Es gibt Hinweise, dass Apple eine kleinere Version des iPhones produzieren wird. Nach der Finanznachrichtenagentur Bloomberg berichtet nun auch das Wall Street Journal ( WSJ ) über ein Mini-iPhone. Das WSJ schreibt, Firmenchef Steve Jobs betreue trotz gesundheitsbedingter Auszeit das Projekt von zu Hause aus, es habe hohe Priorität für ihn. Eine Stellungnahme zu den Gerüchten lehnte Jobs laut dem WSJ aber ab, auch eine Firmensprecherin wollte sich nicht dazu äußern.

Nachvollziehbar wäre ein solcher Schritt. Denn Apple macht mit seinen Smartphones zwar Milliardengewinne , bedient aber nur das Luxussegment. Mit dem iPhone hatte Apple 2010 laut den Marktbeobachtern von IDC weltweit lediglich einen Marktanteil 3,4 Prozent.

Und die Konkurrenz wächst. Googles Android-Betriebssystem hat in den USA das iPhone bereits überholt: Google konnte seinen Marktanteil im letzten Quartal 2010 auf über 30 Prozent steigern. Apples Anteil hingegen stagniert in den USA bei 16 Prozent. Google entwickelt lediglich die Software und versucht, sie auf so vielen Modellen wie möglich laufen zu lassen. Apples Strategie, die Hardware selbst zu bauen, begrenzt das Wachstum.

Hinzu kommt neue Konkurrenz aus Europa. Nokia und Microsoft gaben am Freitag vergangener Woche Kooperationspläne bekannt. Nokia produziert seine Smartphones künftig vor allem mit dem Microsoft Betriebssystem Windows Phone 7. Nokia ist der weltgrößte Handyproduzent und verkaufte vergangenes Jahr über 400 Millionen Geräte.

Gleichzeitig hat der Smartphonemarkt immenses Wachstumspotenzial. Heute ist bereits jedes fünfte verkaufte Handy ein Smartphone. Im letzten Quartal 2010 wurden weltweit mehr als 100 Millionen Stück abgesetzt, fast doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. IDC erwartet für 2011 weltweit einen Umsatzzuwachs von 39 Prozent auf 421 Millionen Stück.

Der größte Teil davon wird im mittleren Preisbereich verkauft. Daran könnte Apple mit einem Mini-iPhone mitverdienen wollen. Billiger, leichter und kleiner soll das neue iPhone sein, da sind sich die Beobachter einig. Es könnte ein Einsteigermodell für neue Apple-Kunden werden, die sich ein teures nicht leisten oder auf den neusten technischen Schnick-Schnack verzichten können.

Auch in China und Indien könnte Apple mit dem Gerät expandieren. Dort entscheiden sich Kunden vor allem für günstige Prepaidgeräte, sagte Charlie Wolf, Analyst bei der New Yorker Investmentbank Needham &Co. , Bloomberg .