Apple-Chef Steve Jobs präsentiert das neue iPhone 4, auf dem auch das neue Betriebssystem laufen wird © Ryan Anson/afp/Getty Images

Apple möchte künftig Standortdaten seiner mobilen Kunden sammeln und hat daher seine Datenschutzbedingungen überarbeitet . Die Änderungen betreffen alle Nutzer des neuen Betriebssystems iOS 4.

Wer diese Software herunterlädt, die auf Apples iPhone, dem iPod und iPad künftig als Bedienoberfläche dienen soll, wird aufgefordert, Apple von nun an seine Standortkoordinaten in Echtzeit zur Weiterverarbeitung zu überlassen. 

Apple sichert natürlich Anonymität zu, einzelne Nutzer könnten über die Koordinaten keinesfalls zurückverfolgt werden. Die Daten dürfen allerdings von Partnern und Lizenznehmern des Unternehmens genutzt werden, "um Dienstleistungen, Inhalte und Werbeangebote zu verbessern", wie es dazu heißt . Was die Sammelbezeichnung "Partner und Lizenznehmer" beinhaltet, erläutert Apple nicht näher.

Apple fordert die Anwender auf, den geänderten Nutzungsbedingungen zuzustimmen, sobald sie neue Apps, Musik oder Filme aus dem iTunes Store herunterladen. Der Nutzer hat nicht wirklich eine Wahl, es sei denn, er lässt das Update sein: Ohne Zustimmung keine Apps, mit Zustimmung keine Privatsphäre.

Die Standortdaten wären für einige Dienste wie etwa das " Find my iPhone " von Nöten, sowie für weitere Anwendungen, die mit sogenannten location services arbeiten, heißt es bei Apple. Solche Daten lassen sich aber zum Beispiel auch an Marketingfirmen weiterverkaufen , die Einkaufszentren oder Werbekampagnen dort planen, wo sich die meisten Menschen tummeln. Im Menü "Einstellungen" soll es immerhin eine neue Rubrik "Location Services" geben, hier können die Nutzer einige Funktionen im Nachhinein wieder ausstellen.

Auch Anbieter von mobilen Werbeeinblendungen – die neue Werbeplattform iAd geht am 1. Juli an den Start – können künftig auf die Ortsmarken zurückgreifen. Produktwerbung von konkreten Geschäften oder Hinweise auf Restaurants und Bars sind zum Beispiel denkbar.

Wer diese Option ausschaltet, schreibt Apple, bekomme sehr wohl weiterhin Werbung, allerdings weniger zielgerichtet. Nach dem Motto: Wer das nicht mag, ist selber schuld. Dazu heißt es in den Datenschutzrichtlinien: "Apple und seine Partner nutzten Cookies und andere Techniken des mobilen Advertisings, um zu prüfen, wie oft Sie eine bestimmte Werbung ansehen, um Ihnen Werbung zu zeigen, die Sie interessiert und die Effizienz von Kampagnen zu messen." Unter folgendem Link soll man immerhin die Möglichkeit haben, die personalisierte Werbung wieder auszuschalten. Wie gesagt: Ganz ausschalten ist nicht möglich.