Das Smartphone belegt einer Studie zufolge 2016 erstmals den Spitzenplatz bei den meistgenutzten Geräten für den Internetzugang. Wie aus der ARD/ZDF-Onlinestudie 2016 hervorgeht, gehen 66 Prozent der Deutschen per Mobiltelefon ins Netz – und nahezu jeder 14- bis 29-Jährige. Damit liegt das Smartphone noch vor dem Laptop, mit dem 57 Prozent ins Internet gehen.

Auch bei der Internetverbreitung insgesamt verzeichnen die Statistiker einen deutlichen Anstieg: Demnach stieg die Zahl der Menschen, die regelmäßig oder gelegentlich ins Internet gingen, um zwei Millionen auf 58 Millionen, was 84 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung entspricht. Täglich nutzen fast zwei Drittel der Bevölkerung oder 45 Millionen Menschen das Internet.

Da praktisch jeder jüngere Mensch regelmäßig oder zumindest gelegentlich das Internet nutzt, gehen die Zuwächse vor allem auf die älteren Menschen zurück. So stieg etwa der Anteil bei der Altersgruppe ab 60 Jahre, die zumindest gelegentlich online geht, innerhalb eines Jahres von 50 auf 57 Prozent.

Im Durchschnitt verbringen die Deutschen täglich zwei Stunden und acht Minuten im Netz – 20 Minuten mehr als im Vorjahr. Unter 30-Jährige bringen es auf fast doppelt so viel Internetzeit: Sie surfen täglich etwas mehr als vier Stunden.

Kommunikation und Medienkonsum

Der größte Teil der Internetnutzung entfällt auf Kommunikation und Medien. Zu den meistgenutzten Diensten in Deutschland zählen Facebook und WhatsApp: Gut jeder Fünfte ist der Untersuchung zufolge täglich auf Facebook und fast die Hälfte der deutschsprachigen Bevölkerung nutzt täglich WhatsApp. Weiter heißt es in der Studie: "Snapchat, insbesondere bei Teenagern beliebt, erreicht aktuell vier Prozent tägliche Reichweite, noch hinter Instagram mit sieben Prozent."

Etwas mehr als eine halbe Stunde täglich werden Medieninhalte konsumiert. Auf das Streamen von Fernsehbeiträgen entfallen dabei nur elf Minuten. Für die unter 30-Jährigen hat Onlinebewegtbild allerdings eine höhere Bedeutung: Sie liegt bei 30 Minuten täglich. Die Studienautoren führen das auf die Beliebtheit der YouTube-Stars der 14- bis 19-Jährigen zurück.

Die Zahl der Menschen, die täglich ins Internet gehen, wenn sie unterwegs sind, stieg der Studie zufolge auf 19 Millionen – das sind 28 Prozent der Bevölkerung. Nutzer, die auch mobil online gehen, verbringen täglich 35 Minuten mehr im Internet als stationäre Nutzer. Fast zwei Drittel der unter 30-Jährigen greifen täglich unterwegs auf Netzinhalte zu. Forscher führen die Unterschiede der mobilen Internetnutzung auch darauf zurück, dass jüngere Menschen deutlich häufiger Bus und Bahn fahren und dadurch mehr Gelegenheiten haben, ihr Smartphone zu nutzen.

Für die repräsentative Studie wurden im Auftrag von ARD und ZDF zwischen März und Mai bundesweit mehr als 1.500 Menschen ab 14 Jahren befragt.