Wie mehrere US-Medien berichten, kennzeichnen Googles Qualitätsprüfer Hassbeiträge und Falschnachrichten künftig als offensive (beleidigend). So sollen die Algorithmen langfristig lernen, etwa rassistische oder sexistische Inhalte zu erkennen und diese weiter unten anzuzeigen als andere Inhalte.

"Wir vermeiden den Begriff Fake-News hier ganz bewusst, weil er uns zu vage ist", sagte Google-Ingenieur Paul Haahr dem Technikblog Search Engine Land. Haahr leitet die Weiterentwicklung der Google-Suchalgorithmen. "Informationen, die bewiesenermaßen falsch sind, wollen wir auf diese Weise aber aussortieren." Google zensiert solche Beiträge allerdings nicht, weiter unten lassen sie sich immer noch finden.

Das Unternehmen kommentierte die Änderungen zunächst nicht. Google lässt schon jetzt Prüfteams nach fragwürdigen Beiträgen wie etwa Pornografie suchen, die gemeldet und daraufhin nachrangig angezeigt werden.

In den 200-seitigen Richtlinien, die Googles gut 10.000 Qualitätsprüfer zur Einordnung nutzen, wird als Beispiel für einen beleidigenden Inhalt eine Website aufgeführt, die "10 Gründe, warum der Holocaust nicht passiert ist" aufzählt. Wenn ein Nutzer künftig nach "Holocaust Geschichte" oder gar nach "Holocaust nicht passiert" sucht, soll ein solches Ergebnis nachrangig angezeigt werden.

Justizminister - "Es werden zu wenig strafbare Äußerungen gelöscht" Bundesjustizminister Heiko Maas will Bußgelder gegen Betreiber sozialer Netzwerke verhängen, wenn diese veröffentlichte Hasskommentare auf ihren Plattformen nicht vollständig oder nicht rechtzeitig löschen. © Foto: Kay Nietfeld/dpa