Chrome OSNotebook à la Google

Im Juni werden die ersten Geräte mit Googles Betriebssystem Chrome ausgeliefert. Die Chromebooks sollen die Nutzer noch enger mit dem Netz verbinden. von 

Der für Chrome zuständige Google-Vizepräsident Sundar Pichai stellt die Chromebooks vor

Der für Chrome zuständige Google-Vizepräsident Sundar Pichai stellt die Chromebooks vor  |  © Beck Diefenbach/REUTERS

Vor fast zwei Jahren präsentierte Google zum ersten Mal sein Browser-basiertes Betriebssystem Chrome OS . Seitdem erfreuten sich sowohl Googles Browser Chrome als auch die Smartphone-Plattform Android immer größerer Beliebtheit. Doch der erwartete "Google Laptop" mit Chrome OS wurde immer wieder verschoben. Einige mutmaßten bereits, dass Google das Projekt komplett einstellen würde, um sich gänzlich auf Android zu konzentrieren.

Das aber hat der Konzern nicht getan. Auf der firmeneigenen Entwicklerkonferenz I/O in San Francisco wurden jetzt die ersten beiden Geräte vorgestellt, die ausschließlich für Chrome OS entwickelt wurden: Die sogenannten Chromebooks. Produziert werden sie von Samsung und von Acer und sollen in den Markt zwischen den kleinen, billigen Netbooks und den teureren Tablets drängen. Also genau in das Segment, das derzeit von Microsoft und Apple dominiert wird.

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Die Chromebooks sind weder Laptop noch Computer, heißt es im offiziellen Werbevideo. Sie seien vielmehr das Internet – in einem Computergehäuse. Oder, wie Co-Gründer Sergey Brin in der anschließenden Pressekonferenz sagte : "Es ist eine neue Möglichkeit, seinen Computer zu verwalten".

Von normalen Notebooks unterscheiden sie sich vor allem dadurch, dass sie kein klassisches Betriebssystem mehr haben. Die Schnittstelle zu allen übrigen Anwendungen bildet der Browser. Programme werden nicht manuell installiert sondern, ähnlich wie bei Smartphones und Tablets über den integrierten App-Store erworben und aktualisiert.

Genau wie Apple und Microsoft arbeitet Google seit Jahren daran, seine Dienste in die Cloud zu verlegen und das Internet als Datenspeicher zu nutzen. Ob Dokumente über Google Docs, Bilder über Picasa oder Musik über das neue, ebenfalls auf der I/O vorgestellte virtuelle Musikmanagement Google Music : Sämtliche Daten und Dateien bleiben im Netz und sind damit jederzeit überall verfügbar. Zumindest wenn der Rechner eine Verbindung hat.

Um die zu gewährleisten, können die Rechner neben WLAN im Zweifel auch eine SIM-Karte nutzen, die in ein Fach an der Seite gesteckt wird. Via Mobilfunk bauen sie dann eine Verbindung zum Internet auf. Die laufenden Kosten für einen solchen Datenvertrag können den verhältnismäßig günstigen Preis des Geräts allerdings schnell relativieren.

Mit den Chromebooks werde nun "zum ersten Mal Software und Hardware als ein Service zusammengebracht", sagt Sundar Pichai, Vizepräsident von Googles Produktmanagement, während der Präsentation . "Es ist für Leute gedacht, die bereits im Netz leben." Eigentlich stimmt das mit dem "ersten Mal" nicht, denn auch Smartphones und Tablets basieren auf dem Konzept, Netzanwendungen und Gerät enger zu verbinden. Und Apple beispielsweise hat mit seinen Notebooks vom Typ "Air" schon Geräte im Programm, die ihre Daten allein aus dem Netz beziehen sollen und keine Laufwerke mehr haben.

Leserkommentare
  1. Wieder ein nutzloses Gerät...

    Der Atom Prozessor ist absoluter Unsinn - für Mobiltelefone und ähnliches zu Energiehungrig, für Notebooks eine Beleidigung (Wer was kleines leichtes braucht kauft ein Ultraportable mit einem LowVoltage CPU).

    Außer dass das Gerät für nichts außer Webseiten (ohne Flash, sonst gibt der Atom auf) zu gebrauchen ist, knebelt es einen an eine Internetverbindung, und an Google's Dienste.
    Ein reguläres Notebook funktioniert überall, und auch im Urlaub muss ich mir keine Sorgen machen, meine Daten sind bei mir.
    Bei dem google Ding? -> Im Ausland kosten Daten über einen Mobilfunktarif grundsätzlich sehr viel mehr als im eigenen Land, sprich man ist auf WLAN angewiesen - aber WLAN gibt es nicht überall.

    Ein weiteres Gerät um uniformierte Menschen an google zu ketten indem sie mit vermeintlich günstigen Produkten angelockt werden - aber das wird ja schon im Artikel ansatzweise angesprochen.

    Dazu kommt dann auch noch:
    Wer garantiert die Sicherheit der eigenen Dokumente bei google?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ChromeOS 'kettet' die Nutzer nicht an Google. Jeder Internetdienst kann genutzt werden, die Integration mit Google macht natürlich manches bequemer.

    Was das Urlaubsbeispiel angeht: warum nimmt man einen Rechner mit, wenn nicht um ins Netz zu gehen? Und für einfache Notizen etc. gibt es Anwendungen, die auch offline im Browser arbeiten (wie auch diverse Spiele).

    Und als Alternative gibt es ja weiterhin Windows Rechner, bei denen man sich die Zeit mit Virenschutz, nervigen Programmupdates und so weiter vertreiben kann:)

  2. "Google behalte nicht bloß die Daten auf seinen Servern, sondern bekomme auch die Kontrolle über sämtliche Anwendungen, heißt es. Sollte Google eine App zurückziehen, sind gleich alle Nutzer davon betroffen."

    An dieser Stelle hinkt der Vergleich mit Smartphone Betriebssystemen, bei den Apple oder Google Anwendungen aus der Ferne von den Geräten entfernen können:

    Eine Chrome 'Anwendung' ist letztlich weiterhin nur eine Internetseite, und die kann man jederzeit auch 'von Hand' ansteuern. Es gibt also keine totale Kontrolle durch Google, dass ganze Internet steht den Nutzern (natürlich) zur Verfügung.

  3. ChromeOS 'kettet' die Nutzer nicht an Google. Jeder Internetdienst kann genutzt werden, die Integration mit Google macht natürlich manches bequemer.

    Was das Urlaubsbeispiel angeht: warum nimmt man einen Rechner mit, wenn nicht um ins Netz zu gehen? Und für einfache Notizen etc. gibt es Anwendungen, die auch offline im Browser arbeiten (wie auch diverse Spiele).

    Und als Alternative gibt es ja weiterhin Windows Rechner, bei denen man sich die Zeit mit Virenschutz, nervigen Programmupdates und so weiter vertreiben kann:)

    Antwort auf "Nutzloses Gerät..."
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    Zum Beispiel um Photos von der Speicherkarte der Kamera zu kopieren.

    Reisen sie mit etlichen GB an Speicherkarten?

    -> Ich habe so 30GB auf CF Karten, das reicht für etwa 1000 Photos oder 1 Stunde Video auf den 3 8GB Karten.

    Aber auf bei Kompaktkameras ist ein "externes Speichermedium" sinnvoll.

    Das ignoriert noch dass ich gerne meine Photos recht schnell durchsehen und bearbeiten will, im Zweifelsfall kann ich dann immerhin einen zweiten Anlauf wagen.
    Im letzten Sommer kam ich mit ein paar 100GB an Photo und Videodaten heim - und das ist nur ein Hobby.

    Ansonsten: Musik, auf ein Notebook (mit externer Festplatte) passt mehr Musik als auf einen MP3 Spieler (auch mit 32GB), dazu braucht man das Notebook um ihn aufzuladen.

    Und nur bevor jemand fragt:
    Mein Notebook wiegt 1,74kg (laut Hersteller), läuft noch um die 4 Stunden mit dem Akku (bis 80% geladen) und ist 3 Jahre alt :)

  4. Zum Beispiel um Photos von der Speicherkarte der Kamera zu kopieren.

    Reisen sie mit etlichen GB an Speicherkarten?

    -> Ich habe so 30GB auf CF Karten, das reicht für etwa 1000 Photos oder 1 Stunde Video auf den 3 8GB Karten.

    Aber auf bei Kompaktkameras ist ein "externes Speichermedium" sinnvoll.

    Das ignoriert noch dass ich gerne meine Photos recht schnell durchsehen und bearbeiten will, im Zweifelsfall kann ich dann immerhin einen zweiten Anlauf wagen.
    Im letzten Sommer kam ich mit ein paar 100GB an Photo und Videodaten heim - und das ist nur ein Hobby.

    Ansonsten: Musik, auf ein Notebook (mit externer Festplatte) passt mehr Musik als auf einen MP3 Spieler (auch mit 32GB), dazu braucht man das Notebook um ihn aufzuladen.

    Und nur bevor jemand fragt:
    Mein Notebook wiegt 1,74kg (laut Hersteller), läuft noch um die 4 Stunden mit dem Akku (bis 80% geladen) und ist 3 Jahre alt :)

    Antwort auf "..mit vielen Vorteilen"
  5. Ist das Gerät denn in den normalen Arbeitsalltag integrierbar?
    Sind also Programme von z.B. Adobe (wie Photoshop) über den Store erwerb- und nutzbar? Mir ist klar, dass die Hardware nicht für solche Programme ausgelegt ist, aber für mich stellt dies eine prinzipielle Frage dar.

    Wenn das Niveau der Apps z.B. auf dem unsäglichen Niveau der Standard-Appleprogramme (iPhoto, iMovie..) liegt, würden diese Geräte in meinen Augen nur den User mit so ziemlich keinen Anforderungen zufriedenstellen.
    In diesem Fall würde das Gerät nur dabei helfen, viel Zeit im Internet zu verplempern. Welch ein Fortschritt..

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    > Wenn das Niveau der Apps z.B. auf dem unsäglichen Niveau
    > der Standard-Appleprogramme (iPhoto, iMovie..) liegt,
    > würden diese Geräte in meinen Augen nur den User mit so
    > ziemlich keinen Anforderungen zufriedenstellen.

    Diese Programme moegen sie vielleicht nicht zufriedenstellen, aber ich bezweifele das diese auf alle Benutzer eines Apple-Produktes zutreffen mag.

    Noch etwas zu den Chromebooks.
    Ein Chromebook ist, grob gesagt, nichts anderes als ein Standardlaptop, auf dem hauptsaechlich ein Browser laeuft. Also etwas, was ich auch mit jedem anderen Rechner direkt nachvollziehen kann. Was IST der handfeste Vorteil von diesen Geraeten? Die Batterielaufzeit ist auch nicht besser als z.B. ein iPad.

    Ist wohl einfach nichts fuer mich... :)

    • JKrems
    • 12. Mai 2011 14:46 Uhr

    Dass das ChromeBook kein All-Purpose-Gerät ist, will glaub ich keiner bestreiten. Allerdings würde ich bestreiten, dass irgendein Gerät ein "All Purpose Gerät" ist. Das ChromeBook ist einfach noch eine neue Klasse von Gerät, ähnlich wie das iPad. Und das ist gut so. Erstens können so im Bereich WebApps neue Impulse geschaffen werden und zweitens schaffen Innovationen auch immer neue Ideen für herkömmliche Produkte.
    Es wird eben vom Kunden verlangt, dass er weiß, was er tun will. Ich bin kreativ genug, mir Anwender vorzustellen, für die ein Notebook super ist. Um in der Vorlesung mitzuschreiben nur das Notebook rausholen und aufklappen? Mir auch bei einem 8 h Unitag keine Gedanken über Akku-Laufzeit machen? Gerne doch!

    Kurz: Das Ding ist sicherlich nicht für jeden was, ist aber ein spannendes Produkt. Und jetzt einfach zu schreiben "Braucht doch keiner!" zeigt einfach, dass man nicht genug Phantasie hat, um einmal kurz über den Tellerrand zu blicken. Computer MÜSSEN keine Platinen mit Plastikgehäuse sein sondern können auch transparent sein.

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    Kaufen sie ein Ultraportable - das läuft dann mitunter auch länger als das Google Ding.

    Übrigens, Wi-Fi ist ein Stromfresser, eben genau an der Uni wo sie vielleicht mitschreiben/mittippen (da habe ich aber Lieber Papier & Füllfederhalter) brauchen sie kein WLan - zumindest nicht ununterbrochen.

    Zum Thema "allrounder" - die gibt es schon, nennen sich Vaio SZ und Vaio Z, dafür kosten sie aber sehr viel.
    Aber auch ein Ultraportable ist wesentlich vielseitiger als so ein google Ding oder ein Netbook - auch auf einem Ultraportable kann man zum Beispiel Photos bearbeiten oder Videos encodieren - es dauert halt wesentlich länger als auf einem stärkeren Gerät.
    -> Bezüglich des Atom:
    Der 1. Atom Prozessor hatte ein viertel der Rechenleistung eines gleich getakteten Pentium M Prozessor...
    Natürlich sind die Atoms seitdem leistungsstärker geworden, aber andere Prozessoren sind es auch, und der Pentium M war bei der Einführung des Atom schon veraltet.

  6. ... das dieses Geraet ein Erfolg wird. Das Geraet kann nichts, was ein normaler Rechner nicht auch kann (ausser sofort on sein, immerhin was, aber das kann mein iPad auch).

    Und es wird (subjektive Vermutung meinerseits), nicht wesentlich einfacher zu bedienen sein, als ein normaler Computer, von einem iPad (meinetwegen auch Honeycomb-Tablet) ganz zu schweigen.

    Irgendwie verstehe ich die Nische nicht, in die das Chromebook rein will. Aber gut. Wir werden sehen, ob und wie gut es sich verkaeuft.

  7. Kaufen sie ein Ultraportable - das läuft dann mitunter auch länger als das Google Ding.

    Übrigens, Wi-Fi ist ein Stromfresser, eben genau an der Uni wo sie vielleicht mitschreiben/mittippen (da habe ich aber Lieber Papier & Füllfederhalter) brauchen sie kein WLan - zumindest nicht ununterbrochen.

    Zum Thema "allrounder" - die gibt es schon, nennen sich Vaio SZ und Vaio Z, dafür kosten sie aber sehr viel.
    Aber auch ein Ultraportable ist wesentlich vielseitiger als so ein google Ding oder ein Netbook - auch auf einem Ultraportable kann man zum Beispiel Photos bearbeiten oder Videos encodieren - es dauert halt wesentlich länger als auf einem stärkeren Gerät.
    -> Bezüglich des Atom:
    Der 1. Atom Prozessor hatte ein viertel der Rechenleistung eines gleich getakteten Pentium M Prozessor...
    Natürlich sind die Atoms seitdem leistungsstärker geworden, aber andere Prozessoren sind es auch, und der Pentium M war bei der Einführung des Atom schon veraltet.

    Antwort auf "Anwedungsfälle..?"

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