Cebit Der Dinosaurier der IT-MessenSeite 2/2
Auch etwas Glamour sollte es sein. Partnerland ist 2010 Spanien, gewünscht war daher ein Auftritt eines Mitglieds der Königsfamilie. Die hat offensichtlich abgesagt, immerhin aber wird die Show nun der spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero eröffnen. Gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Ihr Niedergang ist nicht nur selbst verschuldet, er spiegelt auch die sinkende Bedeutung der deutschen IT-Branche. "Der IT-Standort Deutschland ist in höchster Gefahr", sagte Achim Berg, der Deutschlandchef von Microsoft, gerade in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Es gebe kaum noch deutschen Firmen, die im internationalen Wettbewerb eine Rolle spielten: "SAP und die Software AG, das war's."
Und was gibt es nun zu sehen? Die Betreiber setzen mehrere Schwerpunkte, von ökologischer Informationstechnik über dreidimensionale Darstellungen für Film und Fernsehen bis hin zu netzbasierten Anwendungen, sogenannten Cloud Applications. Zum ersten Mal wird es auch Musik als größeres Thema geben. "Cebit Sounds" soll einer der Versuche sein, der Entwicklung Rechnung zu tragen, dass Kunden mehr und mehr beeinflussen, was Firmen produzieren und anbieten.
- Datum 26.02.2010 - 16:38 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Auch wenn die Messe Hannover flächenmäßig total überdimensioniert ist und außer der CEBIT keine wichtige Veranstaltung hat, zählt Qualität auf Messen mehr als Quantität. Die Mischung aus Besuchermesse und Entscheidermesse scheint hier auf jeden Fall nicht mehr zu funktionieren. Da gibt es noch den Gemischtwarenladen IFA, die Fotokina, die Mobile-Messe in Madrid. Die CEBIT muss sich stärker spezialiseren.
"Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen" sagte zwar der alte Goethe, der zu allen Gelegenheiten ein passendes Zitat bietet, aber ein kunterbunter IT-Jahrmarkt ist offensichtlich das falsche Geschäftsmodell. Deutschland war nie allzu bedeutend als IT-Exporteur, und es importiert angesichts des schwindenden Binnenmarkts zu wenige IT-Produkte, um den Aufwand für ausländische Aussteller noch zu lohnen. Alle geschäftlichen Verhandlungen lassen sich längst elektronisch erledigen. Die total vernetzte IT-Welt hat damit ihre eigenen IT-Ausstellungen als unnötig erwiesen.
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