iMessageAuch Apple kann die SMS nicht ablösen

Mit iMessage können die Besitzer von iPhones und iPads kostenlos Mitteilungen austauschen. Doch die Technik hat Tücken – wie alle anderen vermeintlichen SMS-Killer auch. von 

In wenigen Tagen hat der Short Message Service Geburtstag: Am 3. Dezember 1992 wurde die erste SMS verschickt. Für das Jahr 2011 rechnet der Branchenverband Bitkom allein in Deutschland mit 46 Milliarden versendeten Kurznachrichten. In den USA senden und empfangen Teenager durchschnittlich mehr als 100 SMS pro Tag . Der Markt ist also gigantisch.

Als Apple aber mit dem Betriebssystem iOS 5 auch den Dienst iMessage zum kostenlosen Austausch von Mitteilungen einführte, sprachen manche sofort vom bevorstehenden Tod der SMS . Verlierer wären die Mobilfunkkonzerne. Nun stellt sich heraus: Apple hat ein paar Fehler gemacht und iMessage ist weit davon entfernt, die SMS abzulösen.

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Mit iMessage ist es möglich, kostenlose Kurznachrichten von einem iOS-5-Gerät an ein anderes zu senden. Genutzt wird dabei eine Internetverbindung – also 3G oder WLAN. Die Mobilfunkbetreiber gehen dabei leer aus, weil die Internetnutzung bei Apples Geräten fast immer über eine Flatrate bezahlt wird. Nur wenn Sender oder Empfänger gerade keine Internetverbindung haben oder wenn der Empfänger kein Gerät mit iOS 5 hat, macht Apple aus der Mitteilung automatisch eine normale, also kostenpflichtige SMS. Und noch eine Besonderheit: Weil bei iMessage alle Daten über Apples Server verschickt werden, können Nutzer eine Konversation auf einem iPhone beginnen und später über ihr iPad oder ihren iPod Touch weiterführen.

Soweit die Theorie. Matt Galligan aus San Francisco zieht nach einem ausführlichen Test ein ernüchterndes Fazit. Apples geräteübergreifende Kommunikation funktioniere in vielen Fällen nicht, weil die Technik schlicht und einfach nicht durchdacht sei.

Das Problem liegt demnach in der Anmeldung: Wer iMessage nutzen will, muss sich sowohl zum Senden als auch zum Empfangen für eine Adresse entscheiden: die eigene Telefonnummer oder die Apple ID, also die E-Mail-Adresse, die dem Gerät zugeordnet ist.

So lange Sender und Empfänger mit dem Internet verbunden sind, funktioniert iMessage reibungslos. Es spielt keine Rolle, ob einer oder beide mit der Apple ID angemeldet sind oder beide mit der Handynummer. Haarig wird es, schreibt Galligan, wenn er mit der Apple ID von seinem iPhone an eine andere Handynummer sendet und der Empfänger antworten will. Seine Antwort geht sozusagen an Galligans Apple ID, nicht an seine Handynummer. Ist er aber in dem Moment nicht mit dem Internet verbunden, zum Beispiel, weil er auf Reisen ist, kommt die Antwort nicht an. Das System kann in diesem Fall auch nicht automatisch auf normale SMS umschalten, denn dazu bräuchte es als Empfänger ja Galligans Telefonnummer. Eine Fehlermeldung taucht nirgends auf.

Noch verwirrender wird es, wenn andere iOS-Geräte als iPhones ins Spiel kommen. Galligan hat eine Tabelle erstellt, die zeigt, wann iMessages im Nichts verschwinden . Zusammengefasst ist das immer dann der Fall, wenn der Empfänger mit der Apple ID angemeldet ist und keine Internetverbindung hat, oder wenn der Sender ein iPad und der Empfänger seine Handynummer benutzt, aber gerade nicht online ist.

Leserkommentare
    • jp31ffm
    • 30. November 2011 0:21 Uhr

    ... sei nur kurz erwähnt, dass aufgrund des täglich wachsenden Nutzerkreises dieser Platform die Betreiber leider (!) nicht mit dem Serverausbau hinterherkommen und somit häufiger Störungen auftreten.

    Letztenendes stimme ich meinen Vorkommentatoren bei, dass die Roaminggebühren im Ausland für Datenverwendung die SMS auf längere Sicht wohl doch nicht gänzlich überflüssig machen werden.

  1. 18. Nur so

    Nur das iPhone kann das iPhone noch ablösen ... Ähm, was will mir der Artikel sagen? Warum bemühen wir nicht mal das schöne Wort Lock-In?

    • azn
    • 30. November 2011 0:45 Uhr

    Haben Sie schon mal etwas vom BlackBerry Messenger gehört? Ich schreibe schon seit mehreren Jahren mit BlackBerrys, da mein halber Bekanntenkreis auch BBs benutzen. Und das überall auf der Welt, egal welche Rufnummer man gerade in seinem BB hat oder wo auf der Welt man sich gerade befindet. Sms schreibe ich nie von bb zu bb.
    Für mich ist bbm definitiv ein sms-killer, seitdem ich BlackBerrys habe. Warum das in Ihrem Artikel nicht erwähnt wird ist mir ein Rätsel. So unbekannt ist das BlackBerry in Deutschland auch nicht oder kennen Sie sich nicht aus?

    • dAnjou
    • 30. November 2011 1:02 Uhr

    Oh mann ...

    Als OpenSource-Fan weiß ich bei solchen Artikeln nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Es gibt mit XMPP (ehemals Jabber genannt) schon seit Jahren den Standard und das Bemühen, Kommunikation übers Internet dezentral und damit unabhängig zu gestalten. Nur bekommt es keiner mit, weil es verblendete "Journalisten" nicht schaffen, mal 2 Schritte weiter zu recherchieren.
    Nur so zur Aufklärung: jeder, der eine E-Mail-Adresse bei Google, 1&1, GMX oder web.de hat, hat schon ungehinderten Zugang zum XMPP-Netzwerk und kann Nachrichten mit jedem anderen Teilnehmer dieses Netzwerks austauschen.
    Und bei XMPP bleibt es ja nicht. Soll ich erst von IRC anfangen? Und was ist mit E-Mails, die hier auch schon in den Kommentaren angesprochen wurden? E-Mail hört sich jetzt so steinalt und verkalkt an, und das mag es auch sein, aber die Nutzer sind es doch ebenso, wenn sie es nicht schaffen, dieses Konzept entsprechend zu nutzen. Man möge mir erklären, wo genau der Unterschied zwischen SMS und E-Mail aus Sicht des Nutzers liegt!

    Soviel von mir, einem immer öfter von ZEIT Online enttäuschter Leser :(

  2. ... dass hier das Wort "Skype" noch nicht gefallen ist. Damit kann man sogar, hört hört, über das Internet telefonieren, wahlweise mit Video!!!!!

    Ich verstehe wirklich nicht wieso die Leute immer noch klassisch Telefonieren und Geld für SMS ausgeben!??

    Es reicht eine Internet-Flat ohne Telefon, bzw. die SIM-Karte dazu. Die ist dann auch nur halb so teuer wie die üblichen Verträge, hat aber viel mehr Traffic (5-10GB bis runtergedrosselt wird). Und dann holt man sich ein Smartphone ohne Vertrag bei Amazon. Doch, da gibt es auch billige Modelle. SIM-Karte rein, fertig.

    • Harald4
    • 30. November 2011 1:59 Uhr
    • Harald4
    • 30. November 2011 1:59 Uhr
    • Harald4
    • 30. November 2011 1:59 Uhr

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  • Schlagworte Apple | SMS | App | Flatrate | Sender | Smartphone
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