Apple Der Zankapfel hält die Konkurrenz auf Abstand
Apple will Google Voice nicht zulassen. Und umgekehrt Palm die Verwendung von iTunes verbieten. Die digitalen Hahnenkämpfe sind vor allem ein Ärgernis für Nutzer.
© Phillipe Lopez/AFP/Getty Images

Im Zubehör-Geschäft: Das geringste Problem beim Kauf eines neuen Handys ist noch, wenn die alte Hülle nicht mehr passt
Wie sehr Apple eigene Geräte und Ideen gegen andere Anbieter verteidigt, beweist einmal mehr der aktuelle Streit mit dem Smartphone-Hersteller Palm. Das neue Smartphone Palm Pre geht in einem ähnlichen Segment wie Apples iPhone auf Kundenjagd. Daran stört Apple vor allem, dass der Konkurrent für sein Telefon auch eine Schnittstelle zu dem beliebten Musikprogramm iTunes anbietet. Apple schloss Pre-Besitzer daher in letzter Zeit von mehreren Updates der Software aus. Palm schaltete daraufhin das USB-Forum ein, dessen Aufgabe es ist, über die offenen Standards der USB-Schnittstelle zu wachen.
Nun hat das USB-Forum an beide Unternehmen einen Brief geschrieben und sich damit erstmals zu dem Streit geäußert. Er könnte zu Apples Gunsten ausgehen. Denn Palm kündigte einen etwas abenteuerlichen Trick an, um Palm-Kunden weiterhin in den Genuss der iTunes-Updates kommen zu lassen: Das Unternehmen will einfach Apples Verkäufer-ID für seine eigenen Geräte verwenden, also die Hersteller-Kennung an den Geräten so verändern, dass iTunes den Palm für ein Apple-Gerät hält. Dass wäre ein klarer Verstoß gegen die USB-Regularien, sagte das USB-Forum und bat Palm dringend um Klarstellung.
Apples Argument, die Konkurrenz könne schließlich ihr eigenes Musikprogramm entwickeln und pflegen, leuchtet auf den ersten Blick ein. Aus Sicht der Nutzer stellt sich aber die Frage, ob dann in Zukunft mit der Entscheidung für ein Smartphone nicht zwangsläufig auch eine viel zu folgenreiche Entscheidung für bestimmte Anwendungen gefällt werden muss: Denn im schlimmsten Fall würde man ein Handy nicht mehr kaufen, weil der Akku lange hält oder weil man damit gut telefonieren kann, sondern schlicht, weil die eigene Musiksammlung nur auf diesem Gerät vernünftig abspielbar ist.
Das Beispiel der einheitlichen Handystecker, die jetzt auf EU-Initiative durchgesetzt wurden, belegt, wie solche herstellerunabhängigen Standards helfen, den täglichen Alltagsärger zu reduzieren. Allerdings steckt in der digitalen Welt der Kampf gegen Systeme, die nicht zusammen passen, in vielen Bereichen noch in den Kinderschuhen.
Auch umgekehrt zankt sich Apple gerade mit mehreren Unternehmen darüber, welche Software es auf seinem iPhone zulassen möchte. Schließlich kann Apple entscheiden, welche Programme es im App Store zum Herunterladen anbietet. Prominentestes Beispiel: die Telefonanwendung Google Voice. Angeblich gibt es noch keine endgültige Ablehnung von Apple, offiziell läuft die Prüfung noch. Und läuft, und läuft. Für Blackberry und Android-Telefone gibt es Google Voice schon längst.
Google Voice ist ein Telefoniedienst, der Nutzer mit einer zentralen Rufnummer versorgt, über die sie unterschiedliche Dienste steuern und Anrufer verwalten können: so kann man mit diesem Programm zum Beispiel Regeln für die unterschiedlichen Nummern festlegen, Mailbox-Nachrichten schon während des Anrufs mithören, doch noch abnehmen, oder sie später als SMS auf dem Telefon lesen. All das würde lediglich das integrierte Telefonie-Programm des iPhones duplizieren, so das Argument von Apple gegen Google Voice. Eine Argumentation, die nicht jeder nachvollziehen mag. Offensichtlich auch nicht die US-Telekommunikationsbehörde FCC. Sie interessiert sich bereits für den Streit.
- Datum 24.09.2009 - 11:34 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 15
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... geht mir irgendwo vorbei und ist nur mit Geldgier zu erklären. Wer da mitmachen zu müssen glaubt, ist ein ganz armes Individuum, das seelisch nur von Äußerlichkeiten lebt.
Da lob' ich als Linux-Anwender mir meinen Tux:
Leider stimmt hier etwas nicht ganz:
1. Palm hatte bereits seit Veröffentlichung des Pre, die USB Identifikation desselbigen geändert. Ein Pre meldete sich also permanent als Apple iPod am System an. Dies widerspricht, gemäß aktueller Antwort des USB Forum, den Richtlinien. (Link zu einem der vielen Artikel hierzu: http://www.ilounge.com/in...)
2. Bei iTunes handelt es sich um das, von Apple explizit für den iPod geschaffene, Verwaltungsprogramm für digitale Medien. Von einem beliebtem Musikprogramm, auf das jeder MP3 Player ohne weiteres zugreifen kann, kann also nicht die Rede sein.
3. Der Hinweis, Palm könne ein eigenes Musikprogramm erstellen und pflegen, ist ebenfalls so nicht ganz korrekt. Palm müsste lediglich eine Schnittstelle zu iTunes erstellen und pflegen. Marktbegleiter RIM macht dies bereits für den Blackberry möglich (http://na.blackberry.com/...).
In dem Artikel wird mal wieder schön beschrieben warum Apples und Microsofts Distributions-System von Software das Falsche ist. Ich als Kunde wünsche mir, dass egal welche Hardware ich an egal welchen Computer stecke, diese immer einwandfrei funktioniert. Einer der nervigsten Punkte ist dabei das Synchronisieren von Adressbüchern mittels Handy und Computer. Hätte man vor Jahren eine offene Schnittstelle entwickelt, wäre das Übertragen Heutzutage kein Problem.
Aber nein, Microsoft und Apple kapselten sich ab (machen sie noch heute) und versuchten um alles in der Welt, keinen an ihren System teilhaben zu lassen. Das ist kontraproduktiv und sehr nervig für den Kunden. Da lobe ich mir Google, die machen es genau andersherum. Sie knebeln nicht den Kunden, sie fördern ihn!
Unter anderem weil mir dieser Protektionismus sehr auf die Nerven geht/ging und bloßes warten auf Besserung nicht hilft, bin ich vor ca. einem Jahr komplett auf Linux umgestiegen. Wie bei Firefox, merkt man auch bei Linux, dass es allmählich besser wird. Immer mehr Unternehmen unterstützen Linux und geben dem Kunden damit eine echte Wahlfreiheit.
Die künstlichen Barrieren, welche die großen Firmen ihren Kunden in den Weg legen, sind mit Verlaub gesagt, zum Kotzen. Die nächste Branche die gerade dabei ist einen riesen Fehler zu machen ist die Buchbranche, mit ihren geschlossenen E-Buchformaten. Merkwürdig, hätten sie doch aus den Fehlern der Musik- und Filmindustrie lernen können.
Manchmal frage ich mich wirklich, was in den Köpfen mancher Menschen vorgeht.
Wie kann man denn bitte Apple Vorwürfe machen, wenn sie nicht ihren direkten Konkurrenten unterstützen möchten?
Wer bezahlt/leistet denn bitte folgeden Dinge:
- Entwicklung von iTunes/Patches
- Betrieb der Server-Infrastruktur für den App-Store
- Traffic-Kosten
- die Verhandlungen mit den Labels
- die gesamte Logistik für Rechnungsabwicklung
- die Werbung von iTunes
- nicht zuletzt das Risiko ob iTunes überhaupt von den Kunden angenommen wird
Das sind immense Kosten/Risiken die einzig und allein Apple trägt und durch den Verkauf von iPhone/iPods gegenfinanzieren muss. Musik und Apps bringen nur einen geringen Gewinn.
Warum versteht keiner, dass das Geschäftsmodell
nicht mehr funktioniert, wenn auf einmal jeder ohne Gegenleistung iTunes mitbenutzt und dass mit einem direkten Konkurrenzgerät zum iPhone/iPod?
Apple ist keine pöse Firma, die arme Hersteller wie Palm in die Knie zwingen möchte. Apple möchte nur gerne unterm Strich Geld mit ihren Produkten verdienen. Deren Mitarbeiter arbeiten nämlich nicht alle für einen Dollar im Jahr.
Wenn Palm eine Sync-Software für ihre Hardware möchte, dann sollen sie bitteschön diese selber entwickeln oder zukaufen, wie jeder andere auch. Aber ohne zu fragen mit kruden Hacks einfach die Software der Konkurrenz zu benutzen, ist mehr als dreist.
Wer bezahlt/leistet denn bitte folgeden Dinge:
- Entwicklung von iTunes/Patches
- Betrieb der Server-Infrastruktur für den App-Store
- Traffic-Kosten
- die Verhandlungen mit den Labels
- die gesamte Logistik für Rechnungsabwicklung
- die Werbung von iTunes
- nicht zuletzt das Risiko ob iTunes überhaupt von den Kunden angenommen wird
Sehr interessant, aber was hat das Eine jetzt mit dem Anderen zu tun?
Ich bin mir nach diesem Kommentar jedoch noch nicht einmal sicher, ob Sie die iTunes Seite jemals besucht haben.
Denn wenn, dann würde es mich schon stark wundern wenn Ihnen entgangen wäre, dass das dortige Musikangebot kostenpflichtig ist.
Und "kostenpflichtig" ist auch genau das Stichwort, dass die Antwort auf Ihre Rhetorische Frage liefert "Wer bezahlt/leistet denn bitte folgeden Dinge"
Der Nutzer von Itunes, und dass, unabhängig vom verkauften Musikplayer.
Wer bezahlt/leistet denn bitte folgeden Dinge:
- Entwicklung von iTunes/Patches
- Betrieb der Server-Infrastruktur für den App-Store
- Traffic-Kosten
- die Verhandlungen mit den Labels
- die gesamte Logistik für Rechnungsabwicklung
- die Werbung von iTunes
- nicht zuletzt das Risiko ob iTunes überhaupt von den Kunden angenommen wird
Sehr interessant, aber was hat das Eine jetzt mit dem Anderen zu tun?
Ich bin mir nach diesem Kommentar jedoch noch nicht einmal sicher, ob Sie die iTunes Seite jemals besucht haben.
Denn wenn, dann würde es mich schon stark wundern wenn Ihnen entgangen wäre, dass das dortige Musikangebot kostenpflichtig ist.
Und "kostenpflichtig" ist auch genau das Stichwort, dass die Antwort auf Ihre Rhetorische Frage liefert "Wer bezahlt/leistet denn bitte folgeden Dinge"
Der Nutzer von Itunes, und dass, unabhängig vom verkauften Musikplayer.
Klassischer (Vendor) Lock-in. Der Begriff sollte im Artikel auftauchen und ausführlich erklärt werden. Ansonsten hilft erst einmal Wikipedia.
Ich persönlich habe drei iPods, obwohl mir das Gebahren von Apple gehörig aufstößt. Dass iTunes als Software erzwungen wird, ist für mich nur notwendiges Übel. Für mehr als das Bespielen meiner iPods benutze ich es nicht, da mir die Bedienung einfach nicht gefällt.
Was das Theater um Apple und Palm angeht, so verstehe ich nicht, warum man Microsoft zwingt, sich anderen Produkten zu öffnen und das von allen Seiten bejubelt wird, wohingegen Apple sofort in Schutz genommen wird. Nicht von allen, das sieht man hier ja auch. Aber es fällt schon auf, dass für Apple offenbar andere Regeln gelten, obwohl sie sich genauso rücksichtslos gegenüber ihren Kunden verhalten wie andere große Firmen.
... hat Microsoft immer wieder von Apple abgekupfert:
1. der externe Floppy Drive stammt von Apple.
2. Die grafische Benutzeroberfläche erschien zuerst auf dem Macintosh (Windows wurde dem dann krampfhaft nachempfunden).
3. Auch der Papierkorb wurde von Microsoft originalgetreu übernommen - erst nach einem Richterspruch mussten sie die Form ändern.
3. Die Maus wurde von Xerox entwickelt, verworfen und von Apple groß rausgebracht.
4. Quicktime stammt von Apple - Programme wie Photoshop, Final Cut, Indesign, Page Maker wurden auf der Apple Plattform zu dem, was sie heute sind.
5. Der Newton war der erste Handschrift erkennende Palmtop Computer.
6. Mit dem überaus erfolgreichen iMac begann der Einzug des Buchstabens „i" in die Welt des 'personal Computing'.
... hat Microsoft immer wieder von Apple abgekupfert:
1. der externe Floppy Drive stammt von Apple.
2. Die grafische Benutzeroberfläche erschien zuerst auf dem Macintosh (Windows wurde dem dann krampfhaft nachempfunden).
3. Auch der Papierkorb wurde von Microsoft originalgetreu übernommen - erst nach einem Richterspruch mussten sie die Form ändern.
3. Die Maus wurde von Xerox entwickelt, verworfen und von Apple groß rausgebracht.
4. Quicktime stammt von Apple - Programme wie Photoshop, Final Cut, Indesign, Page Maker wurden auf der Apple Plattform zu dem, was sie heute sind.
5. Der Newton war der erste Handschrift erkennende Palmtop Computer.
6. Mit dem überaus erfolgreichen iMac begann der Einzug des Buchstabens „i" in die Welt des 'personal Computing'.
Wer bezahlt/leistet denn bitte folgeden Dinge:
- Entwicklung von iTunes/Patches
- Betrieb der Server-Infrastruktur für den App-Store
- Traffic-Kosten
- die Verhandlungen mit den Labels
- die gesamte Logistik für Rechnungsabwicklung
- die Werbung von iTunes
- nicht zuletzt das Risiko ob iTunes überhaupt von den Kunden angenommen wird
Sehr interessant, aber was hat das Eine jetzt mit dem Anderen zu tun?
Ich bin mir nach diesem Kommentar jedoch noch nicht einmal sicher, ob Sie die iTunes Seite jemals besucht haben.
Denn wenn, dann würde es mich schon stark wundern wenn Ihnen entgangen wäre, dass das dortige Musikangebot kostenpflichtig ist.
Und "kostenpflichtig" ist auch genau das Stichwort, dass die Antwort auf Ihre Rhetorische Frage liefert "Wer bezahlt/leistet denn bitte folgeden Dinge"
Der Nutzer von Itunes, und dass, unabhängig vom verkauften Musikplayer.
- Apple könnte ja die Konkurrenz an diesen Kosten beteiligen. Ich bin mir sicher, dass ausreichend Daten in den Logs sind, um auf den Klick genau sagen zu können, welches Gerät von welchem Hersteller wie oft mit welchem Dienst genau verbunden war.
Das interessante an der gesamten Diskussion: hier zeigt sich plötzlich, wie gern gesehen Normierung sein kann, wenn sie sinnvoll angewandt wird...
Zunächst, ich habe natürlich bis heute nicht gewusst, dass man in iTunes auch Musik kaufen kann. Natürlich...
Und sie glauben ersthaft, dass man mit dem Verkauf von 99 Cent Liedern alle obigen Punkte bezahlen kann? Ernsthaft? Wer das glaubt, glaubt auch an den Weihnachtsmann.
An den Liedern verdient Apple nur einen ganz geringen Teil, das meiste geht an die Labels/Rechteverwerter. iTunes wird zum Großteil über den Verkauf der Hardware finanziert
Und nochwas für die "Standardisierung-Schreier": Apple bietet schon immer kostenlos die Möglichkeit die iTunes Datenbank/enthaltene Musik mit beliebigen Endgeräten zu syncen. Alles über eine standardisierte XML-Schnittstelle. Blackberry setzt z.B. ihre MediaSync Software darauf: http://na.blackberry.com/...
Die Aussage, dass Apple andere Hersteller ausschliesst, ist somit schlichtweg falsch. Was hier bemängelt wird, ist das Palm ihre Endgeräte an der Spec vorbei als iPods ausgibt.
- Apple könnte ja die Konkurrenz an diesen Kosten beteiligen. Ich bin mir sicher, dass ausreichend Daten in den Logs sind, um auf den Klick genau sagen zu können, welches Gerät von welchem Hersteller wie oft mit welchem Dienst genau verbunden war.
Das interessante an der gesamten Diskussion: hier zeigt sich plötzlich, wie gern gesehen Normierung sein kann, wenn sie sinnvoll angewandt wird...
Zunächst, ich habe natürlich bis heute nicht gewusst, dass man in iTunes auch Musik kaufen kann. Natürlich...
Und sie glauben ersthaft, dass man mit dem Verkauf von 99 Cent Liedern alle obigen Punkte bezahlen kann? Ernsthaft? Wer das glaubt, glaubt auch an den Weihnachtsmann.
An den Liedern verdient Apple nur einen ganz geringen Teil, das meiste geht an die Labels/Rechteverwerter. iTunes wird zum Großteil über den Verkauf der Hardware finanziert
Und nochwas für die "Standardisierung-Schreier": Apple bietet schon immer kostenlos die Möglichkeit die iTunes Datenbank/enthaltene Musik mit beliebigen Endgeräten zu syncen. Alles über eine standardisierte XML-Schnittstelle. Blackberry setzt z.B. ihre MediaSync Software darauf: http://na.blackberry.com/...
Die Aussage, dass Apple andere Hersteller ausschliesst, ist somit schlichtweg falsch. Was hier bemängelt wird, ist das Palm ihre Endgeräte an der Spec vorbei als iPods ausgibt.
- Apple könnte ja die Konkurrenz an diesen Kosten beteiligen. Ich bin mir sicher, dass ausreichend Daten in den Logs sind, um auf den Klick genau sagen zu können, welches Gerät von welchem Hersteller wie oft mit welchem Dienst genau verbunden war.
Das interessante an der gesamten Diskussion: hier zeigt sich plötzlich, wie gern gesehen Normierung sein kann, wenn sie sinnvoll angewandt wird...
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