Der letzte Akt im Theater um ein Affen-Selfie endet mit einem Vergleich: Die umstrittene Tierschutzorganisation Peta ließ vor einem US-amerikanischen Bundesgericht ihre Berufungsklage gegen den britischen Fotografen David Slater fallen, der die Rechte an den Fotos für sich reklamiert hatte. Im Gegenzug habe sich Slater verpflichtet, 25 Prozent der künftigen Einnahmen aus einem Buch mit den Affenfotos für den Erhalt der Makaken-Lebensräume in Indonesien zu spenden, teilte Peta mit. Damit sind Fotos, die von Tieren aufgenommen werden, weiterhin nicht urheberrechtlich geschützt. Eine Grundsatzentscheidung vor dem US-Supreme Court wird von Peta demnach nicht mehr angestrebt.

Der Fall war im August 2014 bekanntgeworden, weil in der Wikipedia mehrere Fotos hochgeladen worden waren, die der Naruto genannte Affe mit Slaters Kamera im Jahr 2011 geknipst hatte. Das Onlinelexikon weigerte sich nach einer Beschwerde des Fotografen, die Bilder zu entfernen. Das Argument: Slater verfüge über kein Urheberrecht an den Fotos, da er die Bilder nicht selbst aufgenommen habe. Wenige Wochen später sprach die US-Copyright-Behörde Tieren grundsätzlich die Rechte an eigenen Werken ab.

Hohe Gerichtskosten drohten

Peta ging anschließend noch einen Schritt weiter. Die Organisation verlangte eine Entschädigung für den Affen, weil der Fotograf die Bilder unrechtmäßig auf der Plattform Blurb vermarktet haben soll. Doch der zuständige Bezirksrichter wies die Klage gegen Slater und Blurb im Januar 2016 ab. Einem Bericht von Ars Technica zufolge zeichnete sich im August 2017 bereits eine außergerichtliche Einigung ab. Möglicherweise wollte Peta damit verhindern, im Falle einer weiteren Niederlage auf Gerichtskosten von Hunderttausenden Dollar sitzenzubleiben. Teile des Vergleichs, die mögliche Zahlungen an Blurb für die Deckung der Anwaltskosten enthalten könnten, sind laut Ars Technica geheim.

Der finanzielle Erfolg für Narutos Lebensraum dürfte sich in Grenzen halten. Slater erzielt nach eigenen Angaben kaum Einnahmen aus der Vermarktung der Bilder. Zudem hat ihn der Prozess wegen der Anwaltskosten finanziell in den Ruin getrieben. Dem britischen Guardian sagte er im vergangenen Juli, dass er sich das Fotografieren nicht mehr leisten könne. Er überlege stattdessen, Tennislehrer zu werden oder Hunde auszuführen. Selbst den Flug zum Gerichtsverfahren nach San Francisco habe er nicht mehr zahlen können.