Der iranische Vizestaatsanwalt Abdolsamad Choramabadi hat am Montag bestätigt, was offiziell bereits gilt: Im Iran bleibt Twittern verboten.

Choramabadi sagte, die Justiz habe den Kurznachrichtendienst filtern lassen und halte daran fest, dass eine Twitter-Mitgliedschaft illegal sei. Berichten iranischer Medien zufolge soll der Jurist betont haben, dass das Verbot auch für Amtsträger und offizielle Posten gilt. 

Kümmern wird das vermutlich wenige Iraner. Millionen Einwohner der Islamischen Republik sind Mitglieder bei Twitter. Sogar der iranische Präsident Hassan Ruhani twittert trotz des Verbots.

Die Bestätigung des Verbots folgte auf ein Ersuchen des iranischen Kommunikationsministeriums, das sich für eine Aufhebung dieser Regel ausgesprochen hatte. Auch der Großteil der iranischen Medien und hochrangige Politiker nutzen Twitter regelmäßig.

Doch nicht nur Twittern ist im Iran nicht erlaubt, auch die Nutzung anderer sozialer Netzwerke ist gesetzlich untersagt. Ein Verbot, das rund 40 Millionen Iraner ignorieren.

Um soziale Netzwerke nutzen zu können, müssen sich die Menschen im Iran mit verschlüsselten Zugängen behelfen und Datentunnel nutzen. Von den Iranern im Alter zwischen 18 und 29 sollen fast drei Viertel mindestens eines der verbotenen Netzwerke nutzen. Auf die Frage, wie die nun alle sanktioniert werden könnten, hatte die iranische Justiz noch keine Antwort.