App LoopcamDigitales Daumenkino

Animierte GIF-Dateien waren in der Frühzeit des Webs weit verbreitet und sind heute nahezu ausgestorben. Eine App belebt sie nun wieder, als Mini-Filme zum Selberdrehen. von 

"Loopcam"-Filme gesammelt auf der Website des Fotografen und "Loopcam"-Fans Erik Wahlstrom

"Loopcam"-Filme gesammelt auf der Website des Fotografen und "Loopcam"-Fans Erik Wahlstrom

Name:Loopcam .

Inhalt: Animierte GIF-Dateien, also sich drehende Logos, glitzernde Namen oder zappelnde Figuren, waren einst der letzte Schrei im Netz. So ungefähr im Jahr 1870. Bald wurden sie dann zur Plage und galten als nervender Müll. Inzwischen ist das datensparsame Graphics Interchange Format (GIF) dank Flash, HTML5 und Megabit-Leitungen verdrängt worden und nahezu verschwunden. Die Zappeleien halten sich eigentlich nur noch in obskuren Foren, wo sie noch immer gern als humorige Illustration des Account-Namens eingesetzt werden.

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Jetzt haben ein paar Schweden die Zappel-GIFs wiedererweckt. Die kleine Stockholmer Firma Appsters veröffentlichte im Juli eine App namens Loopcam, die es jedem ermöglicht, mit wenig Aufwand einen Mini-Film zu drehen und als GIF zu speichern.

Ein mit der App "Loopcam" animierter Film

Ein mit der App "Loopcam" animierter Film

Ist die App installiert, nutzt sie wahlweise die vordere oder die rückseitige Kamera des Telefons, um auf Knopfdruck bis zu 50 Einzelbilder zu knipsen. Wie beim Trickfilm kann die Szene Bild für Bild verändert und aufgenommen werden. Die Bilder werden zusammen in einer Datei gespeichert, sodass Browser sie als Bildfolge interpretieren und wie einen Film nacheinander abspielen. Ohne Anfang und Ende wird die Bildfolge immer wieder in einem Loop angezeigt.

Die Ergebnisse können auf die Website von Loopcam hochgeladen und via Twitter, Facebook, Tumblr oder E-Mail mit anderen geteilt werden. Klingt simpel, ist es auch und bietet doch erstaunliche Möglichkeiten.

Selbstverständlich sind in den Loops haufenweise Haustiere zu sehen. Und es gibt natürlich auch die klassischen Daumenkinos: Zeichnungen, die scheinbar wie von selbst auf einem Blatt entstehen. Eigentlich aber ist die App ein wunderbarer Weg, absurde kleine Filme zu drehen.

Mindestens 20 Bilder pro Sekunde braucht das menschliche Auge, um eine Bewegung als flüssig wahrzunehmen. Die 50 Einzelbilder der Loopcam pro Film genügen also für mehr als zwei Sekunden hübscher Ideen. Und so fliegen denn plötzlich Menschen durch Klassenzimmer, werden Kleiderbügel aufgegessen oder vergehen sich Computermäuse an der TicTac-Schachtel.

Leserkommentare
  1. Naja, in den mehr oder weniger kreativen Ecken des Netzes sind sie noch zuhauf zu finden, z.B. hier: http://www.tumblr.com/tag...

  2. bin überzeugter Android-User und hab auch gleich eine vergleichbare App gefunden:

    Gifinator

    hab damit gerade in geschätzt 30 sek ein Gif erstellt,
    wo meine kopfhörer über den schreibtisch zappeln.
    (so als funktionaler Test)

    Man kann mit der App ebenso bilder in Folge aufnehmen und
    sie anschließend in unterschiedlichem Tempo abspielen.
    (über einen einfachen Regler)
    Dazu das Bild Drehen (90°,180°,270°) und dann speichern.
    Grundversion ist kostenfrei, für größere Bildspeichergrößen gibt es eine bezahlversion für ein paar cent.

    Hoffe, das wird nicht als Werbung gewertet.
    den Nutzen der App mag jeder selbst beurteilen.
    Ob es Gifs "wiederbelebt" bezweifel ich auch etwas.

    würde mich freuen, wenn Appvorstellungen soweit möglich nicht auf eine Plattform beschränkt werden.

  3. ganz sicherlich im internet nicht ausgestorben. hat der schreiberling dieses artikels kein internet?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    So steht doch am Anfang des Artikels: "Animierte GIF-Dateien". Lesen hilft.

  4. So steht doch am Anfang des Artikels: "Animierte GIF-Dateien". Lesen hilft.

    Antwort auf "gifs sind"
    • ecky93
    • 21. September 2011 22:06 Uhr

    Auch animierte Gifs sind noch lange nicht ausgestorben. Für so manche Ladeanimation werden sie noch gebraucht. Weil Flash erstens doof und zweitens doof ist. Das braucht viel mehr Speicher und ist wesentlich bedienunfreundlicher.

    Aber es ist schon richtig, früher war das sehr viel mehr in Verwendung.

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