Emotions-Erkennung Computer lernen GefühleSeite 2/2

"Und dann sind zum Beispiel Testfahrten für Marktforscher doppelt wertvoll", sagt Peter. Weil sie die wahre Haltung zum neuen Turbo-Auto ans Licht bringen: Bei Befragungen sind Menschen nämlich häufig zu freundlich, um zu sagen, dass ihnen die Kurvenlage überhaupt nicht gefallen hat oder sie sich beim Bremsen deutlich unsicher gefühlt haben. Oder sie sind um Selbstdarstellung bemüht und werten etwas ab, weil sie glauben, andere könnten es uncool finden.

Peter hofft, dass er mit diesem Lügendetektor-Argument Kunden für seine technischen Lösungen findet. Denn selbst wenn Computer schon viel über Gefühle gelernt haben – noch mangelt es an marktreifen Anwendungen. Bei Telefon-Hotlines hapert es nicht zuletzt am Datenschutz: So dürfen Kundengespräche normalerweise nur vom Teamleiter eines Unternehmens mitgehört werden, und auch nur dann, wenn der Kunde dem zuvor zugestimmt hat.

Schröder sieht die besten Anwendungsmöglichkeiten derzeit noch im Unterhaltungsbereich. "Hier ist das Risiko nicht groß, wenn die Maschine doch noch etwas falsch versteht", sagt er. Und glaubt: "Bis der kommerzielle Erfolg kommt, müssen wir noch besser werden."

Schröder kann immerhin schon einen verdammt höflichen Gesprächspartner präsentieren: Poppy ist ein sogenannter "Sensitive Artificial Listener", ein Zuhörer. Zwar versteht Poppy inhaltlich kein Wort. Die Pixeldame reagiert jedoch auf die Tonlage ihres monologisierenden Gesprächspartners, indem sie zustimmend nickt, gelegentlich erstaunt die Augenbrauen hebt oder beeindruckt nachfragt. Für viele mag das schon heute ein echtes Kaufargument sein. Gibt es doch genug Menschen, die ohnehin am liebsten sich selbst beim Reden zuhören.

 
Leser-Kommentare
  1. Dann wird man künftig noch mehr Menschen (die oft auch schon halbe Maschinen sind) durch Maschinen ersetzen.
    Das setzt doch phantastisch viele Arbeitskräfte frei, die dann viel wichtigere Arbeit tun können. Es sei denn, sie wollen nicht, sie wollen "anstrengungslos" Sozialhilfe kassieren.
    Wahrscheinlich wird man in zehn, zwanzig Jahren auch keine Mütter und Väter mehr brauchen, denn Rechenmaschinen können das alles viel besser.
    Und die überflüssig gewordenen Eltern können dann den ganzen Tag lang eintauchen in die Erlebniswelt unendlichen Spaßes.

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    Stellen sie sich mal vor, in 20 Jahren übernehmen solche Maschinen alle Arbeit (varausgesetzt, sie übernehmen nicht vorher die Weltherrschaft ;)), und finanzieren uns alle unsere süätrömische Dekadenz. Wäre das nicht mal ein Weg, das alles positiver zu sehen?

    Stellen sie sich mal vor, in 20 Jahren übernehmen solche Maschinen alle Arbeit (varausgesetzt, sie übernehmen nicht vorher die Weltherrschaft ;)), und finanzieren uns alle unsere süätrömische Dekadenz. Wäre das nicht mal ein Weg, das alles positiver zu sehen?

  2. Stellen sie sich mal vor, in 20 Jahren übernehmen solche Maschinen alle Arbeit (varausgesetzt, sie übernehmen nicht vorher die Weltherrschaft ;)), und finanzieren uns alle unsere süätrömische Dekadenz. Wäre das nicht mal ein Weg, das alles positiver zu sehen?

    Antwort auf "Ist doch suuuper !!!"
  3. Die Unemotionalität z.B. von Navis fand ich immer einen der grössten Vorteile. Statt Beleidigigt zu sein, berechnet es einfach einen neuen Kurs.

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