Zwei Tage ist das iPad erst alt, aber Technikbeobachter vor allem in den USA haben sich schon ein Urteil gebildet über seine Fähigkeiten und über seine Schwächen. Kurz lässt sich dieses mit den Worten von Lesern der Technikzeitschrift Wired  zusammenfassen: "Es ist ein iPod Touch auf Steroiden."

Künstlich aufgeblasen also mit Wachstumshormonen. Doch ist das vielleicht etwas pauschal für ein so komplexes technisches Produkt. Daher nun detaillierter: In einem zweiten Text zählt Wired die zehn Dinge auf, die der Autor (und mit ihm sicher auch viele Leser) am iPad am schmerzlichsten vermissen.

Vielleicht aber auch nicht. Gleich der erste Punkt – das Fehlen der Fähigkeit, Flash zu verarbeiten und entsprechende Grafiken und Filme abzuspielen –, wird als gar nicht so dramatisch angesehen. Apple möge dieses ressourcenhungrige Programm nicht, und Wired scheint auch kein Fan davon zu sein. Zitat: "Tatsächlich denken wir, dass dieser Mangel des iPads dazu führen wird, dass Flash stirbt." Denn werde das Gerät so beliebt wie iPhone und iPod Touch, dann seien mobile Browser, die Flash könnten, bald in der Minderheit.

Genauso unsentimental steht man dem Fehlen von HDMI gegenüber, was es unmöglich macht, das iPad an einen Fernseher mit dieser hoch auflösenden Bildtechnik anzuschließen. Es gebe ja sowieso nur zwei Arten von Menschen, die das iPad kaufen würden, schreibt der Autor: "Nerds wie du und ich, die sich auch für HDMI interessieren, aber längst einen Computer haben, den sie dazu anschließen können." Und dann noch jene, die das Gerät als Ersatz für einen Computer kauften. Die aber hätten garantiert DVD-Sammlungen und wüssten nicht einmal, was HDMI sei. Nicht schlimm also, dass Apple es sich gespart habe, einen weiteren teuren Stecker einzubauen, "nur um ein paar Geeks glücklich zu machen".

Ebenso entspannt zeigt man sich angesichts des fehlenden USB-Anschlusses. Immerhin gebe es ja einen Anschluss für das Tastaturdock, der den gleichen Zweck erfüllen könne. Entsprechende Adapter samt Software seien sicher bald auf dem Markt.

Verhaltene Begeisterung also. Euphorischer ist man da bei Engadget, einem Onlinemagazin, das sich nach eigener Auskunft "zwanghaft" mit technischen Spielzeugen und Elektronik beschäftigt. Ein erster Testbericht klingt daher so: Der Bildschirm ist "beeindruckend", die Rechengeschwindigkeit könne man "nur bestaunen", die Anmutung der E-Books sei so nah am klassischen Lesegefühl, wie man diesem kommen könne, ohne tatsächlich Papier zu benutzen.