E-Books Apple attackiert Amazon mit neuer Software

Apples "iBooks Author" ist mehr als ein Werkzeug zum Erstellen von Lehrbüchern. Im Schatten seiner Bildungsinitiative startet Apple auch einen Angriff auf Amazon.

Multimediale, interaktive Bücher sind nicht nur für Bildungseinrichtungen interessant, sondern auch für den Ratgeber-, Reiseführer- und Sachbuchmarkt.

Multimediale, interaktive Bücher sind nicht nur für Bildungseinrichtungen interessant, sondern auch für den Ratgeber-, Reiseführer- und Sachbuchmarkt.

Apple drängt in den Bildungsbereich. Das Komplettpaket der am Donnerstag vorgestellten Apple-Produkte – also die iBooks 2, das Tool zu deren Produktion sowie das erweiterte Lehrangebot in "iTunes U" – ist ein Angebot, das sich für Schulen und Hochschulen mittelfristig lohnen könnte. Und natürlich langfristig für Apple selbst. Denn der Konzern liefert nun Verlagen, Schulen, Lehrern und Schülern gute Argumente, seine teure Hardware zu kaufen. Zunächst muss Apple dafür aber möglicherweise Kompromisse eingehen.

Viele Schulen sind finanziell schlecht ausgestattet, die Preise für das iPad müssten also sinken. Lance Ulanoff vom Blog Mashable spekuliert bereits, Apple werde noch in diesem Jahr eine abgespeckte Version für 199 Dollar anbieten. Auch für die iBooks, glaubt er, wird es Mengenrabatte geben. Am Ende muss für die Schule die Rechnung aufgehen: Die Anschaffung von beispielsweise 30 iPads pro Schulklasse sowie von einem neuen Set von iBooks für jeden Jahrgang muss günstiger werden als der Kauf von gedruckten Büchern, die nach fünf Jahren ausgetauscht werden müssen, weil sie veraltet sind und zu viele Gebrauchsspuren haben.

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Dazu ein Rechenbeispiel: Eines der Algebra-Bücher, die bereits als iBook 2 zum Preis von 15 US-Dollar verkauft werden, kostet in der gedruckten Fassung etwa 100 Dollar. Nach fünf Jahren muss es ausgetauscht werden. Da die iBooks 2 zwar von den Schulen gekauft, aber mit den Apple-IDs der Schüler verknüpft sein werden und deshalb nur von ihren iTunes-Konten aus zugänglich sind, müssen sie jedes Jahr neu von der Schule erworben werden. In fünf Jahren kommen da 75 Dollar zusammen. Legt man die jährliche Ersparnis von 25 Dollar für jedes Buch zugrunde, das ein Schüler braucht, kommen schnell 200 Dollar zusammen. Für die Schulen lohnt sich das also nur, wenn Bücher und iPads günstiger werden – und wenn die Hardware mehrere Jahre hält, bevor sie ersetzt werden muss.

Ende der Hochpreisstrategie ist fraglich

Was die Lehr- und Lernkultur angeht, sind die USA auf dem für Apple richtigen Weg: iPads werden bereits an vielen Schulen eingesetzt und künftige Lehrer und Schüler wachsen sowieso mit Tablets und den passenden Inhalten auf.

Für Apple müssen die Preise für Hardware und Inhalte allerdings so hoch bleiben, dass am Ende ein Gewinn herauskommt. Angesichts der bisherigen Hochpreisstrategie ist keineswegs ausgemacht, dass der Konzern wirklich Billigtablets anbietet oder große Mengenrabatte gewährt. Möglicherweise rechnet Apple aber sinkende Preise ohnehin ein, da Tablets insgesamt günstiger werden könnten, wenn diese Gerätekategorie weltweit beliebter wird.

Ein nicht zu unterschätzender Nebeneffekt von Apples Initiative aber könnte entstehen, wenn nicht nur Schulbuchverlage iBooks Author benutzen, sondern auch Hobbyautoren. Es gibt unzählige vergleichbare Programme und Websites für das E-Book-Publishing. Dem ersten Eindruck nach, da sind sich die Tester einig, ist Apples iBooks Author aber das bislang einfachste Tool dieser Art überhaupt. Wer einen Mac-Computer mit dem Betriebssystem OS X Lion (also OS X 10.7) und ein iPad besitzt, kann damit problemlos multimediale, interaktive E-Books erstellen und sie im iBookstore zum Verkauf einreichen.

Es braucht also keinen Verlag, um etwa Kochbücher und Heimwerker-Ratgeber mit Videoanleitungen zu konzipieren. Das gilt auch für Reiseführer, Textsammlungen etwa aus Blogbeiträgen, Bedienungsanleitungen oder auch für journalistische Formate wie lange Reportagen.

All das gibt es schon jetzt im iBookstore oder bei iTunes. Produziert wurden solche E-Books aber bisher von Spezialisten. Nun können auch Amateure ohne Programmierkenntnisse ihre Werke mit iBooks Author selbst produzieren und vertreiben. Apple verdient an jedem Buch 30 Prozent des Verkaufspreises.

Dieses Geschäftsfeld hat bisher vor allem Amazon für sich beansprucht. Amazon betreibt die Self-Publishing-Plattform Kindle Direct Publishing, verkauft mit den Kindle-Lesegeräten die passende Hardware und bietet speziellen Formate wie Kindle Singles an. Das sind Texte für den E-Reader, die zu lang sind für einen Magazinbeitrag und zu kurz für ein ganzes Buch. Auch Amazon behält in seinem Standardmodell 30 Prozent des Verkaufspreises für sich.

Hardware wird sich durchsetzen – Self-Publishing nicht unbedingt

Autoren werden von solchen Self-Publishing-Modellen erst leben können, wenn mehr passende Hardware im Umlauf ist. Das ist aber eine Frage der Zeit. Auch wenn Amazon keine genauen Zahlen nennt, gab das Unternehmen Ende vergangenen Jahres einen Einblick: Pro Woche wurden in der Vorweihnachtszeit eine Million Kindle-Geräte verkauft. Und Apple wird einer "konservativen Schätzung" zufolge allein in diesem Jahr 48 Millionen iPads verkaufen.

Außerdem müssen sich selbstpublizierende Autoren künftig in einem unübersichtlichen Markt behaupten. Durchsetzen werden sich nur diejenigen, die sich am besten selbst vermarkten, zum Beispiel in sozialen Netzwerken.

Für Amazon und nun auch für Apple kann das Selfpublishing ein netter Nebenverdienst werden. Sie verdienen an den Inhalten und bieten – jeweils exklusiv – die dafür passenden Lesegeräte an. Welches der beiden Unternehmen besser fährt, hängt davon ab, welche Art von E-Book beliebter wird. Bücher nur mit Text kann Amazon besser, weil der Kindle-E-Reader viel billiger ist als ein iPad, und zudem zum Lesen langer Texte besser geeignet. Multimediale, interaktive Bücher aber werden Apples Stärke sein, weil iBooks Author deren Produktion leicht macht und weil das iPad bisher das mit Abstand beliebteste Wiedergabegerät für solche Inhalte ist.

 
Leser-Kommentare
  1. Und diese Milchmuschirechnung ist natürlich auch fantastisch:

    Warum sollten die Verlage sich nun mit 75$*70%=52,50$ Dollar zufieden geben? Soviel kostet wohl kaum ein Buchdruck, zudem entstehen zusätzliche Kosten für interaktiven Spielkram...

    Wo ist denn da die Logik?

    Und in Deutschland muss ein Buch nicht nach fünf Jahren auf den Verbrennungsturm, sondern wenn es kaputt ist. Die Rechnung passt vorne und hinten nicht. Nicht zuletzt die Stromkosten und ein iPad WIRD keine 5 Jahre funktionieren, da es entweder vorher zum Schulaussenseiter-Verkloppen benutzt wird, runtergefallen, abgerippt oder einfach der Akku kaputt ist...

    Ich freu' mich schon auf die Schulbücher der Zukunft: "Guttenberg - Vorerst Mathe" oder "Wulff - Deutsch kommt hintendran" kann ja jetzt jeder machen. Und auch Apple kann Zentral alle Bücher zensieren, dann fehlt in der Liste der reichsten Menschen plötzlich Bill Gates...

  2. 2. PDF...

    Man könnte das auch noch weiterdenken und darüber sinnieren, in wie weit dies auch ein Angriff auf Adobes Monopol bezüglich PDF s darstellt.

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    Redaktion

    Apple konkurriert dank "iBooks Author" mit diversen Anbietern aus dem Bereich E-Books / Self-Publishing. Ich habe mich im Artikel auf Amazon konzentriert, weil beide Unternehmen auch die passenden Lesegeräte verkaufen, also die gesamte Palette vom Erstellen der Inhalte, den Inhalten selbst sowie der Hardware abdecken.

    Inwiefern hat Adobe ein "Monopol" auf PDF? Sie stellen die mit Abstand beliebtesten Werkzeuge zur Herstellung und zum Lesen her, das ist ja nun aber kein Monopol.

    Abgesehen davon ist PDF ein katastrophal schlechtes Format für Ebooks und wird in diesem Bereich eh Probleme bekommen. Es wird dort nur noch eingesetzt, weil einige Dienstleister nur PDF können. Sobald es nicht um Printlayout geht, ist es aber einfach nur falsch, es einzusetzen.

    Redaktion

    Apple konkurriert dank "iBooks Author" mit diversen Anbietern aus dem Bereich E-Books / Self-Publishing. Ich habe mich im Artikel auf Amazon konzentriert, weil beide Unternehmen auch die passenden Lesegeräte verkaufen, also die gesamte Palette vom Erstellen der Inhalte, den Inhalten selbst sowie der Hardware abdecken.

    Inwiefern hat Adobe ein "Monopol" auf PDF? Sie stellen die mit Abstand beliebtesten Werkzeuge zur Herstellung und zum Lesen her, das ist ja nun aber kein Monopol.

    Abgesehen davon ist PDF ein katastrophal schlechtes Format für Ebooks und wird in diesem Bereich eh Probleme bekommen. Es wird dort nur noch eingesetzt, weil einige Dienstleister nur PDF können. Sobald es nicht um Printlayout geht, ist es aber einfach nur falsch, es einzusetzen.

  3. Redaktion
    3. Stimmt

    Apple konkurriert dank "iBooks Author" mit diversen Anbietern aus dem Bereich E-Books / Self-Publishing. Ich habe mich im Artikel auf Amazon konzentriert, weil beide Unternehmen auch die passenden Lesegeräte verkaufen, also die gesamte Palette vom Erstellen der Inhalte, den Inhalten selbst sowie der Hardware abdecken.

    Antwort auf "PDF..."
  4. Die Bücher sind auch mit dem ersten iPad kompatibel, demnächst kommt das hardwaremäßig wohl deutlich aufgebohrte iPad 3 raus. Da sind kräftige Preisabschläge beim Vorgängermodell möglich - wie beim iPhone, wo es jetzt das 3GS als günstiges Einsteigergerät gibt.

    Und Apple hat schon häufig günstige Hardware für Bildungseinrichtungen angeboten, siehe Emac oder aktuell das weiße Polykarbonatmacbook, das es für Endkunden gar nicht mehr gibt. Deutliche Rabatte auf Standardhardware für Studenten und Lehrkräfte gibt es ebenfalls.

  5. Inwiefern hat Adobe ein "Monopol" auf PDF? Sie stellen die mit Abstand beliebtesten Werkzeuge zur Herstellung und zum Lesen her, das ist ja nun aber kein Monopol.

    Abgesehen davon ist PDF ein katastrophal schlechtes Format für Ebooks und wird in diesem Bereich eh Probleme bekommen. Es wird dort nur noch eingesetzt, weil einige Dienstleister nur PDF können. Sobald es nicht um Printlayout geht, ist es aber einfach nur falsch, es einzusetzen.

    Antwort auf "PDF..."
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    Was ist den die Alternative für PDF? PS? DVI?

    Wissenschaftliche Artikel sowie Bücher werden von kompetenten Autoren heutzutage in TeX oder LaTeX (oder anderen Variation) geschrieben - da sind die Ausgabeprofile DVI, PS und PDF.
    Letzteres ist auf Computern nie ein Problem - wie aber richtig angemerkt wurde auf mobilen Geräten, wobei ein BlackBerry Playbook mit einem LaTeX-generiertem PDF Dokument keine Probleme hat.
    (Ein Sony eReader fällt beim Reflow aber sehr schnell auf die Nase wenn es nicht aus Adobe's Acrobat kommt.)

    Und zum Thema "Lesbarkeit" - hat man zwei gedruckte Dokumente vor sich, Word und LaTeX sieht letzteres besser aus. (Hat sich sogar an der Uni bestätigt wo ich aktuell LaTeX predige :D)

    PDF hat ein festgelegtes Layout und ist damit für den Druck praktisch, aber für die Anzeige am Bildschirm im Grunde ungeeignet. Es gibt ja keinen "Einheitsbildschirm", auf den man das Layout abstimmen könnte - gelesen wird mit PCs, Notebooks, Tablets, eReadern und Smartphones. Alternativen? Epub, Mobi, XML, HTML, etc.

    LaTeX ist ja wieder genau auf den Druck ausgelegt und für eBooks schlicht das falsche Werkzeug. Was es allerdings schon gibt, das lässt sich auch ohne weiteres in eines der gängigen eBook-Formate konvertieren.

    Desweiteren wundert es mich, dass das iPad immer in einem Atemzug mit den eReadern von Amazon, Sony und Co genannt wird - dabei handelt es sich doch um ein völlig anderes Gerät mit einer ganz anderen Displaytechnologie. Ich hätte keine Lust, längere Texte auf dem iPad zu lesen. Gleichzeitig will ich auch nicht mit dem Kindle surfen. Das sind eben völlig verschiedene Geräte für unterschiedliche Zwecke.

    Was ist den die Alternative für PDF? PS? DVI?

    Wissenschaftliche Artikel sowie Bücher werden von kompetenten Autoren heutzutage in TeX oder LaTeX (oder anderen Variation) geschrieben - da sind die Ausgabeprofile DVI, PS und PDF.
    Letzteres ist auf Computern nie ein Problem - wie aber richtig angemerkt wurde auf mobilen Geräten, wobei ein BlackBerry Playbook mit einem LaTeX-generiertem PDF Dokument keine Probleme hat.
    (Ein Sony eReader fällt beim Reflow aber sehr schnell auf die Nase wenn es nicht aus Adobe's Acrobat kommt.)

    Und zum Thema "Lesbarkeit" - hat man zwei gedruckte Dokumente vor sich, Word und LaTeX sieht letzteres besser aus. (Hat sich sogar an der Uni bestätigt wo ich aktuell LaTeX predige :D)

    PDF hat ein festgelegtes Layout und ist damit für den Druck praktisch, aber für die Anzeige am Bildschirm im Grunde ungeeignet. Es gibt ja keinen "Einheitsbildschirm", auf den man das Layout abstimmen könnte - gelesen wird mit PCs, Notebooks, Tablets, eReadern und Smartphones. Alternativen? Epub, Mobi, XML, HTML, etc.

    LaTeX ist ja wieder genau auf den Druck ausgelegt und für eBooks schlicht das falsche Werkzeug. Was es allerdings schon gibt, das lässt sich auch ohne weiteres in eines der gängigen eBook-Formate konvertieren.

    Desweiteren wundert es mich, dass das iPad immer in einem Atemzug mit den eReadern von Amazon, Sony und Co genannt wird - dabei handelt es sich doch um ein völlig anderes Gerät mit einer ganz anderen Displaytechnologie. Ich hätte keine Lust, längere Texte auf dem iPad zu lesen. Gleichzeitig will ich auch nicht mit dem Kindle surfen. Das sind eben völlig verschiedene Geräte für unterschiedliche Zwecke.

  6. ... schaltet irgenwann das Gehirn aus.

    Ich werde meine Bücher ganz herkömmlich kaufen und lesen und bewahren. Schon während meines "beruflichen Lebens" für in- und ausländische Firmen und mehr als 40.000 km pro Jahr beruflich und verantwortlich im zweistelligen Millionenbereich war mein berufliches "Handy" nach dem Schließen irgendeiner Firmentür "aus" bis zum nächsten Morgen bis zum Eintritt durch irgendeine Firmentür. Seltsam .... es hat funktioniert und ich habe auch beruflich bestens überlebt.

  7. Was ist den die Alternative für PDF? PS? DVI?

    Wissenschaftliche Artikel sowie Bücher werden von kompetenten Autoren heutzutage in TeX oder LaTeX (oder anderen Variation) geschrieben - da sind die Ausgabeprofile DVI, PS und PDF.
    Letzteres ist auf Computern nie ein Problem - wie aber richtig angemerkt wurde auf mobilen Geräten, wobei ein BlackBerry Playbook mit einem LaTeX-generiertem PDF Dokument keine Probleme hat.
    (Ein Sony eReader fällt beim Reflow aber sehr schnell auf die Nase wenn es nicht aus Adobe's Acrobat kommt.)

    Und zum Thema "Lesbarkeit" - hat man zwei gedruckte Dokumente vor sich, Word und LaTeX sieht letzteres besser aus. (Hat sich sogar an der Uni bestätigt wo ich aktuell LaTeX predige :D)

    Antwort auf "Monopol"
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    Die wesentliche Eigenschaft von PDF ist die Erhaltung des Layouts. Das ist genau die Eigenschaft, die für Ebookreader und auch die Anzeige längerer Texte am Computer völlig irrelevant und sogar schädlich ist (ihr Sony-Reflow-Beispiel). PDF hat sich verbreitet, als Dokumente noch ausgedruckt wurden, möglichst auf einer fixen Seitengröße (bei uns A4); da ergibt diese Eigenschaft Sinn. Für Ebooks ist verpacktes HTML/CSS jeglicher Couleur (i.e. Epub, AZW) wesentlich besser geeignet (oder andere semantische Auszeichnungen, aber da gibt es sonst nicht mehr viel).

    Diesen Paradigmenwechsel kapieren einige Altlayouter nicht, die der Meinung sind, man müsse immer noch pixelgenau Positionen, Schriftarten, Größen und Zeilenabstände vorgeben und daher an PDF festhalten. Das ist veraltetes Printdenken, das die Nützlichkeit solcherart erzeugter Dateien enorm einschränkt.

    "Kompetente Autoren" ist übrigens ein "No true scotsman"-Argument. Wahrscheinlich gibt es eine vielfache Anzahl von fachlich kompetenten Autoren, die mit Wordvorlagen Dokumente erstellen als es überhaupt Latexbeherrscher gibt. Und es ist völlig irrelevant, welches Werkzeug genutzt wird, wenn das Ergebnis semantisch korrekte Dateien sind - was mit Word bei Vorlagennutzung genauso möglich ist.

    Die wesentliche Eigenschaft von PDF ist die Erhaltung des Layouts. Das ist genau die Eigenschaft, die für Ebookreader und auch die Anzeige längerer Texte am Computer völlig irrelevant und sogar schädlich ist (ihr Sony-Reflow-Beispiel). PDF hat sich verbreitet, als Dokumente noch ausgedruckt wurden, möglichst auf einer fixen Seitengröße (bei uns A4); da ergibt diese Eigenschaft Sinn. Für Ebooks ist verpacktes HTML/CSS jeglicher Couleur (i.e. Epub, AZW) wesentlich besser geeignet (oder andere semantische Auszeichnungen, aber da gibt es sonst nicht mehr viel).

    Diesen Paradigmenwechsel kapieren einige Altlayouter nicht, die der Meinung sind, man müsse immer noch pixelgenau Positionen, Schriftarten, Größen und Zeilenabstände vorgeben und daher an PDF festhalten. Das ist veraltetes Printdenken, das die Nützlichkeit solcherart erzeugter Dateien enorm einschränkt.

    "Kompetente Autoren" ist übrigens ein "No true scotsman"-Argument. Wahrscheinlich gibt es eine vielfache Anzahl von fachlich kompetenten Autoren, die mit Wordvorlagen Dokumente erstellen als es überhaupt Latexbeherrscher gibt. Und es ist völlig irrelevant, welches Werkzeug genutzt wird, wenn das Ergebnis semantisch korrekte Dateien sind - was mit Word bei Vorlagennutzung genauso möglich ist.

  8. (1) Sie schreiben "Bücher nur mit Text kann Amazon besser, weil der Kindle-E-Reader viel billiger ist als ein iPad, und zudem zum Lesen langer Texte besser geeignet."

    Und zudem zum Lesen langer Texte besser geeignet? Wie begründen Sie das? Sie führen nicht ein einziges Beispiel/Argument an, um diese These zu untermauern. Haben Sie in der Mittelstufe Deutsch geschwänzt, da wo man lernte, wie man einen Aufsatz schreibt und ein Argument strukturiert?

    (2) "Autoren werden von solchen Self-Publishing-Modellen erst leben können, wenn mehr passende Hardware im Umlauf ist. Das ist aber eine Frage der Zeit. Auch wenn Amazon keine genauen Zahlen nennt, gab das Unternehmen Ende vergangenen Jahres einen Einblick: Pro Woche wurden in der Vorweihnachtszeit eine Million Kindle-Geräte verkauft. Und Apple wird einer "konservativen Schätzung" zufolge allein in diesem Jahr 48 Millionen iPads verkaufen."

    Hardware wird sich durchsetzen – Self-Publishing nicht unbedingt? Wie passt die obige Passage zu dieser Überschrift? 1 Million Kindle-Geräte pro Woche und nach "konservativen Schätzungen" 48 Millionen iPads dieses Jahr scheint mir ein phänomenaler Zuwachs für diese Hardwarekategorie zu bedeuten (gemessen an 2011) und das Gegenteil dessen auszusagen, was Sie prognostizieren.

    Also, an den Artikel müssen Sie sich nochmal ransetzen und sich ein wenig tiefgreifender mit der Materie und vor allem mit Ihrer eigenen Argumentationsstruktur auseinandersetzen. Das macht hinten und vorne keinen Sinn.

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    Redaktion

    1) Zum Lesen langer Texte besser geeignet, weil der Kindle-E-Reader ein E-Ink-Display hat, also elektronische Tinte. Das ist auf die Dauer sehr viel angenehmer für die Augen als jedes noch so gute beleuchtete Tablet-Display. Ich bin davon ausgegangen, dass dieser Unterschied bekannt ist.

    2) Selbst wenn alle Erdenbewohner ein Tablet oder einen E-Reader besäßen, wäre nicht sicher, ob sie auch selbstverlegte E-Books lesen würden. Denn es ist sehr schwer, in dem Markt die Übersicht zu behalten. Ein Verlag bewirbt seine Bücher mit viel Aufwand - ein Autor, der das selbst tun muss, geht ganz schnell in der Masse unter.

    Ich habe darüber mal für die Frankfurter Rundschau geschrieben und denke, dass meine damalige Schilderung der "Selbstverleger-Szene" auch heute noch gilt: http://www.fr-online.de/p...

    Ich wünsche viel Spaß beim Lesen - egal, auf welchem Gerät. ;-)

    Redaktion

    1) Zum Lesen langer Texte besser geeignet, weil der Kindle-E-Reader ein E-Ink-Display hat, also elektronische Tinte. Das ist auf die Dauer sehr viel angenehmer für die Augen als jedes noch so gute beleuchtete Tablet-Display. Ich bin davon ausgegangen, dass dieser Unterschied bekannt ist.

    2) Selbst wenn alle Erdenbewohner ein Tablet oder einen E-Reader besäßen, wäre nicht sicher, ob sie auch selbstverlegte E-Books lesen würden. Denn es ist sehr schwer, in dem Markt die Übersicht zu behalten. Ein Verlag bewirbt seine Bücher mit viel Aufwand - ein Autor, der das selbst tun muss, geht ganz schnell in der Masse unter.

    Ich habe darüber mal für die Frankfurter Rundschau geschrieben und denke, dass meine damalige Schilderung der "Selbstverleger-Szene" auch heute noch gilt: http://www.fr-online.de/p...

    Ich wünsche viel Spaß beim Lesen - egal, auf welchem Gerät. ;-)

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