Auf den Konten sei mit "terroristischen Taten gedroht" oder dafür geworben worden, meist im Zusammenhang mit der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS), teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Die Regierungen der USA und vieler anderer Staaten hatten die Betreiber Sozialer Netzwerke in den vergangenen Monaten dazu aufgefordert, die dschihadistische Propaganda im Internet einzudämmen. Erst vor wenigen Wochen versammelten Vertreter der US-Regierung und der US-Geheimdienste die Chefs führender Tech-Unternehmen im Silicon Valley, um mit ihnen über entsprechende Möglichkeiten zu sprechen. Twitter bekräftigte nun, es habe bereits Regeln, um extremistische Propaganda zu verhindern. "Wir verurteilen die Nutzung von Twitter, um den Terrorismus zu fördern", schreibt das Unternehmen.

Alle Twitter-Zugänge und -Mitteilungen würden sehr genau untersucht, ein entsprechendes Team sei dafür verstärkt worden. Neben den bereits geschlossenen Zugängen würde eine ganze Reihe von Accounts beobachtet, die ähnliche Merkmale aufwiesen. Twitter arbeite in seinem Kampf gegen Terrorismus eng mit den Strafverfolgungsbehörden und der Justiz zusammen.

Kein einfacher "Anti-Terror-Algorithmus" in Sicht

Es gebe allerdings keine einfache technologische Lösung, um den Missbrauch durch Dschihadisten zu bekämpfen, heißt es in der Erklärung weiter. Wie viele Experten und andere Firmen wüssten, gebe es keinen "Zauber-Algorithmus", um "terroristische Inhalte im Internet zu erkennen".

Laut dem Konzern sind bereits Folgen des verstärkten Vorgehens gegen Extremismus zu beobachten. So hätten sich dschihadistische Aktivitäten auf andere Kanäle verlagert.

Terrorismus - Die Propagandavideos des "Islamischen Staats" Die Terrororganisation "Islamischer Staat" verfolgt zwei Ziele mit ihren aufwändig produzierten Propagandavideos: Rekrutierung und Abschreckung. Yassin Musharbash analysiert einige Beispiele.