Die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Dienstanbieter (FSM) hat 2015 einen Rekord an Beschwerden über Inhalte im Internet registriert. Insgesamt gingen 5.448 Meldungen ein, im Vorjahr waren es 4.949. Stark zugenommen hat die Zahl der Beschwerden wegen rechter und rassistischer Sprüche. Das teilte die FSM in Berlin mit.

Bei der FSM waren 2015 139 Fälle volksverhetzender Inhalte gemeldet worden, das ist fast das Dreifache der 50 Beschwerden im Jahr 2014. Noch klarer ist die Tendenz bei rechtsradikalen Inhalten. Dort stieg die Zahl der Beschwerden um das Achtfache. 2014 waren es 32, ein Jahr später 256 Fälle. Bei der großen Mehrzahl ging es um das Verbreiten verfassungsfeindlicher Kennzeichen oder Propagandamittel (201 Fälle). Nicht ganz so häufig waren Mitteilungen über Holocaustleugner (55 Fälle). 

Es lasse sich jedoch nicht klar bestimmen, ob es deutlich mehr rechtsradikale Inhalte auf Webseiten gibt. Es könne auch sein, dass die Sensibilität für diese Inhalte zugenommen habe, teilte die FSM mit. Die Zunahme der Beschwerden stehe möglicherweise im Zusammenhang mit den Diskussionen um die gestiegene Flüchtlingszahl in Deutschland.

Laut FSM wuren 1.542 Fälle von kinder- (1.429) oder jugendpornografischen (113) Inhalten angezeigt. 2014 waren es zusammen 1.359. Der Anstieg in diesem Bereich könne unter Umständen auch auf die Verschärfung des Sexualstrafrechtes zurückzuführen sein, schrieb die Organisation. Seit 2015 sind einige Posen strafbar, die vorher nur vom Jugendmedienschutzrecht erfasst wurden. 

Die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter ist nach eigenen Angaben eine Selbstkontrolleinrichtung für den Bereich Telemedien, also Internet, Teletext und Mobilfunk. Der Verein engagiert sich für die Bekämpfung illegaler, jugendgefährdender und entwicklungsbeeinträchtigender Inhalte in Online-Medien.