Aufgeschraubt Wissen, was drin steckt

Sobald neue Geräte wie das iPad oder das Nexus auf den Markt kommen, machen sich Schrauber daran, zu gucken, wie wertvoll das Innenleben wirklich ist. Ein paar Beispiele.

Das Innenleben vieler elektronischer Geräte hat irgendwann nur noch Schrottwert

Das Innenleben vieler elektronischer Geräte hat irgendwann nur noch Schrottwert

Das Innenleben des neuen Apple-Tablets iPad hat einen Gegenwert von 220 Dollar. Das schätzt zumindest iSuppli, eine Gruppe von Marktforschern, die ein eigenes Techniklabor betreiben. Darin zerlegen sie neue elektronische Produkte in ihre Einzelteile und berechnen, was diese wirklich wert sind – beziehungsweise wie groß die Gewinnmarge für das Unternehmen ist. Das interessiert nicht nur Börsianer. Auch für den Verbraucher kann es durchaus spannend sein zu sehen, wie viel sie für das Produkt als solches, und wie viel sie für Marketing, Fertigung, Forschung und die Marge des Unternehmens zahlen.

Demnach kosten die Einzelteile im teuersten 64-GB iPad mit 3G, für das Apple 830 Dollar verlangt, insgesamt 335 Dollar. Das mittlere Modell mit 32-GB-Flash-Speicher sichert Apple die größte Gewinnspanne. Zumindest vermuten das die Marktforscher basierend auf der Annahme, dass Apple bei diesem Gerät mit der größten Nachfrage rechnet. Aus Nutzersicht ist das ein vergleichsweise gutes Geschäft.

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Deutlich weniger fürs Geld bekommt, wer sich von Apple einen Musikplayer wie den kleinen iPod shuffle zulegt. Hier stecken nur 22 Dollar an Teilen unter der Hülle, inklusive Kopfhörer und Verpackung. Damit machen sie nur ein gutes Viertel des Preises aus. Dadurch ist laut BusinessWeek Apples Gewinnspanne bei dem kleinen shuffle deutlich höher als beispielsweise beim iPod touch. Bei diesem machten 2007 die Teile sogar 50 Prozent des Verkaufspreises von 147 Dollar aus.

Die Marktforscher haben aber nicht nur Apple-Geräte geschreddert: Das Nexus One bietet bei 174,15 Dollar Materialkosten (Verkaufspreis ohne Vertrag 529 Dollar), etwas weniger als das iPhone 3GS mit 178,96 Dollar (nicht ganz offizieller Verkaufspreis ohne Vertrag: 599 Euro). Das wird sogar noch geschlagen vom Motorola Droid, das seinen Kunden immerhin 179,11 Dollar an Materialwert bietet. Dabei lässt sich Motorola allein die 16GB Speicherkarte stolze 35 Dollar kosten. Noch ein paar Zahlen? Den LCD-Schirm des Gerätes setzten die Techniker mit 17,75 Dollar an und eine Versiegelung der Oberfläche, um den Touchscreen langlebiger und reaktionsfreudiger zu machen, mit 17,50 Dollar. Das G1 Handy von T-Mobile dagegen ist weniger aufwendig produziert und enthält nur Teile für 144 Dollar, also 255 weniger als der Verkaufspreis ohne Vertrag. Die Komponenten im Palm Pre sind mit 137,38 Dollar noch weniger wert wert, dafür kostet das Smartphone auch nur 300 Dollar.

Was man aus all diesen Zahlen schließen kann? Der Einstieg in das Geschäft mit elektronischen Kleingeräten kann sich lohnen. Für Apple zum Beispiel: Ein iMac aus dem Jahr 2006, der für 1299 Dollar über den Ladentisch ging, enthielt Teile im Wert von 873 Dollar.

 
Leser-Kommentare
  1. ...was für Billigkram manche Firmen verbauen.

  2. Bei solchen Texten und Vergleichen bleibt mir immer wieder die Spucke weg. Man mag meinen, dass im Jahr 2010 die Menschen erfahren genug sind um zu erkennen, dass sich ein technisches Produkt und der Endpreis nicht nur aus den Kosten der Hardware errechnen lässt. Ich rede nicht vom Marketing usw. Ich rede von den Entwicklungskosten für Software. Meint Ihr, das Betriebssystem, womit erst sich jedes Gerät bedienen lässt, ist vom Himmel gefallen, iTunes hat man um die Ecke gefunden und die Infrastrukturkosten für den Apple-Store haben Aliens geschenkt? Das kann man nicht einfach unter Entwicklung abspeisen. Ich will nichts runterreden, weder die Experten, noch diesen super Artikel.

    Nur vielleicht dann doch ein Hinweis: Alleine darin liegt der Erfolg von apple, weil sich die Jungs seit ihrer Gründung fragen, wie ein Mensch mit einem Gerät umgehen will. Die Kosten für Hardware sind hingegen Peanuts. Klingt unglaubwürdig? Warum hat dann Microsoft so ein Problem seit den letzten Jahren? Die kommen wegen der Usability nicht hinterher, genauso wie Samsung und Nokia und wie die alle heißen. Es hat ein Sinn, warum google.de nicht so überladen ist, wie yahoo.de. Und solche Erkentnisse und Umsetzungen kosten eine Schweinegeld.

    Ich bin empört über solche Artikel, denn eigentlich sollen sie doch Dinge in Frage stellen. Diese Kurzsichtigkeit elementare Elemente eines Produktes zu ignorieren ist grenzwertig.
    Sonst list man hier ja nur gute Artikel, aber heute.

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    • Lapje
    • 17.02.2010 um 13:37 Uhr

    Und wieder die gleiche Leier...

    Wann kapieren die Apple-Verfechter endlich mal, dass nicht nur Apple eine vernünftige Benutzerführung besitzt? Mein Cowon D2 Plus hat diese auch. ich habe bis jetzt nicht einmal die Bedienungsanleitung gebraucht. Das Gerät ist genauso hochwertig und robust verarbeitet und bietet zum Vergleich zum iPod sogar besseren Klang und mehr Möglichkeiten (z.B. SD-Karten zur Ergänzung des Speichers) fürs gleiche Geld...

    Und auch diese Firmen haben Entwicklungskosten. Da sieht man mal wieder wie überteuert Geräte von Apple sind...

    • Lapje
    • 17.02.2010 um 13:37 Uhr

    Und wieder die gleiche Leier...

    Wann kapieren die Apple-Verfechter endlich mal, dass nicht nur Apple eine vernünftige Benutzerführung besitzt? Mein Cowon D2 Plus hat diese auch. ich habe bis jetzt nicht einmal die Bedienungsanleitung gebraucht. Das Gerät ist genauso hochwertig und robust verarbeitet und bietet zum Vergleich zum iPod sogar besseren Klang und mehr Möglichkeiten (z.B. SD-Karten zur Ergänzung des Speichers) fürs gleiche Geld...

    Und auch diese Firmen haben Entwicklungskosten. Da sieht man mal wieder wie überteuert Geräte von Apple sind...

  3. Ich denke mittlerweile sind die Entwicklungskosten für das IPhone gedeckt, von Preisnachlass jedoch keine Spur. Und das IPAd hat sicherlich keine revolutionäre Software sondern wohl vielmehr ein Update des Smartphones. Die Frage ist wo hört Kostendeckung auf und fängt Gier an?

  4. sicherlich spielen die Entwicklungskosten, Arbeitskosten, Instandhaltung der Fabriken, Transport, Vermaktung,Management etc. eine gewisse Rolle und die oben benannte Rechnung ist dem wirklich nicht gerecht geworden.

    Trotzdem ist es auch Tatsache dass z.B. Apple überdurchschnittliche hohe Gewinnmargen ansetzt.

    Tatsache ist aber auch, dass bsp. Apple nur deshalb so teuer verkaufen kann, weil es bisher noch kein vergleichbares Konkurrenzprodukt gibt. Preisdiskriminierung kann Apple deshalb betreiben, weil z.B. das iPhone einizigartig auf dem Markt ist. Das muss man auch als nicht Apple-fan anerkennen.
    Gäbe es fünf Hersteller die eine annähernd gute Software hätten, dann wären die Preise schnell im Keller.

    Daher muss man eigentlich nur ruhig bleiben und noch etwas warten, da die anderen Hersteller schon iregendwann mitziehen werden... und dann fallen die Preise, auch bei Apple.

    • 2eco
    • 17.02.2010 um 13:26 Uhr

    Was sagen uns diese Zahlen? Nichts!

    Die Kosten die entstehen vom Forschungslabor bis zum Kunden haben mindestens den selben Stellenwert. Der Artikel erweckt den Eindruck, dass das Geschäft mit Elektronik eine Goldgrube ist. In der Realität sieht das anders aus.

    Es gibt immer mehr Konkurrenten, die Technik wird immer schnelllebiger und die Gewinnmargen immer kleiner. Heute bezahlt man für ein Notebook, welches vor 3-4 Jahren 1300€ gekostet hat nur noch 600€.

    Übrigens: Microsoft hat für Windows Materialkosten von 1,50€ (DVD, Hülle und Beschreibung) und die verkaufen das für weit über 100€ ;)

    • Lapje
    • 17.02.2010 um 13:37 Uhr

    Und wieder die gleiche Leier...

    Wann kapieren die Apple-Verfechter endlich mal, dass nicht nur Apple eine vernünftige Benutzerführung besitzt? Mein Cowon D2 Plus hat diese auch. ich habe bis jetzt nicht einmal die Bedienungsanleitung gebraucht. Das Gerät ist genauso hochwertig und robust verarbeitet und bietet zum Vergleich zum iPod sogar besseren Klang und mehr Möglichkeiten (z.B. SD-Karten zur Ergänzung des Speichers) fürs gleiche Geld...

    Und auch diese Firmen haben Entwicklungskosten. Da sieht man mal wieder wie überteuert Geräte von Apple sind...

  5. „Darin zerlegen sie neue elektronische Produkte in ihre Einzelteile und berechnen … wie groß die Gewinnmarge für das Unternehmen ist.“

    Wie hoch die Gewinnmarge ist, lässt sich doch nicht allein aus dem simplen Zerlegen eines Gerätes und der Berechnung der verwendeten Bauteile schlussfolgern.

    Dazu muss ich alle betriebswirtschaftlich relevanten Strukturen des jeweiligen Unternehmens kennen.

    Würde ich dies am Beispiel eines PKW tun, so käme man nämlich plötzlich auf den simplen Umstand, dass das Fahrzeug in Einzelteilen viel mehr kostet.
    Oder Luxusuhren, wo bei einigen auf das Werk über 50%, bei anderen wiederum 60% der Kosten auf reine Vermarktung entfallen.

    Bei Apple kommt hinzu, das für den PC im Preis die Software enthalten ist vom gleichen Herstellern, was bei anderen Hardware Anbietern im PC Bereich, die Microsoft nutzen, nicht so ist.

    Wie soll ich bspw. differenzieren, wie gross der Gewinnanteil eines zerlegten Laptops von Sony ist, wenn ich nicht den Kostenfaktor der Software kenne, der im Verkaufspreis enthalten ist?

    Die reine Reduzierung des Nutzens für den Verbraucher darauf zu richten, was er fürs Material bezahlt, ohne eine darüber hinausgehende Betrachtung der Kosten für Hard- und Softwareentwicklung, Finanzierungskosten, Lohnkosten, Vertriebs- und Marketingkosten etc. pp, zu berücksichtigen, geht fehl.

    So gesehen hat dann wohl immer noch der Eierdieb den höchsten Nutzwert mit 100%, aber auch nur, wenn er das Ei roh verzehrt.

    • joflo
    • 17.02.2010 um 14:29 Uhr

    Was mich ja mal interessieren wuerde: Sind bei den Preisen fuer die Einzelteile Marktpreise genommen worden oder auch da nur der reine Materialwert?

    Genau genommen bringen solche Aufschraubvergleiche nichts: Denn wen interessiert schon, wie viel die Einzelteile kosten? Wichtiger ist ja eher der Wert des Geraetes an sich, das heisst, zu welchem Preis koennte ein solches Geraet inklusive Entwicklungs- und Materialkosten aller Einzelteile und Software hergestellt werden? Da die Entwicklungskosten fuer ein einzelnes Geraet allerdings von den Verkaufszahlen abhaengen, laesst sich so etwas uebrigens nur nachtraeglich feststellen (und die spannende Frage: Zu wie viel Prozent sollen ie Entwicklungskosten von Produkten eingehen, die es nie zur Marktreife gebracht haben, also quasi das Risiko bei der Entwiclklung? Spaetestens hier verlaesst man den wissenschaftlichen Pfad). Falls man es dann doch schaffen solte, die tatsaechlichen Kosten des Geraetes herauszufinden, dann werden die Zahlen natuerlich wirklich spannend: Wie viel zahle ich jetzt fuer das Image des Produktes, wie viel fuer die Aktionaere?

    Insofern bringt der Artikel zwar ein paar nette Zahlen, die sich zum Smalltalk eignen und einen vielleicht schmunzeln lassen, wie viel billiger das Leben doch ohne Marketing und Unternehmensgewinnen waere, aber Schlussfolgerungen kann man aus diesen Zahlen noch nicht ziehen.

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