Es riecht nach Rindenmulch. Im Apple Park, dem geländegewordenen ultimativen Apple-Produkt, stinkt es noch ein bisschen. Neben den betonierten Pfaden ist mehr braun zu sehen als grün, denn die Hügellandschaft ist noch nicht fertig bepflanzt. Doch das alles ist sofort vergessen, wenn man den Eingang zum Steve Jobs Theater erreicht.

Wenn der gigantische Ring im Zentrum des Parks das Ufo ist, dann ist dieser Eingang zum Theater das Landungsschiff für die freundliche Kontaktaufnahme zu den Erdlingen. Kreisrund, etwa 50 Meter im Durchmesser, sechs Meter hohe Wände aus Glas, das Dach wie eine Metallscheibe oben drauf gelegt.

Drinnen gibt es keinerlei Sitzgelegenheiten oder sonstige Möbel. Nur zwei wie gemalt wirkende Treppen aus hellem Spezialbeton nach unten ins unterirdisch gelegene Auditorium und ein gläserner Fahrstuhl, der während der Fahrt rotiert. Wer nicht wüsste, wo er ist, würde hier trotzdem als Erstes an Apple denken.

Die Vorstellung des iPhone X und der anderen neuen Produkte am Dienstag war die erste Veranstaltung hier. Es ist zweifellos ein angemessener Ort, um Technologie zu zelebrieren, die immer Millionen von Menschen begeistert und manchmal die Welt verändert.

Die kleinen Schwächen im Detail sind dafür umso kurioser, aber vielleicht einfach typisch für Apple. So hat zwar jeder Sitz im Auditorium eine Steckdose, damit Medienvertreter hier besser arbeiten können als in den großen bestuhlten Sälen in San Francisco, die Apple früher für seine Produktpräsentationen angemietet hatte. Für Apple ist das fast schon eine Art Zugeständnis, schließlich betont das Unternehmen stets, man könne mit seinen Produkten auch stundenlang ohne jedes Kabel arbeiten. Aber daran, dass ausländische Journalisten mit manchmal etwas klobigen Adaptern kommen, haben die Innenarchitekten offensichtlich nicht gedacht. In die Steckdosen passen jedenfalls nur schlanke Stecker.

Ein Firmensitz für angeblich fünf Milliarden Dollar

Doch nicht nur das Steve Jobs Theater wurde im Andenken an seinen Namensgeber entworfen. Der ganze, angeblich fünf Milliarden Dollar teure Apple Park soll ein Monument werden – schon allein, weil Jobs Jahre seines Lebens auf die Planung des Hauptquartiers verwendet hatte, mit dem für ihn typischen, manischen Sinn für Details.

Fest steht, das der Kontrast zu vielen anderen Techfirmen, wie sie entlang des Highway 101 stehen, nicht größer sein könnte. Der Apple Park ist ein Statement, die Firmenzentralen von Oracle, McAfee oder Intel sind dagegen – zumindest äußerlich – charakterlose Quader.