Stromverbrauch Anbieter verschleiern Energiebedarf von Notebooks

Verbraucherschützer mahnen schwammige Sparversprechen ab. Wer mit dem niedrigen Stromverbrauch seiner Geräte wirbt, muss auch sagen, worauf sich die Angaben beziehen.

Verbraucherschützer haben Notebook- und Displayanbieter erfolgreich abgemahnt, weil diese unkonkrete Angaben zum Energieverbrauch ihrer Produkte gemacht hatten. Der Handel locke bei der Energieeffizienz mit "Fantasie-Angaben", erklärte der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV). Der taiwanische Computerhersteller Acer hatte einen Rechner mit der Werbeaussage "bis zu 40 Prozent weniger Strom als vergleichbare Notebooks" beworben. Acer gab jedoch keinen Bezugswert an, kritisierten die Verbraucherschützer.

Der japanische Displayhersteller Eizo machte über die Vertriebsfirma Avnet Technology Solutions ähnlich vage Werbesprüche. Eizo-Displays verbrauchten "um bis zu 50 Prozent" weniger Energie, hieß es da. Immo Terborg von der Verbraucherzentrale Hamburg sagte: "Ohne eine klare Bezugsgröße sind die Angaben nichtssagend. Denn die Kunden können sich kein Bild über die vorgegebene Einsparung machen." Oft fehlten auch Angaben, wie viel Energie ein Notebook oder ein LCD überhaupt verbrauche, so Terborg.

Anzeige

Christian Noll, Energieexperte beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), sagte Golem.de, der Trend beim Energieverbrauch bei Notebooks und Netbooks sei insgesamt rückläufig. Der Kunde achte auf eine möglichst lange Akkulaufzeit. "Das sind Produktgruppen, wo der Verbrauch eher zurückgeht. Für besonders sparsame Netbooks überlegt die Jury Umweltzeichen, den Blauen Engel zu vergeben." Anders sehe es bei voll ausgestatteten Computern aus.

LC-Displays, die im Gegensatz zu LCD-Fernseher keine zusätzlichen Ausstattungsmerkmale wie Tuner haben, die den Energieverbrauch erhöhten, seien ebenfalls sparsam. Insgesamt verbrauchten LCDs natürlich weniger Energie als Röhrenmonitore, sagte Noll. Doch auch bei den LC-Displays fordere der BUND, dass ein Energielabel eingeführt werde, was die EU-Kommission jedoch bislang sehr zögerlich anginge.

Typischerweise verbraucht ein Standardnotebook zwischen 25 und 50 Watt und die Industrie bemüht sich, diesen Wert zu senken, um die Batterielaufzeiten zu verlängern. So tragen beispielsweise Atom-Prozessor, Chipsatz und LED-Backlights dazu bei, dass der Energiebedarf sinkt.

Edda Müller, stellvertretende Vorsitzende der Jury Umweltzeichen, erläuterte am Wochenende auf der Ifa, dass ein privater Haushalt insgesamt bis zu 40 Prozent Strom sparen könne, wenn neben Fernsehern auch bei Kühl- und Gefrierkombinationen, Waschmaschinen, Wäschetrocknern, DVD- beziehungsweise Blu-ray-Geräten, Espressomaschinen, Masterslave-Steckleisten, Wasserkochern und Netbooks nur Geräte mit dem Blauen Engel benutzt würden.

Der Text erschien bei golem.de

 
Leser-Kommentare
  1. Also erst einmal ist es nahezu unmöglich den Strombedarf eines Notebook genau zu ermitteln.

    Ich habe meines laut BatteryBar im Akkubetrieb einmal auf 8W gedrückt, und komme auf etwa 12W wenn ich es im Energiesparmodus nutze - könnte ich auch zu Hause tun, tue ich aber nicht, Bildschirm zu dimm und 16Bit Farbtiefe ist auch nicht ideal.
    Ich tippe mal das der Verbrauch dann bei mir bei etwas 24 Watt liegt - denn die Akkulaufzeit halbiert sich - allerdings ist dies im "Leichten Normalbetrieb" - ein wenig im Internet Browsen, Words und ähnliches.
    Wer eine Festplatte nutzt (statt SSD) sollte dann auch Programme nicht zu oft schließen denn sie laufen seit Vista überwiegen im RAM - das spart Strom - ein ständiges auf und zu von Firefox braucht viel Strom durch die regelmäßigen Festplattenzugriffe - und das spürt man im Energiesparmodus bei Akkubetrieb.

    Jetzt gibt es aber noch eine andere Möglichkeit der Notebooknutzung - Photos bearbeiten - zum Beispiel in Photoshop - mein Prozessor arbeitet unter Vollast und somit braucht er etwas mehr Strom - der Lüfter dreht auch schneller und benötigt auch mehr Strom - der Verbrauch steigt.
    Wer nun auch noch Photoshop mit einer Grafikkarte beschleunigt benötigt wieder wesentlich mehr Strom.
    Dazu kann ich bei meinem Notebook auch noch zwischen 2 verschiedenen Grafikkarten wählen - deren Stromverbrauch sehr unterschiedlich ausfällt.

  2. Wie man hier bei meinem Notebook den Stromverbrauch angeben sollte - ich weiß es nicht - natürlich kann man Maximum und Minimum angeben, allerdings würde dies eventuel zu irrationalen Entscheidungen führen - und wie berechne ich mein Minimum? Darf ich WLAN ausschalten - nutze ich vielleicht sogar Linux? Lasse ich ein Notebook eine leichte typische Aufgabe erledigen?

    Ein weiterer Punkt der hier meines Erachtens nach nicht richtig angesprochen wurde ist der Atom.
    Atom Porzessoren sind nicht reine Stromsparprozessoren.
    Ja, die benötigen wenig Strom - wurden für einen geringen Strombedarf konzipiert aber sie können einem vollwertigen Notebook (auch eines mit einem CULV Prozessor = Cheap Ultra Low Voltage) nicht das Wasser reichen da ihre Rechenleistung zu schwach ist.
    Photos könnte man auf einem Atom nicht bearbeiten - höchstens im Internet browsen und eventuell Dokumente in Word schreiben - nicht jedoch irgendwelche anspruchvolleren Aufgaben durchführen.

    Da ich vorher schon die Grafikkarte angesprochen habe - hier ist eine weitere Diskrepanz - es gibt dedizierte Grafikkarten und integrierte - die integrierten sind Stromsparender und meistens von Intel (Ich mag sie) - Gamern sind sie ein Greul.
    Ein Vergleich des Energiebedars würde jedes Gaming-Notebook sehr schlecht aussehen lassen - wegen des hohen Verbrauchs, dabei lässt sich dieser nicht verringern.

  3. Ein Nachteil der eigentlich keiner ist - denn Leistungsstärkere Komponenten werden immer mehr Strom brauchen als schwache.
    Wenn ich schon so weit bin dann könnte ich auch die Nutznieser einer Verbrauchsangabe nennen - denn die gibt es - Business Notebooks im 2000€ Segment - diese sind oft energiesparend ausgelegt aber haben eine noch für leicht anspruchsvollere Aufgaben ausgelegte Hardware - für Gaming sind sie dennoch ungeeignet.
    In dem Sinne - mein Notebook ist ein Sony Vaio SZ7

    PS: Ich bitte Tippfehler zu entschuldingen - irgendwie wollte Firefox nicht "posten" - und in IE8 habe ich keinen Spellchecker...

  4. Die Vergabe des "Blauen Engel" für Net- und Notebooks oder DeskTops allein vom Stromverbrauch abhängig zu machen, würde dem diesbezüglichen Umweltgedanken nicht gerecht. Da spielen sowohl die verwendeten (Gift) Stoffe bei der Herstellung sowie deren Recyclingfähigkeit bzw. Trennbarkeit bei der Entsorgung eine große Rolle. Man könnte das mit Energiebilanz umschreiben.
    Was den Betrieb der Geräte angeht, wurden bereits einige Randbedingungen angesprochen. Die Produktkennzeichnung "Energy Star" bescheinigt gewisse amerikanische Stromsparkriterien. Jeder Hersteller darf dieses "Gütesiegel" verwenden, so er denn dessen Einhaltung glaubt zu erfüllen, ohne daß dies jedoch von irgendeiner übergeordneten Institution geprüft würde.
    Wenn also, wie geschehen, der Vertrieb von Glühlampen nach und nach eingestellt werden muß, um sogenannten Energiesparlampen den Weg zu bahnen, sollten auch hier Kriterien ähnlich der ab 2011 geltenden Neuregelung der Energie-Effizienzklassen bei Elektrogeräten eingeführt werden. Wäre allemal sinnvoller als die Normung von Gurken oder Bananen.

    Eine Leser-Empfehlung
  5. "Mein jetziges Laptop, Dell XPS-1730, dümpelt so mit 100-200 Watt vor sich hin, je nach dem ob ich die Zeit lese oder mein Sohn zockt oder wir TV drauf schauen.

    Mein Desktop PC mit etwa gleicher Stärke braucht inkl. Peripherie ( Monitor, Maus, Tastatur, Speaker ) schon knapp das doppelte."

    Selten soviel Blödsinn gelesen.
    Das XPS-1730 hat nur 2 Grafikkarten in SLI Verbund, diese haben auch eine 2D und 3D modus. Zum anderen Verbraucht das Notebook im idle gerade mal 60-70Watt und unter last 120-140Watt.

    Was haben Sie den für ein Rechner, mein Desktop PC ist licht jahre schneller als ihr Notebook und brauch im idle gerade mal 124Watt, mit TFT, Router und Drucker.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service