"Schatz, kannst du mal?" Die Zeiten, in denen sich Frauen Hilfe suchend an den Mann im Haus wandten, wenn sie verwirrt waren von zu vielen bunten Knöpfen auf der Fernbedienung, sind lange vorbei. Eine Umfrage durch den Elektronikhändler Comet unter britischen Haushalten hat ergeben, dass 48 Prozent aller Frauen gerne mit Technik umgehen, im Vergleich zu nur 47 Prozent der Männer. Männer halten sich auch selbst nicht mehr für den kompetenteren Part im Haus, 85 Prozent gaben das in der Umfrage auch offen zu. 14 Prozent gestehen sogar, ihre Frau zu fragen, wenn sie mit ihrem Computer-, DVD-, oder Fernseh-Latein am Ende sind.

Einen ziemlich guten Beweis dafür, dass Frauen sich mit Technik tatsächlich besser auskennen, liefern die, die es wissen müssen: Mitarbeiter von Telefonhotlines. Oft gebeutelt durch aufgebrachte Anrufer, wild beschimpft von Menschen, die Bedienungsanleitungen offensichtlich nur im taiwanesischen Original gelesen haben, wissen sie ziemlich schnell zu sagen, ob jemand einen haarsträubenden Fehler beging oder ein echtes, technisches Problem hat. Der Technik-Service Gadget Helpline hat 75.000 Anrufer beobachtet und festgestellt, dass Frauen nicht nur logischer Probleme angehen, sie machen auch seltener grundlegende Fehler und sind zudem geduldiger, wenn sie um Hilfe fragen, wie die BBC schreibt.

Besonders peinlich: bei 12 Prozent der Männer (aber nur bei sieben Prozent der Frauen) bestand das Problem darin, dass sie das betreffende Programm oder Gerät nicht eingeschaltet hatten.

Kein Wunder, dass 66 Prozent der Helpline-Mitarbeiter lieber mit Frauen reden als mit Männern.

Vielleicht liegt das daran, dass Technik heute immer sozialer wird. Technik hilft, sich mit anderen Menschen zu verlinken und soziale Kontakte zu pflegen. Das ist per se ein Thema, das Frauen mehr reizt als Männer. Außerdem ist heute oft genug kein Mann zur Hand. Manche Frau wird sich früher auch aus Bequemlichkeit gedacht haben: Ich lass ihn mal machen. Bei einer modernen Singlefrau stellt sich diese Frage gar nicht erst.

Dass man Technik inzwischen auch gut an Frauen verkaufen kann, scheinen die Hersteller inzwischen bemerkt zu haben. Allerdings lassen sich Vorurteile wohl nicht so leicht austreiben. So beschreibt die B.Z. unter "Was Frauen wirklich wollen" den Trend: Technik für Frauen wie folgt: "Kameras, Handys, Notebooks, die mit besonderer Aufmachung und Verarbeitung wie ein passendes Accessoire zur Kleidung ausgewählt werden. Wozu schnödes Technik-Silber, wenn die Kamera in Gold oder das Handy in Rot viel besser zum Outfit passen?" Oh je.