Samsung Tab Eine Android-Galaxie in der Jackentasche

Im Markt der Touchpads entstehen erste Nischen. Eine davon baut sich Samsung mit einem kleinen, aber ernst zu nehmenden Android-Tablet namens Galaxy.

Das "Galaxy Tab" von Samsung

Das "Galaxy Tab" von Samsung

Bis vor Kurzem gab es die Kategorie der sogenannten Touchpads oder Tabletcomputer gar nicht. Dann kam das iPad und wurde zum Standard. Kaum findet es einige Verbreitung, fangen die ersten Hersteller an, sich in diesem neuen Markt Nischen zu basteln. Dell etwa hat mit dem "Streak" eine Art Mikrotouchpad oder Megasmartphone gebaut. Und nun will auch Samsung ein eigenes Format etablieren.

Der südkoreanische Mischkonzern stellte auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin eine Art Minitouchpad vor . Das " Galaxy Tab " ist circa ein Drittel kleiner als das Gerät von Apple (190 mal 120 Millimeter und 12 Millimeter flach) und nur ungefähr halb so schwer. Damit passt es gerade noch in die Innentasche eines Jacketts und kann trotzdem mindestens genauso viel.

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Der Speicher kann 16 oder 32 Gigabyte fassen und mittels Micro-SD-Karte um maximal 32 Gigabyte erweitert werden.

Als Betriebssystem fungiert Android in seiner aktuellsten Version 2.2, der Prozessor hat eine Taktrate von einem Gigahertz. Gefunkt wird via WLAN oder 3G – zusammen ergibt das ein schön schnelles Surfen und Laden von Inhalten.

Die für diese Geräte so wichtigen Apps, die Zusatzprogramme also, die sie erst nützlich machen, bezieht es aus dem Android Marketplace. Der hält davon inzwischen mehr als 70.000 ( Stand Juli 2010 ). Auch ein eigener Buch- und Zeitschriftenladen ist zugänglich und das Gerät taugt laut Hersteller sehr gut als eReader.

Telefonieren geht auch, allerdings nicht in normaler Haltung. Nicht nur, dass das dann aussähe, als hielte man sich ein Stullenbrett ans Ohr, Mikrofon und Lautsprecher sind auch so angeordnet, dass es nicht wirklich gut funktioniert. Man müsst es sich deswegen vor die Nase halten, was auch eher seltsam ist. Daher empfiehlt sich ein Bluetooth-Kopfhörer oder einer mit Kabel, den man in die vorhandene Klinkenbuchse steckt.

Natürlich ist kein Apfellogo drauf, ihm fehlt also der Perfektionsnimbus des Konkurrenten aus Cupertino. Und die Verarbeitung wirkt auch nicht so hochwertig wie die von Apple, da das Gehäuse komplett aus Plastik besteht und nicht aus gefrästem Aluminium.

Dafür kann das Galaxy Flash darstellen und hat zwei Kameras, eine in der Front und eine auf der Rückseite. Mit ihnen taugt es für Videoanrufe oder dank seines GPS-Moduls auch für die sogenannte Augmented Reality , die Informationsebenen über Orte der realen Welt legt.

Der sieben Zoll große Bildschirm zeigt kräftige Farben und hat eine Auflösung von 1024 mal 600 Pixeln. Damit steht er dem iPad – das wohl noch für einige Zeit der Maßstab in diesem Markt sein wird – nicht nach und bietet fast HD-Qualität. Allerdings hat der LCD-Schirm von Samsung keine Hintergrundbeleuchtung. Daher wirkt er nicht so brillant wie der des größeren Konkurrenten.

Auch der Akku hält mit sieben Stunden Filme zeigen nicht ganz so lang wie der des Marktführers.

Dafür ist das Galaxy deutlich handlicher und billiger. Zumindest bei Vodafone. Der Telefonkonzern bietet es in den kommenden Tagen für 299 Euro plus Verbindungsgebühren an, die bei 19,95 Euro beginnen. Bei O2 gibt es das Gerät im Mietkauf für eine Anzahlung von 99 Euro und eine monatliche Gebühr von 27,50 für zwei Jahre, was insgesamt 759 Euro macht. Auch bei der Telekom soll es für den von Samsung vorgeschlagenen und happigen Preis von 799 Euro zu haben sein. Vielleicht will man dem iPad im eigenen Shop keine Konkurrenz machen. Das ist ähnlich teuer – kann aber nicht wie ein normales Mobiltelefon genutzt werden.

 
Leser-Kommentare
  1. Liebe Zeit, werden Überschriften jetzt nicht mehr Korrektur gelesen?

  2. ...wird O2 das Pad für 99 Euro Vertrag anbieten...

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    Redaktion

    Danke für O2 - aber der Preis stimmt nicht ganz, das ist nur eine Anzahlung. Zusätzlich zahlt man zwei Jahre lang 27,50 Euro im Monat, das macht insgesamt 759 Euro.

    Habe das mal ergänzt.

    Beste Grüße
    Kai Biermann

    Redaktion

    Danke für O2 - aber der Preis stimmt nicht ganz, das ist nur eine Anzahlung. Zusätzlich zahlt man zwei Jahre lang 27,50 Euro im Monat, das macht insgesamt 759 Euro.

    Habe das mal ergänzt.

    Beste Grüße
    Kai Biermann

  3. Redaktion

    nein, um die Zeit nicht mehr :)

    Vielen Dank, wir haben das fehlende 'n' eingefügt.

    Beste Grüße
    Kai Biermann

  4. Redaktion

    Danke für O2 - aber der Preis stimmt nicht ganz, das ist nur eine Anzahlung. Zusätzlich zahlt man zwei Jahre lang 27,50 Euro im Monat, das macht insgesamt 759 Euro.

    Habe das mal ergänzt.

    Beste Grüße
    Kai Biermann

    Antwort auf "Ausserdem..."
  5. Ich kann ja verstehen, dass der erste Verkäufer einer neuartigen Produktkategorie Höchspreise ausruft-aber die Wettbewerber auch?

    Ich meine, diese Geräte kann man auch zu zivilen Preisen auf den Markt bringen. Anders durchbricht man Apples derzeitige Stellung nicht. Wenn ein Hersteller ein praktikables Surftablett zu Preisen zwischen 150 und 200€ auf den Markt brächte, er könnte nach dem Weihnachtsgeschäft auf einen Schlag die Vormachtstellung inne haben.

    Ich kaufe so ein Pad jedenfalls erst dann, wenn es in Preisregionen von Netbooks angelangt ist, vorher wirft man Geld zum Fenster raus.

    Ist bei Fernsehern ja genau so, da kriegt man mittlerweile auch annehmbares um 500€ und muss nicht mehr das dreifache hinlegen, nur um Krawall bei Kalwass zu glotzen.

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    UVP ist ja nicht Straßenpreis...

    UVP ist ja nicht Straßenpreis...

  6. UVP ist ja nicht Straßenpreis...

    Antwort auf "Wahnsinn"
    • Talor
    • 03.09.2010 um 20:48 Uhr

    Ich hoffe doch nicht!

  7. Viele scheinen nicht zu verstehen, dass die Komponenten solcher neu auf den Markt kommenden Geräte einen hohen Preis mit sich zu ziehen.

    Gerade das billige iPad ist definitiv für einen Kampfpreis zu holen und hat eine für apple unüblich geringe Gewinnmarge von 40%. Normalerweise fängt es bei apple erst ab 50% an.

    Diese Tablet ziehen genauso wie die neueren Smartphones einen dementsprechend hohen Preis mit sich, da die benutzten Panel und sonstigen Hardwarebestandteil wie ARM chip und Flash memory der neuesten Technologie entsprechen und somit dementsprechend teuer sind.

    Bei netbooks ist der panel von nicht allzu großer Bedeutung, bei einem Tablet jedoch ist die der panel vielmehr als nur das display, es ist das einzige Interaktionsbestandteil und macht vollkommen sowohl den input als auch den output des Gerätes aus.
    Ein weiterer Preisfaktor sind die noch astronomisch teuren slc-nand-flash memory chips, welche aufgrund ihrer Bewegungsinsensibilität als Bestandteil unausweichlich sind.
    Auch die ARM chips haben ihren Preis, da sie zwar nicht so stark wie die x86 chips sind, aber dafür eine deutlich bessere Energieverbrauch/Leistungseffinziens haben.

    In absehbarer Zeit wird sich daher nicht viel an der Preisstruktur der Tablets ändern, da die Panel und Prozessoren stets der neuesten Technologie entsprechen werden und auch der Preis für Flash memory/GB in den nächsten Jahren nicht großartig sinken wird.

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