Smartphone Die iPhone-Jäger

Für Fans hat das Apple-Handy Kultstatus. Technisch aber konnte die Konkurrenz längst aufholen. Und das gilt nicht nur für das Palm-Smartphone Pre.

Der neue Konkurrent auf dem Smartphonemarkt: Das Palm Pre

Der neue Konkurrent auf dem Smartphonemarkt: Das Palm Pre

Die Fangemeinde von Apple ist stark. Seinen Kultstatus wird das iPhone darum nach Einschätzung von Bernd Theiss, dem Leiter von Test & Technik beim Stuttgarter Technikmagazin "connect", absehbar nicht verlieren. Wenn es um die weniger subjektive Sicht der Dinge geht, also um das Funktionale, sieht die Situation schon anders aus, meint der Technikexperte. Daran gemessen holen die iPhone-Herausforderer gehörig auf. Denn längst nicht jedem gefällt die enge Verzahnung des Apple-Handys mit dem firmeneigenen Online-Dienst iTunes.

Frischer Wind durch Palm Pre

Besonders angetan ist der "connect"-Experte vom Palm-Pre-Smartphone, das in Deutschland exklusiv von O2 vertrieben wird. Theiss schätzt daran einerseits die nach unten ausziehbare Tastatur, die auch in schwierigen Situationen gut zu nutzen ist. Auch ansonsten neige das Handy weniger als andere Smartphones zu fehlerhaften Eingaben.

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Zum echten iPhone-Herausforderer wird das Palm Pre, jedoch durch den Internetbrowser, der ebenso wie der des iPhones per Multitouch gesteuert wird. Diese Funktion erlaubt es, die Größe von Internetseiten durch das Aufziehen mit zwei Fingern zu steuern. Das gelingt dem Palm-Handy sogar noch etwas schneller als dem Konkurrenten von Apple.

Zudem beherrscht das Palm Pre echtes Multitasking, sodass mehrere Funktionen zeitgleich zur Verfügung stehen. Bei Handys und Smartphones ohne Multitasking muss das Schreiben einer E-Mail oder das Ändern einer Adresse zumeist unterbrochen werden, wenn man einen Anruf entgegennehmen will. Genauso wie beim Computer gilt diese Beschränkung für Multitasking-Geräte nicht.

Einige kleinere Punktabzüge bekommt das Palm Pre allerdings dafür, dass die untere Kante der ausgezogenen Tastatur recht scharf ausgefallen ist, auch können Outlook-Einträge erst nach dem Kauf einer zusätzlichen Synchronisationssoftware abgeglichen werden. Insgesamt hat das Palm-Gerät für Theiss jedoch das Zeug dazu, frischen Wind in den Smartphone-Markt zu blasen. Bei einem 24-Monatstarif von 20 Euro, am besten gekoppelt mit der Surfflatrate von 8,50 Euro im Monat, gilt das im Vergleich mit dem iPhone auch finanziell.

Android geht in die zweite Runde

Technisch mindestens auf Augenhöhe mit dem iPhone sieht "connect"-Redakteur Athanassios Kaliudis auch die Smartphones mit Googles Handy-Betriebssystem Android. In den USA kommt in dieser Woche das Motorola Droid auf den Markt, das erste Handy mit dem verbesserten Android 2.0 – derzeit aktuell ist die Version 1.6. Es beherrscht nun wie Palms WebOS und das iPhone Multitouch. Der Internetbrowser wurde verbessert und zudem können mehrere E-Mail-Konten in einem Posteingang verwaltet werden. Das Droid verfügt überdies über die neue aktive Navigationssoftware, die Google kostenlos zur Verfügung stellt. Ob und wann das Droid nach Deutschland kommt, ist allerdings nicht klar, das gilt auch für die erweiterte Navigationsfunktion.

Ein anderes Android-Gerät ist hingegen bereits verfügbar. Nicht zuletzt durch den günstigen Preis richtet es sich an die Einsteiger in die Smartphone-Welt: das HTC Tattoo ist inzwischen das vierte Handy, dass HTC auf Basis des Google-Betriebssystems herausgebracht hat. In Deutschland wir das Tattoo von O2, Vodafone und E-Plus angeboten. Der Name kommt übrigens nicht von ungefähr. Nicht nur der Bildschirm, sondern auch das Gehäuse kann vom Anwender individuell gestaltet werden.

Bislang läuft Tattoo noch mit Android 1.6, Mitte des Monats kommt das Update auf 2.0, das über das Funknetz verteilt wird – wenn es der Provider zulässt. Technisch sind die Android-Handys nach Meinung des "connect"-Experten damit auf Augenhöhe mit Apple. Doch genau wie bei der Verbindung von iPhone und iTunes ist bei sämtlichen Android-Handys die Nähe zu den Google-Diensten Mail, Maps, Search und Talk nicht jedermanns Sache, merkt Bernd Theiss an. Denn Google nimmt für sich in Anspruch, zum Versenden möglichst zielgenauer Werbebotschaften sowohl sämtliche Suchanfragen als auch die Google-Mails auszuwerten.

Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 06.11.2009

 
Leser-Kommentare
  1. Es gibt kein einziges gutes Smartphone. Das Einzige das funktioniert (iPhone) ist so dermaßen zu gesperrt und abgeriegelt, dass es keinen Sinn macht es zu benutzen. Ein Terminkalender aus Papier und ein billiges Netbook ggf. mit UMTS sind in diesem Fall einfach sinnvoller, sicherer und günstiger.

    Nein, eine Alternative zu iphone ist nach meiner Meinung nicht in Sicht. Das iphone funktioniert, aber der Preis (der aus vielen Einzelfaktoren besteht) der dafür gezahlt werden muss ist mir persönlich zu hoch.

    • gicmo
    • 06.11.2009 um 15:58 Uhr

    Natürlich *kann* das iPhone -von technischer Seite aus- Multitasking (was auch immer ein "echtes" Multitasking sein soll - technisch "echtes" geht nur über multiple CPUs). Man kann auch sehr wohl telefonieren und surfen gleichzeitig; oder via "IPod" Musik hören und navigieren.
    Es (bzw. Apple) *erlaubt* aber -vor allem Software von Dritten- das Multitasking nicht. Offizielle Begründung ist, dass dies zur massiven Einbußen in der Laufzeit (Akku) hat.

  2. 3.

    Was der Konkurenz zur Zeit noch fehlt ist ein gescheites Display.
    Ich habe bis her noch keine anderes Handy mit so einem guten und großem Display geshenen, wie das iPhone.

    Ein weiterer entscheidender Punkt ist das iPhone OS, was meiner Meinung nach die meisten anderen Betriebsysteme noch vorraus ist.

    • ben_
    • 06.11.2009 um 16:23 Uhr

    Wenn wir in 5 oder 10 Jahren auf die Gadgets der 00er zurückblicken, dann wird es zwei Urteile geben.
    1. Es gab MP3 Player und dann kam der Ipod.
    2. Es gab Handies und dann kam das Iphone.

    Alles andere ist halt nur "alles andere".

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Das ist AFAIK nur in den USA so. In Europa und Asien gibt es nach wie vor MP3-Player, und der iPod ist einer von vielen, bei den anderen kann sich nur keiner den Namen merken, weil kein so Hype drum gemacht wird. Und auch beim iPhone gilt: Die Konkurrenz war wohl ziemlich schwerfällig, aber inzwischen hat sogar der Gigant Nokia einen iPhone-Killer in der Pipeline: Das N900. Da braucht man im Gegensatz zum iPhone kein Jailbreak, um frei über sein eigenes Handy zu verfügen - man braucht auch keinen Google-Account und hängt nicht auf Gedeih und Verderb an irgendeinem Netzbetreiber dran.

    Apple war mit dem iPhone der erster, der einen richtigen Computer für die Hosentasche fertig hatte. Aber so wie bei der Einführung des Homecomputers, bei dem Apple mit dem Apple I und II auch ganz vorne dabei war: Das reicht auf Dauer nicht. Irgendwann kommt die langsame Konkurrenz in die Gänge, während sich Apple in irgendwelchen Allmachtsphantasien verrennt und qualitativ hochwertige, aber überteuerte und stark kundengängelnde Lösungen anbietet. Auf den Apple II kam nämlich der Mac, und den Siegeszug trat ein Abklatsch des Apple IIs vom trägen Giganten IBM an, der PC. Der war nämlich offen, was auch prompt dafür sorgte, dass es haufenweise Clones gab.

    Deshalb würde ich eher auf Maemo wetten als auf's iPhone, also auf das offene Linux-basierte Smartphone-OS von Nokia, das niemanden gängelt - weder Kunden noch Konkurrenten.

    Das ist AFAIK nur in den USA so. In Europa und Asien gibt es nach wie vor MP3-Player, und der iPod ist einer von vielen, bei den anderen kann sich nur keiner den Namen merken, weil kein so Hype drum gemacht wird. Und auch beim iPhone gilt: Die Konkurrenz war wohl ziemlich schwerfällig, aber inzwischen hat sogar der Gigant Nokia einen iPhone-Killer in der Pipeline: Das N900. Da braucht man im Gegensatz zum iPhone kein Jailbreak, um frei über sein eigenes Handy zu verfügen - man braucht auch keinen Google-Account und hängt nicht auf Gedeih und Verderb an irgendeinem Netzbetreiber dran.

    Apple war mit dem iPhone der erster, der einen richtigen Computer für die Hosentasche fertig hatte. Aber so wie bei der Einführung des Homecomputers, bei dem Apple mit dem Apple I und II auch ganz vorne dabei war: Das reicht auf Dauer nicht. Irgendwann kommt die langsame Konkurrenz in die Gänge, während sich Apple in irgendwelchen Allmachtsphantasien verrennt und qualitativ hochwertige, aber überteuerte und stark kundengängelnde Lösungen anbietet. Auf den Apple II kam nämlich der Mac, und den Siegeszug trat ein Abklatsch des Apple IIs vom trägen Giganten IBM an, der PC. Der war nämlich offen, was auch prompt dafür sorgte, dass es haufenweise Clones gab.

    Deshalb würde ich eher auf Maemo wetten als auf's iPhone, also auf das offene Linux-basierte Smartphone-OS von Nokia, das niemanden gängelt - weder Kunden noch Konkurrenten.

    • Qbert
    • 06.11.2009 um 16:37 Uhr

    (Zitat)
    Wenn wir in 5 oder 10 Jahren auf die Gadgets der 00er zurückblicken, dann wird es zwei Urteile geben.
    1. Es gab MP3 Player und dann kam der Ipod.
    2. Es gab Handies und dann kam das Iphone.

    Alles andere ist halt nur "alles andere".
    (/Zitat Ende)

    sprach der I-Fan und übersah, dass es noch eine große Welt ohne I gab =)

  3. Das ist AFAIK nur in den USA so. In Europa und Asien gibt es nach wie vor MP3-Player, und der iPod ist einer von vielen, bei den anderen kann sich nur keiner den Namen merken, weil kein so Hype drum gemacht wird. Und auch beim iPhone gilt: Die Konkurrenz war wohl ziemlich schwerfällig, aber inzwischen hat sogar der Gigant Nokia einen iPhone-Killer in der Pipeline: Das N900. Da braucht man im Gegensatz zum iPhone kein Jailbreak, um frei über sein eigenes Handy zu verfügen - man braucht auch keinen Google-Account und hängt nicht auf Gedeih und Verderb an irgendeinem Netzbetreiber dran.

    Apple war mit dem iPhone der erster, der einen richtigen Computer für die Hosentasche fertig hatte. Aber so wie bei der Einführung des Homecomputers, bei dem Apple mit dem Apple I und II auch ganz vorne dabei war: Das reicht auf Dauer nicht. Irgendwann kommt die langsame Konkurrenz in die Gänge, während sich Apple in irgendwelchen Allmachtsphantasien verrennt und qualitativ hochwertige, aber überteuerte und stark kundengängelnde Lösungen anbietet. Auf den Apple II kam nämlich der Mac, und den Siegeszug trat ein Abklatsch des Apple IIs vom trägen Giganten IBM an, der PC. Der war nämlich offen, was auch prompt dafür sorgte, dass es haufenweise Clones gab.

    Deshalb würde ich eher auf Maemo wetten als auf's iPhone, also auf das offene Linux-basierte Smartphone-OS von Nokia, das niemanden gängelt - weder Kunden noch Konkurrenten.

    Antwort auf "In 10 Jahren"
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    Das kann ich nicht bestätigen.
    Es gab z.B. von Nokia schon lange vor dem Iphone ein Telefon, welches diese neuen Funktionen brachte.
    Zudem darf man auch die PDAs/XDAs nicht außer Acht lassen.

    Maccle mit ihren iProdukten machen einfach nur genug Hype, die Sachen sind "schick", sie haben eine gute Marketingabteilung.
    Das macht die Sachen für Leute attraktiv, für die Produkte dieser Art Statussymbol sind.
    Ansonsten sind die Sachen kein Vorreiter.

    Das kann ich nicht bestätigen.
    Es gab z.B. von Nokia schon lange vor dem Iphone ein Telefon, welches diese neuen Funktionen brachte.
    Zudem darf man auch die PDAs/XDAs nicht außer Acht lassen.

    Maccle mit ihren iProdukten machen einfach nur genug Hype, die Sachen sind "schick", sie haben eine gute Marketingabteilung.
    Das macht die Sachen für Leute attraktiv, für die Produkte dieser Art Statussymbol sind.
    Ansonsten sind die Sachen kein Vorreiter.

    • xey
    • 06.11.2009 um 19:01 Uhr

    Das Palm Pre ist einfach nur ein abgespecktes Iphone mit etwas anderen Funktionen, es ist genauso Proprietär wie das Smartphone von Apple.

    Der wirkliche Iphone Jäger sind zweifellos Google Android Handys.
    Das erste war das unausgereifte T-Mobile (HTC) G1.
    Mit Version 2.0 hat das im gegensatz zu Nokias Maemo zu 100% queloffene System die Lücke zum Iphone geschlossen.

    Alle namhaften Hersteller außer Nokia, Apple und RIM werden in den nächsten Jahren auf Android setzen (Siehe Open Handset Alliance wer am Androiden beteiligt ist)

    Diese Tage kommt das Motorola Milestone mit Android 2.0 raus, laut testberichten ist dieses nicht zuletzt wegen Googles kostenloser Navi-Software mit dem Iphone auf Augenhöhe.
    In den nächsten Monaten werden dann die anderen Hersteller folgen.

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    • rudi07
    • 22.12.2009 um 22:05 Uhr

    »(...) Alle namhaften Hersteller außer Nokia, Apple und RIM werden in den nächsten Jahren auf Android setzen (Siehe Open Handset Alliance wer am Androiden beteiligt ist) (...)«
    Dann entsteht die gleiche Situation wie im Computerbereich. Alle Hardwarehersteller setzen auf ein OS, bis auf Apple. Und die können damit, wie man schon heute sieht, bestens damit leben.

    • rudi07
    • 22.12.2009 um 22:05 Uhr

    »(...) Alle namhaften Hersteller außer Nokia, Apple und RIM werden in den nächsten Jahren auf Android setzen (Siehe Open Handset Alliance wer am Androiden beteiligt ist) (...)«
    Dann entsteht die gleiche Situation wie im Computerbereich. Alle Hardwarehersteller setzen auf ein OS, bis auf Apple. Und die können damit, wie man schon heute sieht, bestens damit leben.

    • lmac87
    • 06.11.2009 um 19:38 Uhr

    Wer einen iPhone Killer haben möchte, der braucht einen Apple Killer. Hinter dem iPhone steht immer noch ein kluger Kopf, der sich Steve Jobs nennt. Er und sein Team wissen ganz genau, wie sie ihr iPhone anbieten müssen, man schaue sich die Verkaufszahlen an. Das iPhone ist nicht hauptsächlich wegen dem Apfellogo erfolgreich geworden, sondern wegen dem Konzept, welches dahinter steckt.

    Technisch ist das iPhone mit vielen anderen Handies und Smartphones nicht mehr auf einer Höhe, psychologisch fegt es aber alles weg.

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    Es geht doch nicht um die Technik. Es geht doch um das ganze Konzept. Das es Spass machen muss. Da ist es doch egal ob es irgendwie technisch schlechter ist.

    Es geht doch nicht um die Technik. Es geht doch um das ganze Konzept. Das es Spass machen muss. Da ist es doch egal ob es irgendwie technisch schlechter ist.

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