E-BooksE-Reader können nun auch bunt

Ein chinesischer Hersteller hat angekündigt, digitalen Lesegeräten Farben beizubringen. Tablets büßen damit ein wichtiges Plus gegenüber dem E-Ink-Verfahren ein. von 

Der Hanvon N61H WiseReader und der N526 wurden erstmals auf der CES 2010 in Las Vegas vorgestellt. Sie können noch keine Farbe, dafür kann man auf ihnen Notizen im Text machen

Der Hanvon N61H WiseReader und der N526 wurden erstmals auf der CES 2010 in Las Vegas vorgestellt. Sie können noch keine Farbe, dafür kann man auf ihnen Notizen im Text machen  |  © Ethan Miller/Getty Images

Elektronische Lesegeräte gibt es inzwischen in vielen Formen und Farben. Sie kommen der Anmutung einer Buchseite erstaunlich nahe. Möglich macht das die sogenannten E-Ink-Technik , eine Methode, die elektronische Tinte zur Darstellung verwendet statt Licht.

Der Vorteil ist, dass das Display keine Hintergrundbeleuchtung braucht, was es angenehm für die Augen macht. Wobei es durchaus Studien gibt, die auch LCD-Monitoren eine augenschonende Lesesituation nachsagen. Elektronische Tinte verbraucht jedoch auch viel weniger Strom. Und ein E-Ink-Display ist im Gegensatz zu einem LCD-Monitor auch aus schrägem Blickwinkel gut zu erkennen. Der Nachteil indes: E-Ink-Displays gab es bisher nur in schwarz-weiß, Darstellung von Farben, etwa für Kinderbücher oder Multimedia-Anwendungen , fehlte bislang.

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Zwar wurden ein solches Farbdisplay bereits vor Jahren vorgestellt , bislang fand sich aber kein Hersteller, der es auch verbauen wollte.

Als erster hat nun der chinesische Hersteller Hanvon ein Lesegerät mit E-Ink-Verfahren in Farbe angekündigt. Stimmen die Berichte der New York Times , dann will Hanvon seinen bunten Reader dieser Tage auf der Tokyo Trade FPD International vorstellen. In den Handel könnte er schon im Frühjahr nächsten Jahres kommen.

Laut der Forrester-Research-Studie " Wie sich E-Reader in einer Tablet-Welt schlagen " besteht die Herausforderung vor allem darin, den Graben zu heutigen Tablets zu überwinden. Konkurrenzfähig würden die Anbieter zum einen über einen günstigeren Preis und zum anderen eben über Farb-Touchscreens in Bestqualität, heißt es in der Studie. Was Tablets können, ist also der Maßstab für den Erfolg der E-Reader.

Das sehen auch die Hersteller dieser Lesegeräte so. Amazon und Sony, um zwei prominente Anbieter des E-Ink-Verfahrens zu nennen, denken öffentlich immer mal wieder über farbige Displays nach. Vor allem im Zusammenhang mit der elektronischen Vermarktung von Kinder- oder Kochbüchern spielt Farbigkeit eine wichtige Rolle. Doch bislang fehlen offizielle Marktpläne.

Zwar hat Amazon seinem Kindle soeben ein Update verpasst, allerdings nur in Form einer leichteren, günstigeren Ausgabe des alten Modells. Es kommt also ganz ohne technische Neuerungen aus. 

Leserkommentare
  1. Schätze, das waren auch rund zwei Sekunden, bis die Seite umgelegt war. Wenn ich die Arm-Anfahrtszeit noch mitrechne und die Refokusierung nachdem der neue Seiteninhalt rund 20 Zentimeter weiter links zu liegen kam, bin ich bei fünf bis sechs Sekunden beim Umblättern.

    Hat jemanden ähnlich langsame Bücher oder kann das ein Einzelfall sein?

  2. ...sind wohl z.Zt. der vielversprechendste Kandidat um den "e-Readern" zum Einzug in den Hoheitsbereich der LCD's zu verhelfen. Wenn der Hersteller sein Versprechen (Marktreife Anfang 2011) halten kann, hätten sie wohl entscheidend viel Vorsprung - und die Weiterentwicklung von eInk würde dann wahrscheinlich zur finanziellen Sackgasse.

    Weitere Spieler im Wettrennen:
    http://www.heise.de/newst...

  3. das sich das Lesen per EBooks jemals durchsetzt. So lange die Preise für EBooks nicht wesentlich geringer sind als für normale Bücher, bleibt das EBook eine Randerscheinung

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    Das E-Paper hat doch riesige Vorteile, viele Werke sind dennoch weit günstiger oder umsonst. Komplette Luther Bibel für 99 Cent oder viele Werke von Göthe, Schiller, usw. völlig umsonst.

    Per günstigem Abo gibt es viele Tages- und Wochenzeitungen überall, günstiger und handlicher.

    Vor allem, sobald es sich durchgesetzt hat, kann man dann ruhig mal die Werbung verbieten, die tagtäglich zu 99% eh nur im Mülleimer landet. Ressourcenverschwendung pur.

    Von den Möglichkeiten für viele Autoren, die nicht Glück, Geld oder Beziehung haben, um ihr Werk zu veröffentlich mal ganz zu schweigen, denn leider wird nicht annähernd immer das Beste gedruckt.

    Auch für Schulen wäre die E-Paper Leser eine sinnvolle Änderung.

  4. Das E-Paper hat doch riesige Vorteile, viele Werke sind dennoch weit günstiger oder umsonst. Komplette Luther Bibel für 99 Cent oder viele Werke von Göthe, Schiller, usw. völlig umsonst.

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    Vor allem, sobald es sich durchgesetzt hat, kann man dann ruhig mal die Werbung verbieten, die tagtäglich zu 99% eh nur im Mülleimer landet. Ressourcenverschwendung pur.

    Von den Möglichkeiten für viele Autoren, die nicht Glück, Geld oder Beziehung haben, um ihr Werk zu veröffentlich mal ganz zu schweigen, denn leider wird nicht annähernd immer das Beste gedruckt.

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