HandymarktSmartphone-Hersteller HTC macht sich selbst Konkurrenz

Zwischen dem iPhone 4S und dem Nexus Prime von Samsung droht HTC mit seinem neuen Flaggschiff Sensation XL unterzugehen. Die Firma hat zudem noch hausgemachte Probleme. von 

Das Sensation XL ist das jüngste unter den vielen Smartphones von HTC.

Das Sensation XL ist das jüngste unter den vielen Smartphones von HTC.  |  © HTC

Zwei Tage nach Apple stellt HTC nun sein neues Smartphone vor, das "Sensation XL". Dem iPhone 4S ist es, zumindest auf dem Papier, in mehrerlei Hinsicht voraus. Trotzdem ist abzusehen, dass es am Markt weniger erfolgreich sein wird.

Dabei ist es kein Geheimnis, dass HTC gute Smartphones baut. Auf dem weltweiten Handymarkt belegt HTC Platz sieben . Schon die Modelle Legend und Desire schnitten im vergangenen Jahr in Tests sehr respektabel ab . Gleichzeitig sind beide auch Ausdruck des grundsätzlichen Problems, das der Hersteller aus Taiwan hat. Erstens hat HTC derzeit 19 verschiedene Smartphones im Angebot, das Sensation XL nicht eingerechnet, zweitens klingen die Modellnamen immer wieder nach Superlativ: Legend, Incredible, Titan, Sensation, letzteres nun auch noch als XE und XL. Welches davon nun das Aushängeschild ist, wissen nur diejenigen, die sich gründlich mit der Modellpalette auseinandersetzen.

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Drittens konzentriert sich HTC bei den meisten Modellen auf einzelne Features wie Musik, Video oder soziale Netzwerke. Sie sind also für bestimmte Zielgruppen gedacht. Das ist einerseits kundenfreundlich, verwischt andererseits das Markenprofil. Und dank Apple ist der Smartphone-Markt nun einmal stark markengetrieben.

Kooperation mit den Kopfhörer-Spezialisten von Beats

Auch das neue Sensation XL ist streng genommen nicht das eine Über-Handy von HTC. Es hat nur einen – mit 1,5 Gigahertz getakteten – Single-Core-Prozessor, während das vor wenigen Wochen vorgestellte Sensation XE über einen Dual-Core-Prozessor verfügt. Das Display des XL ist mit einer Bildschirmdiagonalen von 11,9 Zentimetern riesig und deshalb prädestiniert für Videos und Spiele – aber die Auflösung von 800 mal 480 Pixel ist weniger gut als beim hauseigenen Modell Evo 3D.

Die 8-Megapixel-Kamera mit Weitwinkelobjektiv, Panorama-Funktion und einem besonders lichtstarken Sensor ist die leistungsfähigste, die HTC derzeit in seine Smartphones einbaut. Sie dürfte so manche Kompaktkamera in die Tasche stecken. Aber auch das Sensation XE ist damit ausgestattet.

Die beiden neuen Sensation-Versionen laufen unter Android 2.3.4, das auch als "Gingerbread" bekannt ist. Und die beiden sind die ersten Ergebnisse der Kooperation von HTC mit dem Kopfhörer-Produzenten Beats. Es ist der Versuch, die Marke zu stärken: Die Sensation-Smartphones sollen für herausragende Tonqualität, also Musikgenuss stehen. Sie sind deshalb speziell auf die im Lieferumfang des XE enthaltenen In-Ear-Kopfhörer und die dem XL beigelegten geschlossenen Kopfhörer von Beats abgestimmt.

Im November soll das Sensation XL auf den Markt kommen, laut basicthinking.de zum Preis von 619 Euro ohne Vertragsbindung. Aber schon die Konkurrenz aus dem eigenen Haus könnte viele potenzielle Neukunden verwirren.

Leserkommentare
  1. Ich würde Ihnen ein ungebrandetes HTC Sensation empfehlen, das Teil kann alles von Ihnen geforderte, ist gut verarbeitet und man bekommts mittlerweile OHNE Vertrag bei Amazon schon für 420€.

  2. ich bin da nicht gut informiert, aber dürfte nicht ein großer Teil des Stromverbrauchs auf das Telefonieren fallen? Im Gelände telefoniere ich ja meistens nicht (ist eh oft kein Empfang), und bei ca. 8h reine Telefonierzeit bzw. 14 Tage Standby-Zeit sollte es doch hinkommen, da doch die GPS-Funktion die ganze Zeit funktioniert. Der Bildschirm muss ja auch nicht die ganze Zeit an sein, sondern nur, wenn ich auf die Karte gucken will...

    Antwort auf "Nun ja..."
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    • Cando
    • 07. Oktober 2011 18:11 Uhr

    ... bei solchen Geräten sind das große Display (das macht wohl den allergrößten Teil aus), gefolgt von den Netzdiensten (UMTS, WLAN, Bluetooth - aber eben auch GPS).

    Die Netzdienste und andere Applikationen kann man natürlich ausschalten: Das erhöht die Akkulaufzeit ganz erheblich. Um genau zu erfassen wie lange das Gerät läuft, müsste man es testen: Niemand kann sagen wie lange das Display tatsächlich beleuchtet ist, wie oft GPS wirklich eingeschaltet sein muss, etc.

    Ich würde mal - ohne es getestet zu haben - vermuten, dass eine Akkulaufzeit von vier Tagen bei ständig eingeschaltetem GPS nicht zu erreichen ist. Zwei würde ich dagegen gerade bei Geräten mit schwächeren Prozessoren als beispielsweise dem Sensation, durchaus in den Bereich des Möglichen verorten.

    Aber da muss man sich dann natürlich irgendwann fragen: Braucht man ein Telefon, oder braucht man ein Gerät, das eigens auf diese Benutzung ausgelegt ist. Smartphones sind heutzutage eben echte Alleskönner, die immer mehr Geräte in einem vereinen - die gleiche Leistung in einem Gerät ist aber leider wegen der begrenzten Akkutechnologie nicht möglich.

    Ich bin auch kein Experte auf diesem Gebiet, habe mich da aber mal ein wenig eingelesen: Viel kann auf dem heutigen Stand der Technik wohl gar nicht mehr rausgeholt werden: Längere Laufzeit bedeutet stärkerer Akku und damit ein größeres Gerät, weil mehr Zellen erforderlich sind.

    • Cando
    • 07. Oktober 2011 18:11 Uhr

    ... bei solchen Geräten sind das große Display (das macht wohl den allergrößten Teil aus), gefolgt von den Netzdiensten (UMTS, WLAN, Bluetooth - aber eben auch GPS).

    Die Netzdienste und andere Applikationen kann man natürlich ausschalten: Das erhöht die Akkulaufzeit ganz erheblich. Um genau zu erfassen wie lange das Gerät läuft, müsste man es testen: Niemand kann sagen wie lange das Display tatsächlich beleuchtet ist, wie oft GPS wirklich eingeschaltet sein muss, etc.

    Ich würde mal - ohne es getestet zu haben - vermuten, dass eine Akkulaufzeit von vier Tagen bei ständig eingeschaltetem GPS nicht zu erreichen ist. Zwei würde ich dagegen gerade bei Geräten mit schwächeren Prozessoren als beispielsweise dem Sensation, durchaus in den Bereich des Möglichen verorten.

    Aber da muss man sich dann natürlich irgendwann fragen: Braucht man ein Telefon, oder braucht man ein Gerät, das eigens auf diese Benutzung ausgelegt ist. Smartphones sind heutzutage eben echte Alleskönner, die immer mehr Geräte in einem vereinen - die gleiche Leistung in einem Gerät ist aber leider wegen der begrenzten Akkutechnologie nicht möglich.

    Ich bin auch kein Experte auf diesem Gebiet, habe mich da aber mal ein wenig eingelesen: Viel kann auf dem heutigen Stand der Technik wohl gar nicht mehr rausgeholt werden: Längere Laufzeit bedeutet stärkerer Akku und damit ein größeres Gerät, weil mehr Zellen erforderlich sind.

  3. "Dazu bevorzuge ich "offene" Betriebssysteme" ...

    Von wegen. Wissen Sie denn nicht, dass Google seitens Oracle ein Riesenaerger ins Haus steht. Genau wg. dem sogenannten offenen Betriebssystem, das de facto keines ist, aber sein sollte?!

    Antwort auf "HTC.."
  4. mit dem iOS ;)

  5. Also diese Firma "Beats" als Audiospezialisten darzustellen ist schon mal verfehlt - ja, sie bauen Kopfhörer, aber in Sachen Tonqualität sind diese etwas verfehlt/nicht gerade angenehm.
    Hier kann man sich die "Frequency response" anschauen, diese sagt schon recht viel über die Klangsignatur aus:
    www.headphone.com/learning-center/build-a-graph.php
    (Anmerkung: Beyerdynamic DT 990 und Sennheiser IE8 sind schon etwas basslastig, ich finde aber auf eine angenehme Art)

    Was für ein Prozessor in so einem Gerät steckt ist mittlerweile auch schon egal. Das Betriebssystem ist wichtig - zum Vergleich, das erste Notebook im Haus hatte einen 666MHz Pentium 3 und 256MB RAM - da laufen moderne Seiten in Firefox 5 auf Windows ME.
    Wozu braucht also ein Mobiltelefon (!!) GHz Prozessoren und etliche 100MB an RAM? (Mein BlackBerry hat einen 1,2GHz Prozessor, 768MB RAM und eine Grafikkarte - letztere ist vielleicht für Effekte sinnvoll, frag man sich nur, wozu all die Effekte?)
    Wenn man die Betriebssysteme vernünftig optimieren würde bräuchte man nicht dauernd stärkere Geräte welche die Ineffizienz ausgleichen müssen. In dieser Hinsicht muss ich anmerken das jemand mit einem übertakteten HTC Telefon die Geschwindigkeit meines BlackBerry bei der Steuerung mochte.

    Und für 620€ ist das Ding überteuert - ich finde BlackBerrys schon sehr teuer (Bold 9900 in .de für 530€ ohne Vertrag zu haben) - alles was darüber liegt ist für mich nur ein Zeichen von Dummheit, den Vorteile gibt es keine.

  6. Ehrlich gesagt finde ich das relativ gut, dass HTC eine große Auswahl an Geräten hat und somit für jeden das richtige Handy in der richtigen Preisklasse dabei ist. Samsung und Apple sind fast nur für ihre High-End-Phones bekannt, während HTC z.B. mit der Wildfire Serie kleine und preiswerte Smartphones bietet. Letztlich gibt es für jeden die richtige Größe, den richtigen Preis und das richtige Betriebssystem (Android oder Windows Phone).
    An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass das Titan und Sensastion XL sich nur durch OS und Farbe unterscheiden und ansonsten baugleich sind.
    Dual-Core Prozessoren haben bei Smartphones eigentlich nur einen geringen Nutzen und sind bei Windows Phone eigentlich gänzlich unnötig, da das Betriebssystem ähnlich wie beim iPhone kein "echtes" Multitasking unterstützt.
    Qualitativ sind die HTCs eigentlich auch zufriedenstellend, ich kenne jemand, dessen 6 Jahre altes xda funktioniert immer noch. Was allerdings noch wünschenswert wäre, das wären höhere Displayauflösungen, wie beim ersten Sensation.

  7. Ich habe alle drei Betriebssystem genutzt und muss sagen, dass Windows Phone aufgrund seines abgeschlossenes Systems meiner Meinung nach wesentlich benutzerfreundlicher und einfacher zu bedienen ist. Android dahingegen ist eher was für Leute, die gerne rumbasteln. Ansonsten ist Windows Phone auch unglaublich stabil, ich hab seit März ein HD7 und hab noch keinen einzigen Absturz erlebt.

    Antwort auf "HTC.."

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Android | Apple | Samsung | HTC | Mango | Smartphone
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