Datenschutz - Kartellamt überprüft Facebook Das Bundeskartellamt prüft Facebooks Datenschutzpolitik. Die Behörde vermutet, dass der US-Konzern seine Marktmacht mit 1,6 Milliarden Nutzern missbrauchen könnte.

Das Bundeskartellamt will in einem Verfahren prüfen, ob die Nutzungsbedingungen von Facebook rechtswidrig sind. Die Nutzer von Facebook können laut Kartellamt nur schwer nachvollziehen, welchen Umfang ihre Einwilligung zur Erhebung und Nutzung ihrer Daten hat. Es bestünden "erhebliche Zweifel" an der Zulässigkeit dieser Vorgehensweise – insbesondere nach deutschem Datenschutzrecht.

Weil es "Anhaltspunkte" gäbe, dass Facebook auf dem Markt für soziale Netzwerke marktbeherrschend sei, könnte ein solcher Verstoß auch kartellrechtlich missbräuchlich sein. Facebooks Daten ermöglichten durch die Bildung von Nutzerprofilen Werbekunden ein zielgenaues Werben, teilte die Wettbewerbsbehörde mit. "Marktbeherrschende Unternehmen unterliegen besonderen Pflichten", sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt.

Das Verfahren richtet sich gegen den Konzern Facebook in den USA, gegen die irische Tochter des Unternehmens sowie gegen Facebook Germany in Hamburg, wie das Kartellamt mitteilte.

Berlin - Facebook will stärker gegen Hasskommentare vorgehen Bei seinem zweitägigen Besuch in Berlin hat der Facebook-CEO Mark Zuckerberg ein konsequenteres Vorgehen gegen Hasskommentare auf Facebook angekündigt. "Es wird uns jetzt klar, wie sensibel die Deutschen auf das Thema Flüchtlinge reagieren", sagte Zuckerberg.

Facebook reagierte gelassen. "Wir sind überzeugt, dass wir das Recht befolgen, und werden aktiv mit dem Bundeskartellamt zusammenarbeiten, um dessen Fragen zu beantworten", sagte eine Sprecherin.

Diverse deutsche Datenschützer und Verbraucherorganisationen werfen Facebook schon seit einiger Zeit vor, zu viele Daten zu erheben und dies nicht transparent genug zu tun. Das Kartellamt führe das Verfahren in engem Kontakt unter anderem mit Datenschutzbeauftragten, Verbraucherschutzverbänden und der EU-Kommission, so die Behörde.