Facebook will mit einem neuen Algorithmus die Anzahl von Meldungen mit Clickbait-Schlagzeilen in der Benutzeransicht des sozialen Netzwerkes reduzieren. Das sind Überschriften, die bewusst relevante Informationen verschweigen oder mit Übertreibungen falsche Erwartungen wecken, sodass Nutzer zur Aufklärung auf den Artikel klicken müssen. Facebook-Nutzer hätten sich vermehrt über solche Meldungen beschwert, teilte das Internetunternehmen mit

Mit Clickbait-Schlagzeilen versuchen Websites, potenzielle Leser anzulocken. Clickbait könnte im Deutschen mit "Klickköder" übersetzt werden. Beispiele dafür sind Formulierungen wie: "Was als Nächstes geschah, ist unglaublich!" Oder: "Äpfel schaden in Wirklichkeit Ihrer Gesundheit." Im letzteren Fall werden falsche Erwartungen erzeugt, denn Äpfel sind in der Regel nur schädlich, wenn man viel zu viele von ihnen isst. Viele Nutzer klicken auf Meldungen mit Überschriften dieser Art und kehren kurze Zeit später auf Facebook zurück, weil die Nachricht weniger spannend ist, als ihre Schlagzeile suggerierte.

Facebook kündigte einen Algorithmus an, der typische Clickbait-Überschriften und die Seiten, von denen diese stammen, ermitteln kann. Die Seiten würden in Zukunft bemerken, dass ihre Artikel weniger häufig im sozialen Netzwerk verbreitet werden. Wenn sie sich dazu entschieden, weniger Clickbait-Meldungen zu posten, würden ihre Artikel wieder mehr verbreitet.

Für den Kampf gegen Clickbait werteten Facebook-Mitarbeiter nach Unternehmensangaben mehrere Tausend Überschriften aus. Das Netzwerk mit rund 1,7 Milliarden Nutzern hatte sich schon zuvor gegen diese Art der Artikelaufmachung positioniert.