journalistin, die in der Kategorie "Beste Information" mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet wurde. Sie werde als Journalistin wie viele Kollegen für die Berichterstattung zur Flüchtlingskrise angegriffen, sagte sie.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Verfasser von Hasskommentaren auf Facebook von der Justiz zur Rechenschaft gezogen worden ist. Im Oktober wurde eine Berlinerin wegen fremdenfeindlicher Äußerungen gegen Flüchtlinge zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Facebook will zudem gegen Hasskommentare auf seinen Seiten aktiv werden. Mitarbeiter in Berlin sollen Äußerungen auf Volksverhetzung prüfen und gegebenenfalls löschen.