Die AfD will im Bundestagswahlkampf 2017 Software-Roboter einsetzen, mit denen Stimmung in sozialen Netzwerken gemacht wird. "Selbstverständlich werden wir Social Bots in unsere Strategie im Bundestagswahlkampf einbeziehen", sagte Bundesvorstandsmitglied Alice Weidel dem Magazin Der Spiegel. "Gerade für junge Parteien wie unsere sind Social-Media-Tools wichtige Instrumente, um unsere Positionen unter den Wählern zu verbreiten."

Mit Social Bots können massenhaft Einträge zum Beispiel bei Twitter und Facebook automatisch generiert werden. Sie sehen so aus, als seien sie von menschlichen Nutzern geschrieben worden. Damit lässt sich zum einen Stimmung zu einem bestimmten Thema machen. Zum anderen können so massenhaft ablehnende Mitteilungen an Politiker und Parteien gesandt werden.

Donald Trump setzt im US-Wahlkampf massiv auf Bots. Laut einer Studie der Oxford University (pdf) wird ein Drittel der Pro-Trump-Postings auf Twitter von Bots generiert, bei Hillary Clinton ist es knapp ein Viertel.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Wochenende einen Schulterschluss der Parteien angeregt, um gemeinsam gegen den Einsatz von Social Bots zu kämpfen. Derlei Absprachen über eine gemeinsame Linie gebe es allerdings "bislang nicht", sagt CDU-Generalsekretär Peter Tauber. Den Einsatz von Bots für die eigene Partei schließt er wie die anderen Parteien aus. 

Beim Koalitionspartner SPD stößt man mit der Forderungen nach einem Schulterschluss auf offene Ohren: "Die sozialen Medien werden in unserem Wahlkampf eine wesentliche Rolle spielen. Aber den Einsatz von Bots lehnen wir ab", sagt SPD-Generalsekretärin Katarina Barley. Auch Linke, FDP und Grüne teilten bereits mit, sie würden im Wahlkampf keine Social Bots einsetzen.