Mark Zuckerberg beim Townhall Q&A in Berlin © Facebook

Dieses Mal schlich er nicht unbemerkt von hinten durch die Publikumsreihen, wie noch beim Samsung-Event in Barcelona. Dieses Mal kam Mark Zuckerberg, Gründer und CEO von Facebook, ganz klassisch von der Seite auf die Bühne. Eine kurze Begrüßung, dann ging es los mit dem Townhall Q&A in der Arena in Berlin-Treptow. Dass an dieser Fragestunde für Studenten und andere eingeladene Facebook-Nutzer so gut wie nichts spontan und ungeplant war, wurde bereits bei der ersten Frage deutlich.

Ein etwas aufgeregter junger Mann wollte wissen, ob Facebook gedenke, Live-Videoübertragungen über mobile Geräte einzuführen, nach Art von Periscope und ähnlichen Apps. Ja, antwortete Zuckerberg, er könne heute verkünden, dass Facebook jetzt eine entsprechende Funktion in der Android-App einführen werde, so wie es sie in der iOS-App in rund 30 Ländern bereits gebe.

So ein Zufall.

Was dann folgte, entsprach einem einfachen Muster: Immer jeweils eine Frage zu einem Facebook-Produkt oder -Projekt, dann eine zu einem kritischen Thema, dann eine persönliche Frage. Nachfragen waren nicht erwünscht, Pressefragen auch nicht.

Berlin - Facebook will stärker gegen Hasskommentare vorgehen Bei seinem zweitägigen Besuch in Berlin hat der Facebook-CEO Mark Zuckerberg ein konsequenteres Vorgehen gegen Hasskommentare auf Facebook angekündigt. "Es wird uns jetzt klar, wie sensibel die Deutschen auf das Thema Flüchtlinge reagieren", sagte Zuckerberg.

Beschränktes Vokabular

Zuckerberg beantwortete fast alles mit einem sehr beschränkten Vokabular aus der Facebook-Welt: power, share, care about, express yourself, doing a good job. Oder gleich mit ganzen Satzbausteinen, die er schon bei seinen Auftritten der vorangegangenen Tage verwendet hatte.

Mit diesem Vokabular blieb er vage, ganz selten wurde er konkret. Etwa auf die Frage nach dem künftigen Umgang mit Hasskommentaren: Rund 200 Menschen würden in Deutschland nun daran arbeiten, solche Kommentare zu überprüfen und gegebenenfalls zu löschen. Es war das erste Mal, dass Facebook diese Zahl nannte. Zudem würden Migranten in den Facebook-Gemeinschaftsstandards künftig als schützenswerte Gruppe betrachtet, was zur vermehrten Löschung von fremdenfeindlichen Botschaften führen müsste. Bisher habe Facebook diese Aufgabe nicht gut genug erledigt, sagte Zuckerberg. Hatespeech habe aber auf Facebook "keinen Platz".

Gefragt hatte ein Student des Hasso-Plattner-Instituts in Potsdam. Die Privatuni hatte zwei Tage zuvor eine Pressemittelung verschickt, in der sie verkündete, einer der ihren sei von Facebook ausgewählt worden, Zuckerberg eine Frage zu stellen. In Berlin trug der junge Mann ein weißes Hemd mit einem unübersehbaren Aufdruck des Instituts. Und obwohl Zuckerberg zunächst sagte, zu dem brisanten Thema werde es heute sicherlich viele Fragen geben, blieb es die einzige.

So ein Zufall.

Je eine Frage gab es auch zum Thema Privatsphäre und zu Facebooks Newsfeed-Algorithmus. In Sachen Datenschutz sah Zuckerberg praktisch keine Defizite bei Facebook, und die Existenz der Filter Bubble bezeichnete er als Mythos.