Cebit Der Dinosaurier der IT-Messen
Die Cebit ist noch immer die weltgrößte Computermesse. Doch hat sie es zunehmend schwer, gegen spezialisierte Veranstaltungen zu bestehen.
© Angelika Warmuth/dpa

In Hannover laufen die Vorbereitungen für die Cebit 2010
Und dann gibt es noch die Cebit. Immerhin die weltgrößte Messe zum Thema Informationstechnik und Computer, auch wenn dieser Satz inzwischen gern mit dem Wort "noch" versehen wird. Denn die Cebit, die vom 2. bis 6. März in Hannover stattfindet, verliert an Bedeutung.
Seit Jahren sinkt die Zahl der Aussteller, 2009 gab es außerdem im Vergleich zum Vorjahr einen heftigen Einbruch von zwanzig Prozent bei der Besucherzahl. Auf das Niveau von 2001, ihrem besten Jahr, kommt sie schon lange nicht mehr. Danach sorgte die Krise der New Economy für Schwund. Inzwischen ist es wohl mehr das weltweit wachsende Angebot an Messen zum Thema IT, das den Betreibern Sorgen macht. Hinzu kommt die Schwierigkeit, mit Innovationen zu locken.
Denn wer Neuheiten in den Markt pressen will, tut das inzwischen lieber auf spezialisierten Veranstaltungen. Denn die bedeuten weniger Streuverluste, wie es im Marketing heißt. Von den Spezialmessen gibt es heute viele. Die CES in Las Vegas bietet vor allem Unterhaltungselektronik, der Mobile World Congress in Barcelona beschäftigt sich allein mit Mobiltelefonen und tragbaren Computern. Geht es um Hardware, trifft sich die Branche in Taipeh bei der Computex, geht es um Spiele, bei der E3 in Los Angeles.
Dazu haben große Firmen wie Apple, SAP oder Oracle längst ihre eigenen Fachmessen oder Events etabliert, um Produkte vorzustellen und Kontakte zu potenziellen Kunden zu knüpfen.
Die Cebit dagegen ist eine Messe, die alles bieten will und es damit immer schwerer hat. In diesem Jahr haben sich knapp 4200 Aussteller angemeldet, das sind noch einmal einhundert weniger als im vergangenen Jahr und es bedeutet wohl lediglich eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau.
Dabei hatten die Veranstalter das Konzept noch einmal überarbeitet und versucht, auf aktuellere Themen zu setzen. Der Fokus liegt nun auch nicht mehr allein auf professionellen Besuchern, Konsumenten und ihre Wünsche will man stärker widerspiegeln.
- Datum 26.02.2010 - 16:38 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Auch wenn die Messe Hannover flächenmäßig total überdimensioniert ist und außer der CEBIT keine wichtige Veranstaltung hat, zählt Qualität auf Messen mehr als Quantität. Die Mischung aus Besuchermesse und Entscheidermesse scheint hier auf jeden Fall nicht mehr zu funktionieren. Da gibt es noch den Gemischtwarenladen IFA, die Fotokina, die Mobile-Messe in Madrid. Die CEBIT muss sich stärker spezialiseren.
"Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen" sagte zwar der alte Goethe, der zu allen Gelegenheiten ein passendes Zitat bietet, aber ein kunterbunter IT-Jahrmarkt ist offensichtlich das falsche Geschäftsmodell. Deutschland war nie allzu bedeutend als IT-Exporteur, und es importiert angesichts des schwindenden Binnenmarkts zu wenige IT-Produkte, um den Aufwand für ausländische Aussteller noch zu lohnen. Alle geschäftlichen Verhandlungen lassen sich längst elektronisch erledigen. Die total vernetzte IT-Welt hat damit ihre eigenen IT-Ausstellungen als unnötig erwiesen.
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