Im Milliarden-Kartellstreit um die Benachteiligung von Rivalen bei Preisvergleichen kommt Google der EU-Kommission entgegen. Das US-Unternehmen lagert sein Geschäft mit Produktanzeigen in eine eigenständige Einheit aus. Sie solle mit Wettbewerbern auf gleicher Basis um Anzeigenplätze wettbieten, teilte Google am Mittwoch mit. Am heutigen Donnerstag läuft die Frist aus, bis zu der Google die Kritikpunkte der Kommission ausräumen musste.

Die Brüsseler Kommission hatte im Juni wegen der Produkt-Anzeigen in Suchergebnissen eine Rekord-Wettbewerbsstrafe von 2,42 Milliarden Euro gegen Google verhängt. Die zuständige Kommissarin Margrethe Vestager wirft dem Unternehmen unfairen Wettbewerb vor: Es habe seine dominierende Position zum Schaden von Konkurrenten und Verbrauchern missbraucht indem in den Suchergebnissen der eigene Shoppingdienst prominenter angezeigt wurde. Google zog gegen die Kartellstrafe vor Gericht.

Es sei zu früh, die Pläne Googles abschließend zu kommentieren, hieß es vonseiten der EU-Kommission und  EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager am Mittwoch. "Wir werden das aktiv beobachten." Google müsse künftig außerdem alle vier Monate einen Bericht zum Stand der Dinge vorlegen. Der erste werde Anfang des Jahres erwartet. Die Kommission kann die Erfüllung der Auflagen fünf Jahre lang überwachen.

Google sucht den Kompromiss

Mit  der Ausgliederung  der Shoppingsuche bietet Google nun einen Kompromiss an.  "Wir geben Vergleichsdiensten die gleiche Möglichkeit, Produktanzeigen von Händlern auf Google-Suchseiten anzuzeigen wie Google Shopping", sagen die Verantwortlichen von Google und erklären die Änderung auch in einer Grafik auf Twitter. Um für die Anzeigenplätze mitzubieten, müsste  Google dann sein eigenes Kapital aufwenden.

Die Wettbewerber sind nicht überzeugt. Sie hatten im Vorfeld bereits kritisiert, dass sie um die Anzeigenplätze gegen Google bieten müssten, statt sie kostenlos zu bekommen. Die Annahme, ein solches Angebot löse die Probleme auf dem Markt für Shopping-Suchen, sei falsch, sagte Richard Stables, Chef des Vergleichsdienstes Kelkoo. Schon 2013 hatte Google einen Kompromissvorschlag vorgelegt.

Aus Sicht von Google geht es in den Forderungen der Kommission aber grundsätzlich darum, dass alle Dienste gleich behandelt werden müssten. Dies sei mit dem neuen Vorschlag gegeben, betonte das Unternehmen.