Facebook hat ein Programm vorgestellt, mit dem es schärfer gegen sogenannte Rachepornos vorgehen will. Ohne Zustimmung des Betroffenen veröffentlichte intime Aufnahmen, die von Nutzern gemeldet und entfernt worden seien, sollen demnach künftig mit einer besonderen Bilderkennungssoftware erfasst werden, um eine Weiterverbreitung von Kopien zu verhindern.

Das Programm werde auch bei den Online-Diensten Instagram und Messenger angewandt, die ebenfalls zu Facebook gehören. Mehrere Recherchen des britischen Senders BBC hatten gezeigt, dass Facebook Bilder und Videos im Bereich Kinderpornografie bisher nicht konsequent gelöscht hatte.

Die zuständige Facebookmanagerin Antigone Davis bezeichnete den neuen Schritt als "Teil unserer anhaltenden Bemühungen", das Soziale Netzwerk für seine Nutzer sicher zu machen. Facebook werde Nutzerkonten, auf denen intime Fotos oder Videos ohne Zustimmung der Betroffenen geteilt würden, "in den meisten Fällen" sperren, schrieb sie auf ihrem Internet-Blog. Nutzer, die bereits geblockte Fotos weiterverbreiten wollen, werden demnach auf die Löschung hingewiesen.

Facebookgründer und -CEO Mark Zuckerberg hatte im Februar versprochen, dass Facebook mehr  Verantwortung übernehmen werde. Er schrieb unter anderem: "Auf unserem Weg zu einer Weltgemeinschaft ist dies ein Moment der Wahrheit. Ob diese Gemeinschaft gelingt, zeigt sich nicht nur darin, ob wir Videos drehen und sie mit Freunden teilen können. Genauso wichtig ist, ob diese Gemeinschaft uns Sicherheit gibt, Schäden verhindert, in Krisen und beim Wiederaufbau hilft."