Tablet-PCs Das Jahr des digitalen Notizblocks

Gerüchte verdichten sich: 2010 könnte der Durchbruch für die Tablet PCs sein. Sowohl Apple als auch Microsoft wollen offenbar tragbare Touchscreen-Notizbücher einführen.

Ex-Microsoft-Chef Bill Gates (l.) und Kollege Bert Kelly in Redmond: Gut zehn Jahre ist es her, dass Microsoft den Tablet-PC als neue Herausforderung für ihre technische Entwicklungsabteilung bezeichnet hat

Ex-Microsoft-Chef Bill Gates (l.) und Kollege Bert Kelly in Redmond: Gut zehn Jahre ist es her, dass Microsoft den Tablet-PC als neue Herausforderung für ihre technische Entwicklungsabteilung bezeichnet hat

Es ist fast schon ein Ritual: Jedes Mal, wenn eine größere Apple-Pressekonferenz ansteht, überschlagen sich Fachblogs mit Meldungen, dass es diesmal nun wirklich, ganz bestimmt, soweit sein werde: Das Gerät, das nach iPod und iPhone die analoge wie digitale Welt verändern soll, wird endlich kommen: das Apple Tablet.

Laut New York Times arbeitet Apple bereits seit 2003 an einem Tablet, also einem tragbaren Rechner, der im Wesentlichen nur aus einem berührungsempfindlichen Bildschirm besteht und meist mit einem Stift bedient wird. Die Markteinführung verhinderten bisher technische Probleme: Niedrige Akkulaufzeiten, schwache Grafik-Leistung und zu hohe Produktionskosten zum Beispiel. Vor allem aber beschäftigte die Macher stets die Sinnfrage: So habe, berichtet ein Insider in der NYT, Apple-Chef Steve Jobs schon einmal die Entwicklung und Einführung eines Tablets mit der Frage gestoppt, wofür das Gerät denn eigentlich gut sein soll, abgesehen vom Surfen auf der Toilette?

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Zuletzt verdichteten sich allerdings die Anzeichen dafür, dass das Apple Tablet 2010 tatsächlich das Licht der Öffentlichkeit erblicken könnte. Das liegt zum einen am Erfolg des iPhones, das die Nur-Touchscreen-Bedienung salonfähig gemacht hat. Zum anderen aber auch am Kindle-Lesegerät von Amazon, das den Markt für digitale Bücher geöffnet hat.

So sind die Apple-Blogs derzeit voll von Meldungen und angeblichen Insider-Informationen zum Apple Tablet. Natürlich könnten die sich auch als reine Spekulationen herausstellen. Doch sind die Gerüchte erstaunlich präzise. Am Detailliertesten beschreibt derzeit der Apple-Blog iLounge die Features des Gerätes, der auf den Namen "iPad“ getauft werden könnte: Die Bilddiagonale beträgt laut einer "vertrauenswürdigen Quelle“ 10,7 Zoll (rund 27,2 Zentimeter). Aussehen soll es wie ein großes iPhone 3G und auch mit dessen Betriebssystem laufen. In den Handel sollen zwei Versionen kommen: mit und ohne Breitband-Datenverbindung. Angeblich gibt es sogar bereits ein Datum: Das Apple Tablet könnte am 19. Januar 2010 präsentiert werden. Oder kurz davor. In den US-Handel soll es dann im Mai oder Juni kommen. Als Preis werden in verschiedenen Quellen 800 Dollar (circa 540 Euro) genannt.

Vieles davon scheint schlüssig: Eine enge Verwandtschaft zum iPhone und dessen App Store würde dem neuen Tablet schnell eine große Menge an Anwendungen bescheren. Die meisten der derzeit rund 85.000 iPhone-Anwendungen könnten mit einfachen Mitteln für den großen Bildschirm adaptiert werden. Man benötigt auch nicht viel Phantasie, um sich die Handhabung vorzustellen: zu den vom Apple-Handy bekannten Wisch- und Ziehfunktionen sollen weitere dazukommen, die der Größe des Geräts Rechnung tragen und mit beiden Händen ausgeführt werden. Darauf deutet auch das jüngste von Apple eingebrachte Patent hin, das Rücksicht auf die unterschiedliche Größe und Form von Händen nimmt.

Inwieweit ein Tablet Apples Antwort auf die Popularität der Netbooks sein könnte, ist Ansichtssache: In direkte Konkurrenz mit den kleinen tragbaren (Tastatur-)Rechnern will man offenbar nicht treten, das Apple Tablet wird wohl als Media-Player und Kommunikationsgerät light vermarktet werden. Gemeinsamkeiten in der Art der mobilen Internet-Nutzung sind aber sicherlich vorhanden.

Noch näher liegen Vergleiche mit E-Readern: Apple könnte ohne großen logistischen Aufwand einen Bücher-Download-Service starten, der mit Amazons Kindle-System vergleichbar wäre. Schließlich hat man mit dem iTunes Store bereits ein gut funktionierendes Vertriebsnetzwerk für digitale Medien. So berichtet der Gadget-Blog Gizmodo, dass mehrere Medien-Konzerne – darunter die für ihre guten Kontakte nach Cupertino bekannte New York Times – bereits von Apple angesprochen worden sind, ob sie nicht Inhalte auf einem "neuen Gerät“ anbieten wollen. Im Gegensatz zu Kindle und Co., die ein sehr statisches E-Ink-Display nutzen, wäre ein "iPad“ in der Lage, die Nutzungsweise eines E-Readers mit Multimedia-Inhalten – also Video und Audio – zu verknüpfen.

Das kommende Jahr dürfte die Geburt eines weiteren Tablets erleben. Wie Apple setzt offenbar auch Microsoft auf diese Geräteklasse. Das Microsoft-Tablet soll Courier heißen und im Gegensatz zum Apple-Pendant zwei Bildschirme haben, die wie ein Buch aufgeklappt werden. Ein im Netz aufgetauchtes Video legt nahe, dass sich nicht nur die Designs, sondern auch die grundlegenden Konzepte unterscheiden: Während Apple wohl vor allem auf Multimedia setzen dürfte, ist Courier offenbar in erster Linie ein digitales, mit einem Stylus-Stift zu bedienendes Notizbuch für Projekte und Termine.

Auch von Hewlett-Packard könnte es 2010 einen Tablet-PC geben. Doch trotz aller Vorhaben der großen Computer-Konzerne ist nach wie vor eine Portion Skepsis angebracht. So antwortete ein Leser der New York Times auf die jüngste Story der US-Zeitung mit einer Aufzählung von fünf Punkten, warum Tablets bisher gescheitert sind: Manche davon scheinen zwar inzwischen gelöst, etwa technische Unzulänglichkeiten von Touchscreens oder Probleme mit der Handschrifterkennung. Sein entscheidender Einwand bleibt aber nach wie vor unbeantwortet: Wer gibt so viel Geld bloß für einen erweiterten Notizblock mit Stift aus?

 
Leser-Kommentare
  1. > wofür das Gerät denn eigentlich gut sein soll,
    > abgesehen vom Surfen auf der Toilette?

    Bei hunderten von Millionen Toiletten weltweit, ist das doch ausreichend grosse Zielgruppe.

  2. Ich denke die Meisten in den Creative Industries warten sehnsüchtig auf die einführung eines dieser Geräte. Auch in anderen Bereichen ist so ein Tool schon längst dringend nötig. Wichtig ist, das es stabil ist und die entsprechende Leistung inkl. Schnittstellen brigen kann.

  3. Der Nutzen ist da, in der Universität würden viele gerne ein einfach und effektiv zu bedienendes Tablet haben wollen. Mich eingeschlossen ^^

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    Sehe ich genauso.
    Besonders das Microsoft Gerät hat es mir angetan.
    Auf dem einen Screen nen Gesetzestext, auf dem anderen eine Notizoberfläche, mit einem Klick mal eben ins Internet gehen...
    Dieses Gerät und ein vernünftiges Angebot an digitaler Fachliteratur, das wäre echt eine Offenbahrung im Studium.

    Mich wundert es, dass im Moment so ein Hype um Tablets gemacht wird.

    Tablets gibt es von Herstellern wie IBM/Lenovo, Dell und HP schon seit Jahren. Ich selber habe einen X61 Tables von IBM/Lenovo und der hat mir in meiner Unizeit gute Dienste geleistet.

    Sehe ich genauso.
    Besonders das Microsoft Gerät hat es mir angetan.
    Auf dem einen Screen nen Gesetzestext, auf dem anderen eine Notizoberfläche, mit einem Klick mal eben ins Internet gehen...
    Dieses Gerät und ein vernünftiges Angebot an digitaler Fachliteratur, das wäre echt eine Offenbahrung im Studium.

    Mich wundert es, dass im Moment so ein Hype um Tablets gemacht wird.

    Tablets gibt es von Herstellern wie IBM/Lenovo, Dell und HP schon seit Jahren. Ich selber habe einen X61 Tables von IBM/Lenovo und der hat mir in meiner Unizeit gute Dienste geleistet.

  4. 4.

    Sehe ich genauso.
    Besonders das Microsoft Gerät hat es mir angetan.
    Auf dem einen Screen nen Gesetzestext, auf dem anderen eine Notizoberfläche, mit einem Klick mal eben ins Internet gehen...
    Dieses Gerät und ein vernünftiges Angebot an digitaler Fachliteratur, das wäre echt eine Offenbahrung im Studium.

  5. Mich wundert es, dass im Moment so ein Hype um Tablets gemacht wird.

    Tablets gibt es von Herstellern wie IBM/Lenovo, Dell und HP schon seit Jahren. Ich selber habe einen X61 Tables von IBM/Lenovo und der hat mir in meiner Unizeit gute Dienste geleistet.

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    • fmotis
    • 12.10.2009 um 10:06 Uhr

    Worin Apple schon immer gut war: Eine gute Idee ideal umsetzen und perfekt vermarkten. Das klappt mit den Mac-Rechnern, der OS X-Software, den iPods und dem iPhone. Man kann also erwarten, dass das Apple-Produkt die Idee von einem Tablet viel weiter vollendet als das die bisherigen Anbieter bisher gemacht haben.
    Trotzdem wird so ein Produkt nicht perfekt sein, da der Preis Apple-typisch relativ hoch sein wird. Aber das war bis auf wenigen Ausnahmen kein Grund für einen Mißerfolg des Produkts.

    Man darf gespannt sein.

    Natürlich gibt es diese Tabletrechner, aber Win XP ist ein miserables Betriebssystem für so ein Tablet. Es ist auf Maus/Tastatur Bedienung ausgerichtet und bekommt die Stiftfunktionen übergestülpt.

    Zudem sind diese Geräte recht groß. Heute ist die Technik so weit, dass Tablets flach und handlich sein können. Zudem gibt es Tabletwürdige Software. Win 7 ist zwar in dem Bereich immer noch schlecht (siehe Golem.de Test), aber besser als XP und Apple hat mit dem OSX für iPhone eine gute Basis, die man auf ein Tablet erweitern kann.

    Auch kann man den Stifteinsatz mit Fingergesten kombinieren. (Ich glaube fast, dass Apple Tablet kommt ohne Stift, hoffe aber, dass ich mich irre).

    Ich bin dann bei Spiegel Online heute noch auf den >>iRex Digital Reader 1000S<< gestoßen, der schon in die richtige Richtung geht.

    Das Tablet soll die Erweiterung zu meinem MacBook Pro sein. Ich bin gespannt, welches Tablet die Erwartungen erfüllen kann.

    • fmotis
    • 12.10.2009 um 10:06 Uhr

    Worin Apple schon immer gut war: Eine gute Idee ideal umsetzen und perfekt vermarkten. Das klappt mit den Mac-Rechnern, der OS X-Software, den iPods und dem iPhone. Man kann also erwarten, dass das Apple-Produkt die Idee von einem Tablet viel weiter vollendet als das die bisherigen Anbieter bisher gemacht haben.
    Trotzdem wird so ein Produkt nicht perfekt sein, da der Preis Apple-typisch relativ hoch sein wird. Aber das war bis auf wenigen Ausnahmen kein Grund für einen Mißerfolg des Produkts.

    Man darf gespannt sein.

    Natürlich gibt es diese Tabletrechner, aber Win XP ist ein miserables Betriebssystem für so ein Tablet. Es ist auf Maus/Tastatur Bedienung ausgerichtet und bekommt die Stiftfunktionen übergestülpt.

    Zudem sind diese Geräte recht groß. Heute ist die Technik so weit, dass Tablets flach und handlich sein können. Zudem gibt es Tabletwürdige Software. Win 7 ist zwar in dem Bereich immer noch schlecht (siehe Golem.de Test), aber besser als XP und Apple hat mit dem OSX für iPhone eine gute Basis, die man auf ein Tablet erweitern kann.

    Auch kann man den Stifteinsatz mit Fingergesten kombinieren. (Ich glaube fast, dass Apple Tablet kommt ohne Stift, hoffe aber, dass ich mich irre).

    Ich bin dann bei Spiegel Online heute noch auf den >>iRex Digital Reader 1000S<< gestoßen, der schon in die richtige Richtung geht.

    Das Tablet soll die Erweiterung zu meinem MacBook Pro sein. Ich bin gespannt, welches Tablet die Erwartungen erfüllen kann.

    • fmotis
    • 12.10.2009 um 10:06 Uhr

    Worin Apple schon immer gut war: Eine gute Idee ideal umsetzen und perfekt vermarkten. Das klappt mit den Mac-Rechnern, der OS X-Software, den iPods und dem iPhone. Man kann also erwarten, dass das Apple-Produkt die Idee von einem Tablet viel weiter vollendet als das die bisherigen Anbieter bisher gemacht haben.
    Trotzdem wird so ein Produkt nicht perfekt sein, da der Preis Apple-typisch relativ hoch sein wird. Aber das war bis auf wenigen Ausnahmen kein Grund für einen Mißerfolg des Produkts.

    Man darf gespannt sein.

  6. Natürlich gibt es diese Tabletrechner, aber Win XP ist ein miserables Betriebssystem für so ein Tablet. Es ist auf Maus/Tastatur Bedienung ausgerichtet und bekommt die Stiftfunktionen übergestülpt.

    Zudem sind diese Geräte recht groß. Heute ist die Technik so weit, dass Tablets flach und handlich sein können. Zudem gibt es Tabletwürdige Software. Win 7 ist zwar in dem Bereich immer noch schlecht (siehe Golem.de Test), aber besser als XP und Apple hat mit dem OSX für iPhone eine gute Basis, die man auf ein Tablet erweitern kann.

    Auch kann man den Stifteinsatz mit Fingergesten kombinieren. (Ich glaube fast, dass Apple Tablet kommt ohne Stift, hoffe aber, dass ich mich irre).

    Ich bin dann bei Spiegel Online heute noch auf den >>iRex Digital Reader 1000S<< gestoßen, der schon in die richtige Richtung geht.

    Das Tablet soll die Erweiterung zu meinem MacBook Pro sein. Ich bin gespannt, welches Tablet die Erwartungen erfüllen kann.

  7. Die Schrifterkennung und Umwandlung in Text vorausgesetzt warte ich auch sehnsüchtig auf so etwas. Man stelle sich nur vor, es funktionierte so gut wie ein IPhone und würde in der Uni alle meine Zettel und Bücher ersetzten. Ich hätte immer alles bei mir und würde nur einen Bruchteil mit mir herumschleppen.

    Am wichtigsten ist mir dabei allerdings wirklich, dass ich mit einem Stift ganz normal schreiben kann und dies dann als Text erkannt wird, für kurze Notizen und Zeichnungen.

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