Name: Vibe

Inhalt: Hazem Sayed von der Firma Zami hat Vibe als Alternative zu Twitter entwickelt. Es ist ein Nachrichtendienst, bei dem die Botschaften anonym verschickt werden und gleichzeitig zeitlich und räumlich begrenzt sind. Man kann also keinem Absender folgen. Auch lassen sich nicht alle Vibe -Texte lesen. Sichtbar ist nur, was in einer vorher festgelegten Umgebung verbreitet wird. Die reicht von 50 Metern rund um den Absender bis 30.000 Kilometer, also weltweit.

Ein Beispiel: Ein Nutzer braucht spontan Hilfe beim Lösen einer Rechenaufgabe. Er will sich aber nicht blamieren und seinen Namen öffentlich machen. Also startet er die Vibe -App. Accounts gibt es dort nicht, alle " Vibes " werden anonym gesendet. Sichtbar für die Empfänger sind nur die GPS-Positionsdaten des Absenders. Er wählt eine Lebensdauer seiner Frage zwischen 15 Minuten und 30 Tagen sowie eine Reichweite. Ein " Whisper " erreicht alle Nutzer im Umkreis von etwa 50 Metern, ein " Shout " alle im Umkreis von knapp 50 Kilometern, ein " Bellow " alle Nutzer weltweit. Fünf solcher Stufen gibt es.

Nach Ablauf der Zeitspanne verschwindet die Frage aus dem Strom der Vibe-Botschaften. In diesem Fall wären 15 Minuten sinnvoll, weil er die Lösung so schnell wie möglich braucht – und eine weltweite Verbreitung, um möglichst viele Menschen zu erreichen.

Wegen dieser Funktionen ist Vibe gerade in New York zu einem beliebten Werkzeug der Demonstranten an der Wall Street geworden. Denn wer welche Nachricht oder welches Foto etwa über gewaltsam vorgehende Polizisten verbreitet, ist kaum nachvollziehbar. Es sei denn, das Smartphone des Absenders würde konfisziert, oder der gesamte Datenverkehr rund um die Vibe-Server überwacht. Der Absender ist also nur unter großem Aufwand zu identifizieren.

Das bedeutet natürlich auch, dass der Wahrheitsgehalt eines Vibes kaum zu verifizieren ist. Entwickler Sayed betont daher immer wieder, dass Vibe nicht gedacht war, um Proteste zu unterstützen. Er freut sich dennoch über die Zweckentfremdung und ist sogar von Kalifornien nach New York geflogen , um unter den Demonstranten weitere Nutzer für seine App zu gewinnen.

Plattform: Vibe gibt es bei iTunes für iPhone, iPod Touch und iPad ab iOS 3.0. Android-Besitzer müssen die Datei von der Zami-Website http://zami.com/v.html herunterladen und selbst installieren.