iPad : Apple will das Schulbuch neu erfinden
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Tablet-Marktführerschaft wäre auf Jahre hinaus gesichert

Lohnen kann sich das, wenn die digitalen Lehrbücher so viel günstiger sind als gedruckte Bücher, dass sich der Anschaffungspreis für die Geräte schnell amortisiert. Das gilt sowohl für den Fall, dass die Schulen die iPads kaufen und an die folgenden Klassen weitergeben, als auch für Schüler, die sich bislang ihre Bücher und künftig das Gerät selbst zulegen.

Die iPad-Bücher wären zudem multimedial, weil sie mit Videos und anderen Inhalten angereichert werden können. Weitere Argumente für das iPad im Unterricht wären das geringe Gewicht gegenüber mehreren gedruckten Büchern, der Spielcharakter, den iPad-Inhalte haben können, und die Möglichkeit, Updates für Bücher zu bekommen.

Frühe Gewöhnung an das geschlossene App-Modell

Sollte tatsächlich ein Geschäft mit mehreren großen US-Schulbuchverlagen verkündet werden, wird es zunächst vielleicht so aussehen, als ob Apple dabei draufzahlt. Das gälte vor allem dann, wenn die Bücher, wie von Steve Jobs angedacht, tatsächlich kostenlos verteilt würden. Das Unternehmen dürfte die Entwicklung der digitalen Bücher außerdem zumindest mitfinanzieren.

Dafür würde sich Apple ganze Generationen neuer Kunden für seine Hardware erziehen. Selbst wenn nicht die Schüler selbst, sondern die Schulen – und Universitäten – die iPads kauften, und selbst wenn der hohe Preis von Apple subventioniert würde: Millionen von Schülern würden künftig den Gebrauch eines iPads von klein auf erlernen. Nebenbei würden sie auch an das geschlossene iTunes- und App-Modell herangeführt. Dass sie sich später, wenn sie einen ersten eigenen Computer haben wollen, wenn sie aufs College wechseln oder auf die Universität, ein iPad oder ein entsprechendes Nachfolgemodell von Apple zulegen, erscheint mehr als wahrscheinlich.

Ein solcher Deal könnte Apple die Vormachtstellung im Tablet-Markt deshalb auf viele Jahre garantieren. Die Konkurrenz könnte nur eingreifen, wenn alle Verlage ihre Bücher auch für andere Betriebssysteme überarbeiten würden. Erst dann hätten die Schulen, die auf Tablets setzen wollen, zumindest eine Alternative.

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Kommentare

75 Kommentare Seite 1 von 10 Kommentieren

Bevor das Applegebashe wieder losgeht...

Es ist natuerlich ein Vorteil. Auf der anderen Seite ist Apple die einzige Firma, die das gesamte Oeksystem um das iPad mit bewaehrten Vertriebswegen, Appstore, zuverlaessiger Technik und Software unkompliziert anbieten kann. Dazu noch ein erstklassiger Kundenservice. Technisch hat die Konkurrenz sicher nicht das Nachsehen, aber wer hindert Verleger, wenn sich das Modell erstmal bewaehrt hat, nicht auch auf Android Bildungsliteratur anzubieten? Wenn die Tablets billig sind, kann Apple schnell Konkurrenz bekommen.

Man muss deswegen aber nicht gleich Angst vor einer Applegleichschaltung bekommen!

"Nebenbei würden sie auch an das geschlossene iTunes- und App-Modell herangeführt. Dass sie sich später, wenn sie einen ersten eigenen Compuert haben wollen, wenn sie aufs College wechseln oder auf die Universität, ein iPad oder ein entsprechendes Nachfolgemodell von Apple zulegen, erscheint mehr als wahrscheinlich."

Abgesehn von der Reibungslosigkeit, wie das Applesystem ineinander greift, kann Android das ebenso, inkl Appstore. Man koennte auch sagen, sie lernen, mit modernen Computer umzugehen. Dabei muessen sie sich nicht auf eine ihrer Spielarten versteifen. Was die Schule vorgibt, wird doch gerade von Schuelern eher mit Skepsis betrachtet. Den Coolness-Faktor haette da eher die Konkurrenz.

Die Macht der Gewohnheit

Sie unterschätzen die Macht der Gewohnheit. Viele Schüler und Studenten sind technisch völlig unzureichend informiert. Der "Vorteil" der Applewelt ist ein schön abgerundeter, vergoldeter Käfig. Kindern wird also von klein auf versucht, freie, offene Computer abzugewöhnen. Sie wissen ja nicht, was ihnen genommen wird. Denn das Appleökosystem widerspricht sowohl dem Bildungsideal der freien persönlichen Entfaltung als auch der freiheitlich demokratischen Grundordnung der BRD. Genau wie auch der Kindle werden hier Medien einer Kontrolle unterworfen, die wir von staatlicher Seite ausgehend als unfassbare Diktatur begreifen würden.

Nur werden sich zukünftige Generationen noch gegen einen Status Quo wehren können, der ihnen von der Grundschule an eingetrichtert wird? Wir erleben gerade welche Macht und welches Potential für die Menschheit das freie Internet entwickeln kann. Freiheit bedeutet aber auch Konkurrenz, und die wiederum bedeutet weniger obszön hohe Gewinne. Folglich tritt Apple in die Fußstapfen Microsofts im Kampf gegen freie Formate und Plattformen. Und was wäre beim Kampf um die Herzen der Konsumenten besser geeignet, als sie im hilflosen und naiven Kindesalter zu indoktrinieren?

Falls Apple sich für Bildung interessieren würde, so würden sie sich für Schulbücher in freien, plattformneutralen Webformaten einsetzen.

Geschlossen, aber sehr innovativ.

Apple behauptet sich aufgrund von seinen Innovationen noch sehr gut gegen Android, obwohl es sich nur um 3 Modelle handelt.
Sollte sich das geschlossene System als ueberlegen erweisen? Wenn ja, muesste man auf Vorteile verzichten, um ein freies System zu haben. Wie viele freie Systeme gibt es denn sonst noch ausser Android? Ohne iOS waer Android ein neues Microsoft. Wenn offene Systeme auf Dauer besser sind, werden die geschlossenen Systeme nicht gefaerlich werden.

Weil Apple mit Schulen feste Vertraege eingehen wird.

So wie der grosse Bruder, der auch dadurch auf die schiefe Bahn geriet und eher bremsend in der Entwicklung agierte, es auch gemacht hat. Und so wie ebend Microsoft jetzt wird Apple spaeter jeden Vorteil verspielt haben und behebig wieder in der Versenkung verschwinden.

Was mir Angst machen wuerde waere der Stoff der verm ittelt wuerde. Was hindert Apple daran nicht eigene Buecher in den bestimmten Themen zu parsen und Ihre Sicht der Dinge zu presentieren?

Vielleicht die Kultusministerien, die den Stoff vorher von Fachleuten prüfen lassen?

Außerdem, wer garantiert, dass die Schulbuchverlage nicht selbst schon dank ihrer quasi-Monopolstellung nach ihren Vorstellungen Inhalte anpassen.

Weiter: Zwar plant Apple laut Aussagen irgendwelcher ominösen Quellen, mit Autoren zusammen zu arbeiten. Aber heisst das jetzt automatisch, dass Apple den Autoren diktiert, was sie schreiben sollen? Und das soll anschließend kein Verantwortlicher merken?

Für Apple wäre es doch ein unglaubliches Risiko, einen Shitstorm aus den Pressehäusern loszureißen, nur weil man die Inhalte nach eigenen Ansichten verändert. Wozu? Zur Zeit läuft bei denen verdientermaßen alles so rund, dass sie es gar nicht nötig haben, so etwas zu riskieren. Sie binden doch schon ihre Kunden an sich, in dem sie anscheinend Produkte schaffen, die den Nutzer überaus zufrieden stellen.

Lasst uns mal abwarten, was jetzt am 19. Januar passiert. Am Ende wird's vielleicht
eine Ankündigung, die man niemals vergessen wird, so wie bei der Beatles-Präsentation ;)

Keine Sorge..

"Für Apple wäre es doch ein unglaubliches Risiko, einen Shitstorm aus den Pressehäusern loszureißen, nur weil man die Inhalte nach eigenen Ansichten verändert. "

Apple brauch keinen Shitstorm aus den Presse-und Verlagshäusern zu fürchten, hoffen diese doch mit Apple ihre eigenen Unternehmen zu retten - oder warum glauben Sie wird alles was Apple produziert so hochgelobt? Mit Sicherheit nicht wegen der tatsälichen Qualität der Produkte, die ist schon seit geraumer Zeit nicht mehr so berauschend.

Nein, diese kostenlose Werbung hat ihren Ursprung darin, daß die Verlage ihre Zeitungen über den Applestore als Apps verkaufen können. Und da die Verlage ihre gedruckten Ausgaben nicht mehr loswerden, hoffen sie damit ihre Krise zu überstehen.

Der Computer ist keine Geige.

Wenn Kinder etwas sehr gut können, dann ist es Lernen. Das Dumme daran ist in den meisten Fällen, dass ihnen Erwachsene erzählen, was sie zu lernen haben. Und sie lernen es, weil eben hinterfragen können, ob das Gut ist oder nicht.
Und hier liegt die eigentliche Aufgabe der Erwachsenen: das Ob und Wie des Lernens.
Dazu sollte man sich aber erst einmal darüber klar werden, wie denn überhaupt gelernt wird. Gemeint ist, wie das kleine Kindergehirn die Welt sieht und verarbeitet.
Und für alle die, die es bis jetzt noch nicht kapiert haben; Kinder lernen aus Computern nichts wertvolles, auf das man im weiteren Verständnis von Bildung zurückgreifen könnte. Näheres dazu von Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer, der eine Reihe Bücher dazu verfasst hat.
Sie würden ja auch nicht mehr zu einem Arzt gehen, der keine Ahnung hat, von dem, was er tut, dafür aber enorm viel Überzeugung.

Stimme zu

ich sehe das genauso wie Sie - und verstehe auch nicht ganz warum man jeden Inhalt ständig multiedial dargeboten bekommen muss. Aber herr_schaft hat wohl leider recht damit, dass sich der Trend hin zur digitalen Welt (komisch eigentlich müssten wir dann auch aus Bits bestehen) nicht mehr aufhalten lässt. Vor 4 Jahren ging man noch ins Internetcafe wenn man die E-Mails abrufen wollte. Heute macht das ein erheblicher Prozentsatz schon mit dem Smartphone. Und Zuckerberg will bereits das ganze Leben seiner Nutzer digitalisiert wissen - wems gefällt.

Auf dem iPad lesen...

... macht Laune weil ich ein nicht verstandenes Wort einfach per Berührung nachschlagen kann. Was habe ich mir die Finger wundgeblättert in meinem Englisch-Wörterbuch ... ach, und die 6 Wochen Lieferzeit aus Amerika, nur um dann ein Mängelexemplar auszupacken das wieder zurück muss. Jetzt drücke ich einen Knopf und das Buch ist da.

Aber ... ja, Sie haben recht. Buchstaben in Steinplatten zu hauen hat natürlich etwas Haptisches, und Muskel braucht man auch dafür;-)