Drei Viertel der Eltern in Deutschland machen sich Sorgen über das Surfverhalten ihrer Kinder, das geht aus dem aktuellen Jugendmedienschutzindex hervor. Am meisten fürchten Eltern demnach, dass ihre Kinder mit Fremden in Kontakt kommen, Gewalt und Pornos sehen oder von Cybermobbing und Datenklau betroffen sein könnten. Für die repräsentative Studie wurden 805 Kinder und Jugendliche und jeweils ein Elternteil befragt.

Vier von zehn Eltern verbieten der Studie zufolge ihren Kindern ein Profil in sozialen Netzwerken anzulegen. Fast alle (94 Prozent) sehen sich selbst in der Verantwortung ihre Kinder zu schützen. Dabei glaubt nur etwa jeder zweite Elternteil, überhaupt genügend Netzkompetenz dafür zu besitzen. Die Jugendlichen sind da selbstbewusster: 69 Prozent sprechen sich Internetwissen zu. In einem sind Kinder und Eltern sich einig: Ab 13 Jahren verstehen die Jugendlichen mehr vom Netz als Erwachsene.

Unter den Eltern machen 81 Prozent auch Facebook und andere soziale Plattformen für sicheres Surfen verantwortlich. Immerhin drei Viertel der besorgten Eltern erwarten auch von den Schulen (74 Prozent) und von der Politik (72) mehr Bemühungen für ein kindersicheres Netz. In Auftrag gegeben wurde die Studie von der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Dienstanbieter (FSM).

Eine Studie im vergangenen Jahr hatte ergeben, dass schon 95 Prozent der Achtjährigen Onlinecommunitys wie Facebook und Messenger wie WhatsApp kennen. 20 Prozent von ihnen nutzen Messenger sogar aktiv – und das obwohl die Software eigentlich erst ab 13 Jahren erlaubt ist. Zwei Drittel der Eltern verbieten ihren drei- bis achtjährigen Kindern das Internet ganz.