Microsoft Windows 8 Windows neu gedacht

Microsofts neues Betriebssystem Windows 8 ist konsequent auf Touchbedienung ausgerichtet. Denn der Konzern sieht in den berührungsempfindlichen Screens die Zukunft.

Noch bevor Windows 7 im Juni 2009 fertiggestellt war, begann Microsoft mit der Entwicklung von Windows 8. Jetzt ist es im kalifornischen Anaheim auf der Konferenz Build erstmals näher vorgestellt worden. Mit Windows 8 will Microsoft auf den Erfolg von Windows 7 aufbauen und dessen Vorteile weiter nutzen, sich aber zugleich auf die sich verändernde Computerwelt einstellen.

Gemeint sind gleich mehrere Trends: der zu neuen Geräteklassen wie Tablets und Ultrabooks, der zur parallelen Nutzung mehrerer Geräte, vom Telefon bis zum Desktop-PC, der zur zunehmenden mobilen Nutzung – auf der Couch, im Bett oder unterwegs – sowie der steigende Grad an Vernetzung von Menschen und Applikationen. Mobilität bedeute nicht, Geräte herumzutragen und anschließend zu nutzen, sondern Geräte unterwegs zu verwenden, sagte Julie Larson-Green, Corporate Vice President Windows Experience.

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Geht es nach Microsoft, wird bald kein Display ohne Multitouch-Unterstützung mehr verkauft. Dem soll Windows 8 mit seiner neuen Benutzerschnittstelle (User Interface) namens "Metro" gerecht werden. Microsoft greift einige bekannte Multitouch-Gesten auf, nutzt diese aber zum Teil clever, um die Fingersteuerung effizienter zu gestalten. So hat Microsoft sich zur Navigation in sehr langen Listen etwas Neues ausgedacht: "Semantic Zoom". Mit den üblichen Spreiz- und Kneifgesten (Pinch and Zoom) kann die Darstellung der Kacheln verkleinert werden, bis alle Kacheln nebeneinander auf einen Bildschirm passen. In dieser semantischen Zoom-Ansicht können dann ganze Gruppen von Kacheln verschoben werden. Das geht sehr flott. Zudem können Gruppen einfach umbenannt werden.

Dabei stehen Funktionen wie der semantische Zoom auch den Metro-Apps zur Verfügung, was dafür sorgen soll, dass sich das System auf verschiedenen Geräten konsistent anfühlt.

Es bedarf keiner neuen Hardware, um Windows 8 nutzen zu können - von der Touchbedienung abgesehen. Denn das neue Betriebssystem soll mit Ressourcen sparsamer umgehen als Windows 7. Microsoft führt dazu unter anderem neue Techniken zum Stromsparen ein.

Windows 8 bootet auch deutlich schneller und zeigt nach dem Start einen neuen "Lock Screen" an. Dessen Hintergrundbild legt der Nutzer fest. Zudem sind auf ihm Informationen zum Netzwerkstatus zu sehen, der Ladestand des Akkus, eine Übersicht über anstehende Termine und die Zahl der neuen E-Mails, verpassten Anrufe und verpassten IM-Nachrichten.

Der Desktop als Applikation

Mit einem Wisch gibt der Schirm die Anmeldeseite frei. Dort kann sich der Nutzer mit einem Passwort, einer PIN oder einem sogenannten Picture-Passwort anmelden. Bei dieser neuen Variante zeigt Windows ein vom Nutzer hinterlegtes Foto, auf dem dieser drei Gesten ausführt, die er vorher festgelegt hat. Das Bild dient der Orientierung, wo die Gesten auf dem Display ausgeführt werden müssen. In der Demo klappte das Log-in mit einem Tippen auf das linke Auge, einem Tippen auf das rechte Auge und einer Linie, die von einem zum anderen Auge gezogen wird.

Nach dem Log-in zeigt Windows 8 die neue Metro-Struktur. Die auf Touchbedienung optimierte Oberfläche stellt auch die zentrale "Windows-Shell" dar und ersetzt das, was bis einschließlich Windows 7 der klassische Desktop war. Dennoch gilt: Jede Applikation, die unter Windows 7 läuft, soll auch unter Windows 8 laufen. Der klassische Desktop ist weiterhin ein fester Bestandteil von Windows 8, er wird aber erst dann gestartet, wenn eine Applikation ihn erfordert. Der Desktop kann also als eine Art Applikation betrachtet werden. Es soll keine Möglichkeit geben, direkt in den klassischen Windows Desktop zu booten.

Microsoft lässt aber keinen Zweifel daran, dass es klassische Desktop-Applikationen auch weiterhin geben wird. Sie sollen auch im neuen Windows Store gelistet werden.

Leser-Kommentare
  1. Mit diesem Schritt kommt Microsoft einer Zukunft näher, die dem Konzern sogar gegenüber Apple einen Vorteil bringen kann. Je besser das Betriebssystem für PCs auf Berührungseingabe angepasst wird, desto wahrscheinlich ist es, dass bei gegenwärtiger Entwicklung der Hardware bald auf Tablets, PCs, Notebooks, Netbooks und wahrscheinlich sogar großen Smartphones dasselbe Windows-System wird laufen können.
    Microsoft hätte mit einem Schlag eine Kompatiblität zwischen Plattformen hergestellt, die nicht nur Apple nicht besitzt - Cupertino strebt sie nicht mal an. Und auch Google ist davon noch weit entfernt.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    der User braucht kein notebook mit touchscreen. stellen sie sich mal dieses bild vor.

    Ich glaube auch dass das wieder so ein so-gut-wie-noetig-Ding wird voll ueberladen und zumeist instabil. etwas was wieder maechtig ressourcen schluckt.

    Was ist aus der mein os ist nur eine Datenbank geschichte von MS geworden?

    der User braucht kein notebook mit touchscreen. stellen sie sich mal dieses bild vor.

    Ich glaube auch dass das wieder so ein so-gut-wie-noetig-Ding wird voll ueberladen und zumeist instabil. etwas was wieder maechtig ressourcen schluckt.

    Was ist aus der mein os ist nur eine Datenbank geschichte von MS geworden?

  2. Doppelposting. Die Redaktion/sc

  3. - Als System für Tabs sieht das ja sogar interessant aus. Dummerweise brauche ich kein Tab. Für nichts.

    - Für Smartphones ist es nicht geeignet, weil all die netten Features aus dem Video nur auf großen Bildschirmen Sinn machen.

    - Für Notebooks und Desktops ist es ein riesiger Rückschritt. In dem Video sieht man keine einzige Funktion die nicht in der klassischen Ansicht besser und einfacher gehen würde. Wenn es wirklich so kommen sollte, dass man Metro nicht permanent deaktivieren kann, so werde ich wohl Win7 solange wie möglich nutzen und dann auf Linux umsteigen.

  4. iOs für die phones und tabs, und der Rest bekommt ein vollwertiges OS X. Es ist ein Unterschied ob ich im Netz surfe oder professionelle Anwendungen (Videoschnitt, 3D-Modelling, Bildbearbeitung) mache. Da ist die klassische Umgebung immer noch ungeschlagen: pragmatisch, schnell und übersichtlich. Das Problem von Windows 8: Es muss alles können.

  5. Thank you!

    But no, thank you...

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  6. Die Bestrebungen von Microsoft, in Zukunft "Touchi-Bunti"-Betriebssysteme für die Freizeitcomputeranwender anzubieten, bei denen das Look-and-feel auf Smartphone, Tablet, PC und vielleicht sogar TV gleich ist, finde ich nicht schlecht.
    Gerade wenn man berücksichtigt, dass Metro wohl nicht nur auf Touchscreens arbeitet, sondern auch mit Kinect-Steuerung zusammenarbeiten dürfte, mit der Microsoft gerade einen Meilenstein in der berührungslosen PC-Steuerung gesetzt hat.

    Für ambitionierte Anwender dürfte dies aber keine Alternative zum klassischen Desktop-PC darstellen.

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    • Daishi
    • 14.09.2011 um 14:46 Uhr

    Nach 1h habe ich Win 8h wieder deinstalliert.
    Die neue Oberfläche gefällt mir absolut nicht, die Bedienung ist klar auf touchscreen ausgelegt, mit der Maus ist die Bedienung umständlich. Da das normale Startmenü entfernt wurde, ist die alte Oberfläche nutzlos. Sollte die Finale Version in dieser Form erhalten bleiben, hoffe ich das Win 8 das Schicksal von Win ME und Vista teilt.

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