E-ReaderNeue Hardware lässt Amazon alt aussehen

Sonys neuer E-Reader überzeugt mit seinem Multitouch-Display. Amazons Kindle kann da nicht mithalten. Die größte Konkurrenz für Sony dürfte aus Deutschland kommen. von 

Der Sony Reader Wifi wurde bei der Ifa in Berlin vorgestellt.

Der Sony Reader Wifi wurde bei der Ifa in Berlin vorgestellt.  |  © Sean Gallup/Getty Images

Neben den zahllosen neuen Tablets aller Formen und Größen wirken E-Reader immer ein wenig langweilig. Graue Schrift auf weniger grauem Hintergrund, keine Videos, keine Kameras. Doch auf und abseits der Ifa werden weiterhin neue Lesegeräte vorgestellt. Und die können immer mehr.

Sony bringt im Oktober den E-Reader Wifi auf den Markt. Der Name verrät es schon: Wifi kann Bücher über eine WLAN-Verbindung direkt herunterladen, der Nutzer muss das Gerät nicht an einen Computer anschließen. Über 3G verfügt der Reader allerdings nicht.

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Das 168 Gramm leichte Gerät hat einen Bildschirm mit Multitouch-Funktion, der beim ersten Test überzeugt: Umblättern funktioniert mit Wischgesten, der Text lässt sich mit zwei Fingern vergrößern. Das Markieren eines Wortes mit einem Finger öffnet ein Menü. Darüber lässt sich das Wort im eingebauten Wörterbuch oder bei Google nachschlagen oder nach einem entsprechenden Wikipedia-Eintrag suchen.

35.000 deutschsprachige Bücher bei Amazon

Neue Seiten bauen sich dem ersten Eindruck nach minimal schneller auf als bei einem Kindle von Amazon . Die Lesbarkeit ist dank des E-Ink-Pearl-Displays, also elektronischer Tinte, wie bei allen E-Readern sehr gut. Der Sony-Reader Wifi soll 149 Euro kosten, zehn Euro mehr als der große Konkurrent von Amazon.

Allerdings muss Sony noch beweisen, dass es bei den Inhalten, den E-Books, mithalten kann. 750.000 hat Amazon nach eigenen Angaben im Angebot, darunter 35.000 in deutscher Sprache.

Ab Oktober will Sony einen eigenen E-Book-Store eröffnen, der auch für Sonys Tablets gedacht ist. In Deutschland wird man dort allerdings erst Ende des Jahres einkaufen können. Mit wem Sony im deutschen Buchmarkt zusammenarbeiten wird, will der Konzern bei der Buchmesse in Frankfurt bekannt geben. 

Leserkommentare
  1. Der Autor muss ein wenig gekränkt sein von Amazon, dass er derart das Kindle schlecht macht.

    Das jetzige Kindle ist über ein Jahr alt. Es war als es herauskam der mit Abstand günstigste eReader und ist noch immer der technisch beste. Touch-Screen-Technologie ist zwar "fancy" aber eben nicht User-freundlich. Und wenn Sony jetzt eine vorab-version auf Messen vorstellt, kann man davon ausgehen, dass Amazons angekündigte Version (übrigens auch für den Oktober angekündigt) noch einmal um Längen besser sein wird als Sonys eReader.

    Leider: Auch Amazon hat angekündigt, Touch-Technologie in die neuen Kindles einzubauen. Mögen wir dafür beten, dass die physischen Tasten des jetzigen Kindles erhalten bleiben. Diese Konsequenz hat Amazon erfolgreich gemacht. Die Apple-iPhone-Touch-Hipster, die lieber Swypen als Nutzen, sind noch immer nicht die Mehrheit. Und: Leute beim Lesen zum Swypen zu zwingen wird sie noch eher dagegen aufbringen.

  2. dass die Diskussion über E-Reader so giftig geführt wird. Wer gerne Touchscreens benutzt ist ein "Hipster"? Ich blättere an meinem PRS auch über die Tasten, dennoch ist die Touch-Funktion alles andere als "nicht User-freundlich". Anstreichungen und Markierungen gehen entsprechend einfach von der Hand. Wer nur "richtige" eBooks liest, für den mag der Kindle das attraktivere Gerät sein. Wer allerdings hauptsächlich mit Dateien arbeitet, die eben nicht für eReader formatiert wurden, für den ist der Kindle schlicht unbrauchbar. Er beherrscht nämlich kein "reflow" von PDF-Dokumenten. Eine Buchseite in 11pt auf A4 kann ich mir entsprechend gar nicht ansehen. Also bitte erst informieren was genau welcher Reader was kann und anhand dessen überlegen für wen welches Gerät geeignet ist oder eben nicht.

  3. Hallo allerseits,
    ich will hier mal kurz aufklaeren warum buchpreisbindung und wie sie funktioniert.
    Das Gute an der ist, dass Buecher sich nicht untereinander konkurenz machen und massen autoren ihre buecher billig verschleudern waehrend exotischere buecher nicht gekauft werden weil die Preise zu hoch sind.
    Buchpreisbindung gilt nur fuer die jeweilige ausgabe. sprich das hardcover ist teuerer als das softcover, aber eben ueberall in jedem laden gleich teuer.
    Es steht also nichts entgegen auch das ebook billiger zu machen als die hardware Buecher.
    Und das sind sie auch. wer bei amazon.de schaut die kindle versionen sind meistens 1-2eur billiger. das ist jetzt nich wahnsinnig viel aber wer weiss wie das noch wird. Ein Anfang ist es alle mal.

    Ich verwende seit ca einem monat das kindle und es gibt nachteile zum herkoemlichen buch, aber auch sehr bedeutende Vorteile.
    Nachteile:
    * Ich finde mich einfacher zurecht in einem Buch, wenn ichmal wieder vor und zurueck blaetter um nochmal was nachzulesen
    * Reisefueherer sind einfacher zu handhaben, da man schneller blaettern kann als im ebook.
    * Batterie geht aus (aber erst nach mehreren Beuchern
    Vorteile:
    * Ich kann ueberall buecher kaufen.
    * Ich kann im Ausland Deutsche buecher kaufen
    * Ich schlepp nur 200gr an hardware mit fuer Buecher die mehrere Urlaube halten
    * Lesezeichen fallen nicht raus
    * Schriftgroesse aenderbar. (Ich seh schlecht und finde das sehr sehr gut)
    * Beim Lesen englisher buecher gibts immer ein woerterbuch parat

    • Fragend
    • 10. September 2011 5:35 Uhr

    Die hat das Kindle schon lange. Habe meins aus den USA mit weltweit 3G (umsonst) gekauft... und wissen Sie was? Mein 3G von Amazon kommt sogar, um die große chinesische Firewall rum.

    Muss mich meinen Vorgängern anschließen, wenn man schon keine Ahnung von Technik hat, dann sollte man sich schon informieren. Das nennt man dann Journalismus (an die Redaktion: dies ist nicht ausfallende berechtigte Kritik)

    • Acrux
    • 10. September 2011 8:44 Uhr

    eines Werks, und weil ein e-book eine eigenstaendige Ausgabe ist, kann der Verlag einen beliebigen Preis dafuer festsetzen. In den USA kosten e-books etwas weniger als die "mass-market paperback" Ausgabe, deutlich billiger als hardcover oder normales Taschenbuch. In DE gibts solche mass-market Ausgaben gar nicht, dafuer ist der Markt zu klein.

    Antwort auf "preise"
    • hg2000
    • 10. September 2011 11:08 Uhr

    Wenn alle so denken würden, würden wir heute noch auf Steintafeln kritzeln.

    Antwort auf "Bleiben wir"
  4. Ich muss ihnen zustimmen dass der Duft eines alten Buches durchaus nostalgisch wirken kann, und so ein Buch fühlt sich auch viel schöner an als ein eReader, ABER:

    1) Es gibt so viel "Ramschliteratur" aber auch "Einwegliteratur" (liest hier jemand Krimis zweimal?) heute, wenn die Leute dafür einen eReader nutzen anstatt Papier, dann dürfte dass auf Dauer sicherlich Resourcen schonen.
    (Aber dann bitte den eReader mehrere Jahre nutzen)

    2) Bücher von heute haben keine so gut Qualität wie alte Bücher. Früher waren alle Bücher gebunden, Hardcover auch noch in Leinen - das hält, bis das Papier zerfällt. Heute sind Bücher, leider auch Hardcover, überwiegend geklebt, das fällt auseinader - und das "Paper Cover" geht mit der Zeit auch kaputt.

    Antwort auf "Bleiben wir"
  5. Völlig richtig! Ein Touch Screen brauche ich bei Tablet PCs, einen E-Book Reader will ich eigentlich nur umblättern.

    Gott sei Dank kein 3G, damit habe ich etwas mehr Kontrolle was der Reader so alles raus twitschert...

    Viel mehr würde mich interessieren ob der Kontrast verbessert wurde. Mein etwas betagter BeBook Reader ist mehr Schwarz auf Grün/Grau statt Weiss... Stimmt es noch das gerade Touchscreens hier immer noch schlechtere Kontrastwerte haben?

    Antwort auf "Was bin ich froh..."

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Sony | Amazon | Google | Akku | Buchmesse | E-Book
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