Twitter will Konten von Staats- und Regierungschefs auch dann nicht einschränken, wenn sie mit ihren Tweets möglicherweise gegen die Regeln des Netzwerks verstoßen. Der Dienst teilte mit, ranghohe Politiker würden einen besonderen Status genießen. Ihre Aussagen hätten sehr große Wirkung auf die Gesellschaft, hieß es in einer Stellungnahme des Unternehmens.

Damit wehrt sich Twitter gegen die Forderung, das Konto von US-Präsident Donald Trump stillzulegen. Das Unternehmen argumentiert, würde es die strittigen Tweets löschen, würden wichtige Informationen zurückgehalten, welche die Menschen erfahren und über die sie debattieren müssten. Auch würde ein Politiker durch die Löschung einzelner Tweets oder seines Accounts nicht schweigen. Eine notwendige Diskussion über Wörter oder Handlungen würde hingegen erschwert, heißt es in der Stellungnahme.

Twitter wolle helfen, die öffentliche, weltweite Konversation voranzutreiben, schreibt das Unternehmen. Bereits im September hatte Twitter deutlich gemacht, dass der "Nachrichtenwert" und die Frage, ob ein Tweet von "öffentlichem Interesse" sei, vor einer Löschung geprüft würden.

Gefährden Trumps Tweets den Weltfrieden?

Hintergrund ist die jüngste Äußerung Trumps, er verfüge über einen "viel größeren" und mächtigeren Atomknopf als Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un. Kritiker sehen in dem Tweet und in Trumps anhaltender Präsenz auf Twitter eine Gefahr für den Weltfrieden und eine Verletzung von Twitter-Regeln zu Gewaltäußerungen.

Anfang November war Trumps Account einmal gesperrt – für elf Minuten. Damals machte das Unternehmen einen einzelnen Mitarbeiter für die Sperre verantwortlich. Trumps Konto @realdonaldtrump hat derzeit mehr als 46 Millionen Follower.