Spot, ein Roboter von Boston Dynamics, bei einer militärischen Übung 2015 © US Marines

Die Google-Dachgesellschaft Alphabet will den Roboter-Entwickler Boston Dynamics nach gut zwei Jahren offenbar schon wieder loswerden. Mögliche Käufer seien Toyota und Amazon, berichtet Bloomberg. Die Verantwortlichen hätten entschieden, dass von Boston Dynamics in den nächsten Jahren keine vermarktbaren Produkte zu erwarten seien, hieß es unter Berufung auf informierte Personen.

Die Übernahme von Boston Dynamics durch Google Ende 2013 hatte für einige Diskussionen gesorgt, da die Firma auch Roboter im Auftrag des US-Militärs entwickelt hatte. Ein Modell war als eine Art mechanischer Packesel fürs Schlachtfeld gedacht.

In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder aufsehenerregende Videos gegeben, die Fortschritte der Roboter von Boston Dynamics demonstrierten. Erst vor wenigen Wochen wurde ein Modell gezeigt, das auch auf Schnee im Wald laufen konnte, Türen aufmachen – was durchaus bemerkenswert ist – und von allein aufstehen konnte, nachdem es von einem Menschen umgeschubst wurde. Außerdem konnte der Roboter Kisten vom Boden aufheben und in Regale stellen.

Google soll Roboter als "beängstigend" bezeichnet haben

Innovation - Auch ein Roboter muss sich Mobbing nicht gefallen lassen Das Unternehmen Boston Dynamics hat einen neuen, humanoiden Roboter vorgestellt. Atlas läuft fast so wie ein Mensch und kann aufstehen, wenn er hinfällt. Oder von seinen Entwicklern geschubst wird.

Google hatte vor einigen Jahren ein ambitioniertes Roboter-Programm gestartet und dafür eine Reihe von Unternehmen zusammengekauft. Die treibende Kraft war Andy Rubin, federführender Entwickler und langjähriger Chef des Mobilbetriebssystems Android, der im Roboter-Projekt eine neue große Aufgabe gefunden hatte. Im Herbst 2014 verließ Rubin Google allerdings.

Das Roboter-Programm mit dem internen Namen Replicant – wie die Bioroboter im Film Blade Runner – soll danach laut Medienberichten durch Führungswechsel zurückgeworfen worden sein. Im Dezember sei es ins Entwicklungslabor Google X eingefügt worden – bis auf Boston Dynamics, das zum Verkauf gestellt worden sei, berichtet Bloomberg.

Laut Protokollen eines Treffens von November, die bei Google auf einer internen Seite veröffentlicht worden seien, wurde Boston Dynamics eine mangelnde Kooperationsbereitschaft mit anderen Bereichen des Konzerns vorgeworfen. Nach dem jüngsten Video warnte die Sprecherin von Google X demnach auch, im Internet gebe es negative Kommentare, dass die humanoiden Roboter beängstigend seien und die Jobs von Menschen übernehmen könnten. "Wir werden dieses Video nicht kommentieren, weil wir dem nicht viel hinzufügen können und die meisten Fragen, die es aufwirft, nicht beantworten wollen", schrieb sie Bloomberg zufolge.

Die von Bloomberg genannten möglichen Käufer sind beide bereits in der Robotik-Entwicklung aktiv. Amazon entwickelt eigene Roboter für seine Logistikzentren und übernahm dafür die Firma Kiva. Sie baut Roboter, die durch Lagerhäuser fahren. Japan gilt als zukunftsträchtiger Roboter-Markt, unter anderem für den Einsatz als Altenpfleger. Andere japanische Unternehmen wie Toshiba oder der Mobilfunkkonzern Softbank sind in dem Bereich sehr aktiv.