Natürlich weiß ich, wie ich eine Deckenlampe anschließe; schon Dutzende Male gemacht. Doch als ich letztens in meiner neuen Wohnung auf der Leiter stand, zückte ich doch wieder das Smartphone und fragte Google: "Wie schließe ich eine Lampe an?" Sicher ist sicher.

Wer wissen will, was Phase ist (das schwarze Kabel), fragt die Suchmaschine seines Vertrauens. Wer wissen will, wie er seine Klospülung repariert, einen Fahrradschlauch wechselt oder eine eigene Kücheninsel baut, ebenfalls. Jahr für Jahr zählen How-to-Anfragen weltweit zu den häufigsten Suchbegriffen auf Google. Seit 2004 sei die Zahl solcher Anfragen um 140 Prozent gestiegen, schreibt Google in einem Blogbeitrag. Auf der Website how-to-fix-a-toilet.com hat das Unternehmen jetzt gemeinsam mit dem Datenjournalisten Xaquín González Veiradie beliebtesten Anfragen visualisiert.

Dabei lassen sich regionale Unterschiede erkennen. Weltweit reparieren die Menschen vor allem Fenster, Wände und Türen. Doch in den USA wird weit häufiger gegoogelt, wie eine Toilette repariert werden kann, als beispielsweise in Italien. Dort wollen die Nutzer eher wissen, wie sie ihren Kühlschrank reparieren. In Russland und Teilen Osteuropas dagegen schlägt die Suche nach Tipps zur Waschmaschine so ziemlich alles. Über die Gründe lässt sich mutmaßen: Möglicherweise hapert es einfach am Kundenservice, sodass die Besitzer selbst Hand anlegen müssen. Die Klos und Steckdosen in Russland gehen dafür offenbar fast nie kaputt.

Neben den Reparaturanfragen haben die Verantwortlichen von Google auch die 100 weltweit beliebtesten How-to-Suchbegriffe ausgewertet. Darunter finden sich ebenso erschreckend allgemeine wie kurios spezielle Anfragen. Wir haben sie uns genauer angeguckt und geben zehn Antworten, die nicht auf der ersten Trefferseite von Google stehen.

1) Wie binde ich eine Krawatte?

Es kommt der Tag im Leben eines Mannes, an dem er nicht mehr seine Eltern, Schwiegereltern, Partnerin oder Steuerberater fragen möchte, wie er einen Schlips bindet. Entschlossen zieht er sich vor den Spiegel zurück, die Krawatte in den Händen, das Smartphone ungelenk auf der Anrichte im Badezimmer platziert. Und dann wird geknotet, gebunden, geflucht und zwischendurch recherchiert, wie eigentlich ein Spiegel funktioniert (ernsthaft, wer hat Spiegelverkehrtheit erfunden?). Zehn oder auch sechzig Minuten später kommt vielleicht etwas dabei heraus, das halbwegs einem Krawattenknoten ähnelt. Es ist zwar nicht der ursprünglich geplante doppelte Windsor, aber ein einfacher Knoten tut es diesmal ja auch. Die richtig abgefahrenen Knoten lernen wir dann nächstes Jahr. Ganz bestimmt.

2) Wie küsst man?

Küssen ist einfach und doch ein bisschen furchteinflößend, nicht nur für Teenager, deren Hormone jedes Mal ausflippen, wenn sie einen Labello-Werbespot sehen. Der erste Kuss mit einem neuen Menschen ist immer neues Terrain. Die Aufregung! Die Erwartungshaltung! Links oder rechts lehnen, Ober- oder Unterlippe umschließen? Und die Zähne, oh Gott, hoffentlich berühren sich die Zähne nicht! In der Realität sollte man sich über all das nicht so viele Gedanken machen. Erste Küsse laufen selten wie in Casablanca ab. Dabei ist die Technik zweitrangig. Der beste Kuss ist der, der ernst gemeint ist – wobei man sich für das erste Busserl vielleicht doch besser nicht an den Songtexten von KISS orientieren sollte.

3) Wie werde ich schwanger?

Nicht durch Küssen.