Neue Dimensionen 3-D ohne BrilleSeite 2/2

Auch beim Fraunhofer Institut glaubt man an den kommenden Boom: Das Heinrich-Hertz-Institut, das zu Fraunhofer gehört, hat in Kooperation mit der KUK Filmproduktion den Stereoscopic Analyser, kurz STAN, entwickelt. STAN ist ein Kamerasystem, das Hard- und Software in sich vereint und Stereobilder in Echtzeit aufnimmt sowie verarbeitet.

Stephan Gick, der das Team Digitale Kamerasysteme am Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen leitet, verfolgt die Entwicklung seit über zwanzig Jahren. Er sagt: "Bislang waren das eher Gags, aber jetzt ist man mit der digitalen Technologie tatsächlich so weit, eine vernünftige Qualität zur Verfügung zu stellen." Hierzu müsse man dem Filmteam auch das entsprechende Werkzeug an die Hand geben, und so etwas sei STAN. "Dadurch können Kameraleute die Grammatik der 3-D-Produktion verstehen, denn das Aufnahmeverfahren ist weitaus komplexer", sagt Gick. Schließlich arbeitet es nicht mehr mit einer Linse, sondern mit zweien.

STAN ist kein Zukunftsprojekt, sondern wird bereits eingesetzt, etwa bei der Liveübertragung der Deutschen Tourenwagenmeisterschaft. Laut Gick das optimale Einsatzgebiet, dafür sei STAN wie geschaffen.

Handliche 3-D-Kameras für den Privatkunden zeigt derweil die Firma Aiptek in Hannover: In der neuen Produktreihe 3-D Emotion erscheint ein Camcorder namens i2 mit integriertem USB-Stick. Das Gerät soll Mitte des Jahres auf den Markt kommen und etwa 200 Euro kosten.

Eine weitere Anwendungsmöglichkeit zeigt Visumotion, ein aus Jena stammendes Dienstleistungsunternehmen für 3-D-Lösungen: Eines der drei großen Displays, das den Messebesuchern sofort ins Auge fällt, basiert auf einer mehrschichtigen Optik namens CLD (Chromatic Light Deflector). Die Darstellung wirkt freundlich, das Bild ist hell. Zudem benötigt der Betrachter keine Brille, um den 3-D-Effekt zu genießen. "Diese Technologie eignet sich optimal für Schaufensterwerbung, da sie einen förmlich dazu animiert, sich das Bild genauer anzuschauen", sagt Vertriebsleiter Jürgen Schöneburg. Und wie Recht er hat. Ohne Brille kommt 3-D richtig gut.

 
Leser-Kommentare
  1. Ich freue mich schon riesig auf 3D!... habe aber nicht vor mir ein solches Gerät anzuschaffen.

    Die Einführung von 3D bedeutet nämlich, dass die Preise für gewöhnliches HD in die Knie gehen werden, ...und ich kriege für einen kleinen Preis ein messerscharfes Bild:-))

    Einige wenige Filme, wie z.B. "Avatar", lohnen sich natürlich in 3D, ... aber dafür gibt es ja das Kino:-)

    • ztc77
    • 04.03.2010 um 0:28 Uhr

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Kommentaren an der Diskussion. Die Redaktion/cs

    • carol
    • 04.03.2010 um 9:37 Uhr

    ich habe schon 1993 eine HMD auf der cebit in VGA auflösung aufgehabt. damals war das total super und ich wollte mehr.

    2010 wird mir eine schlappe shutterbrille vorgestellt. als wenn ich mit meinem laptop (wie viele andere auch) so ein superdisplay habe möchte und hätte.

    was soll der scheiss? die sollen endlich mal eine flache HMD mit min. 1200 x 800 rausbringen! kann doch nicht sein, dass in fast zwei jahrzehnten man bei so einer schlüsseltechnologie keine fortschritte gemacht hat.

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